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Nach der Kollision mit Vettel endete Kubicas Grand Prix an der Mauer © imago

Sportdirektor Theissen ist sich sicher: Vettels Fehler hat BMW den Sieg gekostet. Deshalb geht er optimistisch ins Heimrennen von Sepang.

Von Rainer Nachtwey

München/Melbourne - Die Plätze 10 und 15 stehen für BMW-Sauber nach dem Formel-1-Auftakt in Australien zu Buche - auf dem Papier alles andere als ein gelungener Saisonstart.

Doch die Ergebnisse spiegeln längst nicht die Kräfteverhältnisse wider. Während die Platzierungen eher auf ein Hinterherfahren der Weiß-Blauen hindeuten, sprach BMW-Sportdirektor Dr. Mario Theissen nach dem Rennen von realistischen Siegchancen.

Diese habe Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel durch seinen Crash mit Robert Kubica zerstört, ist sich Theissen sicher.

"Wir hatten die perfekte Strategie. Button und Vettel hatten Probleme mit den weichen Reifen. Robert wäre wahrscheinlich noch locker vorbeigekommen", sagt der BMW-Boss.

Kubica holt mächtig auf

Die Zahlen bestätigen Theissen.

In den Runden vor dem Unfall holte Kubica mächtig auf, nahm Vettel bis zu drei Sekunden pro Runde ab und der führende Jenson Button im Brawn GP lag 15 Kilometer vor dem Ende nur noch 2,5 Sekunden vor dem Duo.

Doch Vettels Fehler machte Kubica einen Strich durch die Rechnung.

"Ich konnte ohne Grip nicht mehr bremsen und ausweichen, es war dann unmöglich, die Kollision zu verhindern", beschreibt Vettel seinen Zusammenstoß mit Kubica. "Nachher ist man immer schlauer: Ich hätte weiter vorausschauen müssen, und ihn einfach ziehen lassen sollen. Es tut mir leid für Robert."

Theissen täuscht sich

Für Kubica nur ein schwacher Trost.

"Das ist sehr ärgerlich. Ich war drei Sekunden pro Runde schneller", zeigt sich der Pole enttäuscht. "Wenn es die letzte Kurve in der letzten Runde gewesen wäre, dann wäre das Manöver in Ordnung gewesen. Aber im ersten Rennen will man doch die Punkte mitnehmen."

Mit dieser missratenen Aktion hat auch Theissen nicht gerechnet, als er die Bilder am Kommandostand verfolgte. "Sebastian war beim Einlenke zu sehen. Ich kenne ihn von früher und habe gedacht, der macht keine dummen Sachen - und schon war es passiert."

Button widerspricht Theissen

Dem BMW-Gedankenspiel widerspricht Sieger Button.

"Ich fuhr absichtlich sehr langsam, in dem Tempo, bei dem ich dachte, bestmöglich auf die Reifen achten zu können", sagt der Brite. "Ich habe mir keine Sorgen gemacht. Ich wusste, dass ich den Vorsprung ins Ziel bringen kann."

Hopfen und Malz verloren

Nicht nur für Kubica auch für Nick Heidfeld endete der Saisonauftakt alles andere als glanzvoll. Nach der Startkollision quälte sich der WM-Sechste von 2008 mit seinem waidwunden Wagen über die Distanz von 58 Runden.

"Ich habe an der Box neue Reifen und einen neuen Frontflügel geholt, aber der Schaden war erheblich größer und das Auto nachher kaum noch zu fahren", sagte Heidfeld. "Da war schon Hopfen und Malz verloren."

Mehr als seine Position zu verteidigen, war demzufolge nicht mehr drin. "Aber am Ende ist das nicht viel wert, wen interessiert es schon, ob man 10. oder 13. wird."

Theissen sieht gute Aussichten

Trotz aller der Rückschläge in Melbourne blickt BMW mit großem Optimismus auf das zweiten Rennen nach Sepang. Beim "Heim-Grand-Prix" von Hauptsponsor Petronas vor den Toren Kuala Lumpurs erwartet Theissen ein positives Abschneiden.

"Die Performance war gut. Es zeigt, dass das Auto mit den harten Reifen sehr schnell ist und wir gute Aussichten für die kommenden Rennen haben", zieht der BMW-Boss Bilanz.

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