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Letzter Auftritt? 2008 machte die Formel 1 noch auf dem Hockenheimring Station © getty

Die Zukunft der deutschen Traditionsrennstrecke als Formel-1-Standort bleibt ungewiss. Ein Spitzengespräch im Mai soll helfen.

Hockenheim - Erneute Galgenfrist für den Hockenheimring:

Die Entscheidung über die Zukunft der deutschen Traditionsrennstrecke als Veranstaltungsort von Formel-1-Läufen ist abermals vertagt worden und soll nun in einem hochkarätig besetzten Spitzengespräch am 20. Mai in Stuttgart fallen.

An diesem sollen Formel-1-Chef Bernie Ecclestone, die Ministerpräsident Günther Oettinger (Baden-Württemberg) und Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) sowie Vertreter der Stadt Hockenheim und der beiden deutschen Hersteller in der Formel 1, BMW und Mercedes, teilnehmen.

Dies beschloss der Gemeinderat der Stadt Hockenheim am Mittwoch einstimmig.

Ob der für 2010 geplante Lauf auf dem Ring ausgetragen wird, ist somit noch offen. Der Gemeinderat will bis zum 20. Mai noch verschiedene Optionen prüfen.

Landeshilfen noch ungewiss

Am Dienstag hatte das Land Baden-Württemberg erneut eine Entscheidung über finanzielle Hilfen verschoben. Für den Lauf 2010 wird ein Verlust von sechs Millionen Euro veranschlagt. (Hockenheim muss weiter zittern)

Der Hockenheimring wechselt sich derzeit mit dem Nürburgring als Veranstalter des deutschen Laufs ab.

Im Falle eines Ausstiegs würde es 2010 erstmals seit 50 Jahren kein WM-Rennen in Deutschland geben.

Kein Entgegenkommen von Ecclestone

Die Hockenheimring GmbH, die zu 94 Prozent der Stadt gehört, hatte zuletzt immer wieder das Land aufgerufen, sich finanziell zu beteiligen.

Die Sport-Chefs der vier im Motorsport tätigen deutschen Autobauer hatten eine Beteiligung ausgeschlossen. Ecclestone weigerte sich zudem, der deutschen Traditionsstrecke bei den Lizenzgebühren entgegenzukommen.

Schumacher Rekordsieger

Seit 1970 wurden 31 WM-Läufe der Formel 1 auf dem Hockenheimring ausgetragen. Rekordsieger ist Michael Schumacher mit vier Erfolgen. 2008 gewann der spätere Weltmeister Lewis Hamilton (Großbritannien).

Zuletzt hatte es 1960 kein Formel-1-Rennen auf deutschem Boden gegeben.

"An der Regierung, ihnen zu helfen"

Anstatt finanzielle Hilfen für die Rennstrecke auf den Weg zu bringen, hatte die Landesregierung am Dienstag lediglich beschlossen, dass Oettinger (CDU) und Beck (SPD) das Gespräch mit Ecclestone suchen sollen, um generell über die Zukunft der deutschen Formel-1-Strecken Hockenheimring und Nürburgring zu sprechen.

Dabei hatte sogar Ecclestone erklärt, dass es "jetzt an der Regierung ist, ihnen zu helfen. Ich kann nicht verstehen, warum das nicht passiert." (Hockenheim muss sich selbst retten)

Kein Formel-1-Rennen mehr in Deutschland?

Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH hatte bereits Ende der vergangenen Woche sein Unverständnis deutlich gemacht. Er könne nur hoffen, dass sich das Land "einen Ruck gibt. Es handelt sich hier schließlich nicht um irgendein Ereignis, sondern um ein sportliches Großevent, das an einem Wochenende einen Umsatz von etwa 40 Millionen Euro einbringt", sagte er und monierte auch die Wettbewerbsnachteile:

"Wir messen uns hier mit einer 20.000-Einwohner-Stadt mit Metropolen wie Singapur oder Melbourne. Ohne eine maßgebliche Beteiligung eines Dritten kann das nicht gut gehen."

Dass es nach 2011 überhaupt kein Formel-1-Rennen mehr in Deutschland gibt, hielt er "nicht nur vorstellbar, sondern für ein durchaus realistisches Szenario".

Denn auch der Nürburgring schreibt mit der Königsklasse des Motorsports längst nur rote Zahlen. Dort aber kommt das Land Rheinland-Pfalz als 90-prozentiger Anteilseigner noch weitgehend für die Verluste auf. Der WM-Lauf 2009 findet am 12. Juli auf dem Nürburgring statt, der Vertrag läuft auch noch für 2011.

Neue Rennstrecken stehen bereit

Alternativen hat Ecclestone längst gefunden. 2010 findet das erste Formel-1-Rennen in Südkorea statt, ein Jahr später ist Indien erstmals dabei.

Auch der Plan eines Stadtrennens in Rom ist nicht vom Tisch, mit London gibt es weiter Gespräche über ein Stadtrennen.

Eine Rückkehr in die USA sei ebenfalls kein Problem, dieses Rennen würde dann aber nicht mehr in Indianapolis stattfinden. Ecclestone schwebt offenbar Las Vegas, New York oder Miami vor.

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