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Nico Rosberg fuhr vergangenes Jahr 17 Punkte für sein Team ein © getty

Williams-Pilot Nico Rosberg spricht im Sport1.de-Interview über winterliches Fasten und seinen Ruf als unglaubliches Racer-Talent.

Von Manuel Krons

München - Nico Rosberg steht vor seiner vierten Saison mit Williams.

Und es sieht so aus, als ob er auch in diesem Jahr weiter auf das so lange ersehnte "Siegerauto" warten muss. "Wir sind vom Auto her noch nicht dort, wo wir sein wollen", sagt der 23-Jährige im Sport1.de-Interview.

An den rennfahrerischen Fähigkeiten des deutschen Piloten zweifelt indes kaum jemand in der Formel 1- ihn selbst eingeschlossen.

Sein Boss Frank Williams hält ihn gar für ebenso talentiert wie Lewis Hamilton.

Im Interview spricht er über seine Ziele für 2009, nennt seinen WM-Favoriten und redet über den Umgang mit väterlicher Kritik (VIDEO: Rennkalender und Kurse 2009).

Sport1.de: In wenigen Tagen beginnt die Formel-1-Saison, Ihre vierte WM? War die Unsicherheit jemals so groß wie in diesem Jahr?

Nico Rosberg: Man kriegt schon einen sehr guten Eindruck über den Winter, wie die relative Performance der Autos ist. Daher würde ich sagen, dass für mich momentan schon eine recht klare Rangliste vorhanden ist. Aber sicherlich wird die nicht genau übereinstimmen mit den Resultaten vom Qualifying in Melbourne.

Sport1.de: Worin unterscheidet sich das neue Auto am stärksten von seinem Vorgänger-Modell?

Rosberg: Die Aerodynamik ist die Hauptänderung und zusammen mit den Slicks resultiert das in einem völlig anderen Fahrverhalten. Daran musste man sich im Winter anpassen (Die Turbo-Revolution).

Sport1.de: Sie haben zuletzt die "Hungerkuren" mancher Kollegen öffentlich angeprangert. Wie sah ihr Wintertraining aus? Haben Sie an Gewicht verloren?

Rosberg: Ich habe niemanden angeprangert. Ich habe auch abgenommen, um auf mein Optimal-Gewicht zu kommen. Daher habe ich auch auf mein Training geachtet, so dass ich beispielsweise keinen zu großen Muskelaufbau betrieben habe, denn Muskeln sind sehr schwer.

Sport1.de: Ihr Boss Frank Williams hält Sie für ebenso talentiert wie Lewis Hamilton. Wird bei Ihnen in diesem Jahr endlich der Knoten platzen?

Rosberg: Bei mir persönlich ist der Knoten schon langsam aber sicher geplatzt, aber ich brauche auch noch das richtige Auto, um das in Resultate umzuwandeln. Leider wird das aber am Anfang der Saison noch nicht der Fall sein. Wir sind vom Auto her noch nicht dort, wo wir sein wollen.

Sport1.de: Inwieweit entscheidet das Jahr 2009 über den weiteren Verlauf Ihrer Karriere? Kann man von einem Schicksalsjahr sprechen?

Rosberg: Es ist ein wichtiges Jahr für mich und ich hoffe, dass Williams mir ein gutes Auto baut, dass heißt ich hoffe, dass wir mit der Entwicklung stark voran kommen. Über 2010 denke ich noch nicht nach im Moment, aber diese Überlegungen werden auch bald losgehen. Wäre schön, wenn es mit Williams weiter geht, denn ich fühle mich wohl im Team.

Sport1.de: Williams wird - wie einige andere Teams auch - ohne KERS in Melbourne in die Saison starten. Vor- oder Nachteil?

Rosberg: Ich denke, ein kleiner Nachteil aber nicht dramatisch. Trotzdem hoffe ich, bald auch mit KERS fahren zu können.

Sport1.de: Was sagen Sie zu der überraschenden Performance des Honda-Nachfolgers Brawn GP bei den Tests?

Rosberg: Das ist überraschend aber nicht unglaublich. Die haben mit der Entwicklung des neuen Auto schon früher begonnen als alle anderen Teams und haben immerhin Ross Brawn (Teambesitzer und vormaliger Honda-Teamchef, d. Red.) und viele andere sehr talentierte Menschen im Team. Ross hat unter anderem alle Titel mit Schumacher gewonnen.

Sport1.de: Was sind Ihre persönlichen Ziele für die WM?

Rosberg: Konstanz und immer in die Punkte fahren, das wäre super, mit einigen Highlights in Form vom Podiumsplätzen.

Sport1.de: Wer ist Ihr Favorit auf den WM-Titel?

Rosberg: Ich denke, Brawn wird gewinnen!

Sport1.de: Ihr Vater, der ehemalige Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg, fungiert während der Rennen als TV-Experte. Gab das schon mal familiäre Schwierigkeiten, wenn er Sie öffentlich gelobt oder getadelt hat?

Rosberg: Beim Loben weniger. Schwierigkeiten bei Kritik auch eher nicht, aber ich habe mich schon einmal bemerkbar gemacht (lacht).

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