Formel-1-Experte Jacques Schulz hält Brawn für überbewertet und glaubt nicht recht an die Schwäche der Silberpfeile.

Hallo Formel-1-Fans,

auch in diesem Jahr müssen Sie auf das Power-Ranking nicht verzichten. Wie immer unter dem Motto: Wer weiß es besser - Sie oder ich?

Vor dem ersten Rennen eine eindeutige Prognose abzugeben, käme besonders in diesem Jahr dem Stochern im Nebel gleich. Fest steht aber: Mercedes ist nicht so schlecht wie sie zuletzt schienen und Brawn wird nicht so überragend sein wie während der Wintertestfahrten.

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Zugegeben: Brawn GP hat ein tolles Auto und sie werden gut sein, ich traue beiden Autos eine Top-Ten-Platzierung im Qualifying zu.

Aber die anderen haben auch ihre Hausaufgaben gemacht: McLaren-Mercedes wird nicht plötzlich auf Platz fünfzehn stehen. Vorne dabei sehe ich noch Red Bull, Ferrari und Toyota.

Publicity hatte die Formel 1 jüngst aufgrund des Hick-Hacks bei der Punkteverteilung. Dass man letztendlich beim alten System geblieben ist, hat auch viel mit persönlichen Eitelkeiten zu tun.

Die Teamvereinigung FOTA hat einen tollen Vorschlag gemacht. Dass die Idee, dem Sieger eines Rennens zwölf Punkte gutzuschreiben, sich nicht durchsetzen konnte, liegt daran, dass Max Mosley und Bernie Ecclestone zeigen wollten: Wir können es noch besser! Doch dabei sind sie über das Ziel hinausgeschossen.

Zwar war auch dieser Vorschlag nicht schlecht - aber jetzt haben wir wieder das alte System. Man kann die Fans verstehen, die sich Fragen, was in der Formel 1 für ein Tohuwabohu herrscht.

Viel wichtiger aber als solche Regel-Diskussionen ist ohnehin, dass die immensen Kosten gesenkt werden. Sonst wird es unsere geliebte Formel 1 nicht mehr geben.

Man muss in diesen Zeiten mit einem Budget von ungefähr 50 Millionen Euro gewinnen können. Alles darüber ist einfach zu teuer. Und dann wird es auch für Hersteller wie Audi und Volkswagen interessant.

In diesem Zusammenhang hätte man auch die KERS-Technik auf das nächste Jahr verschieben müssen.

Nichtsdestotrotz wird KERS mittelfristig in dieser Saison entscheidend sein. Ich halte die Energie-Rückgewinnungs-Technik für zu schlachtentscheidend, als dass man darauf verzichten könnte, zumindest ab dem vierten oder fünften Rennen. Natürlich hängt das auch von der Strecken-Charakteristik ab: Melbourne scheint für KERS ein gutes Pflaster, Malaysia und Schanghai weniger. Aber in Bahrain bringt es wieder Vorteile.

Besonders in der Quali hat das System seinen Reiz, wenn ich 6,6 Sekunden pro Runde mit mehr PS fahren kann. Ich erwarte, dass insbesondere KERS-Pionier BMW am Wochenende das Knöpfchen drücken wird.

Freuen wir uns, dass es endlich losgeht - und auf eine spannende Saison!

Keep Racing,

Ihr Jacques Schulz

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