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Lewis Hamilton erreichte in 35 Rennen 22 Mal das Podium © getty

Lewis Hamilton fällt ein vernichtendes Urteil über sein neues Dienstfahrzeug und redet plötzlich über Angebote der Konkurrenz.

Von Manuel Krons

München - Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der neue McLaren-Mercedes nicht gerade ein Wunder-Auto ist.

Zu deutlich fuhr er auch bei den letzten Tests in der vergangenen Woche im spanischen Jerez hinterher (Silberpfeile in verkehrter Welt).

Wie problematisch die Lage bei den Silberpfeilen tatsächlich ist, stellte jetzt der Weltmeister höchstpersönlich klar: "Unser neues Auto ist langsamer als sein Vorgänger", sagte Lewis Hamilton der "dpa".

"Das letztjährige Auto war auf einer Skala von eins bis zehn eine Acht. Dem neuen würde ich vielleicht eine Vier geben", erklärte der 24-Jährige in Australien und fällte damit ein vernichtendes Urteil über seinen Boliden.

Auf Hinterherfahren eingestellt

Wenige Stunden vor dem Saisonstart in Melbourne (Sa., 6.45 Uhr Qualifying LIVE) muss der Brite zugeben, dass mit der derzeitigen Leistungsfähigkeit des Autos nicht an eine Titelverteidigung zu denken ist. "Wenn wir hinterherfahren müssen, dann ist es halt so", sagt Hamilton.

Dass er sich allerdings derart leichtfertig mit der derzeitigen Situation bei McLaren abfindet, klingt alles andere als glaubhaft.

Und so ist es kein Wunder, dass der amtierende Weltmeister ausgerechnet jetzt erstmals öffentlich über einen möglichen Stallwechsel nachdenkt.

"Würde mir Angebote anhören"

"Ich habe keine Angebote bekommen und ich spreche nicht mit anderen Teams. Aber wenn ich ein Angebot bekäme, würde ich es mir anhören", sagte Hamilton und führte aus: "Es wäre ein großes Kompliment und ich wäre dumm, wenn ich das nicht tun würde."

Für jemanden der noch vor wenigen Monaten erklärte, er wolle sein ganzes Leben bei McLaren fahren, sind das bemerkenswerte Aussagen.

Nur wenige Stunden nach seinem Statement ruderte Hamilton zurück und erklärte: "Ich bin glücklich, wo ich bin."

Alles nur ein Bluff?

Hinter der bisherigen Schwäche des Silberpfeils wurde von einigen Experten bislang ein cleverer Bluff vermutet. Selbst Formel-1-Boss Bernie Ecclestone äußerte sich zuletzt dahingehend (Ecclestone: McLaren blufft).

Sollte Hamiltons Frustration am Ende nur Teil einer gelungenen Inszenierung sein, um die Konkurrenz in Sicherheit zu wiegen?

Am Sonntagmorgen (ab 7.30 Uhr LIVE) schlägt die Stunde der Wahrheit.

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