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Fernando Alsonso will sich mit Renault zurück an die Spitze kämpfen © getty

Eine Ohrenentzündung stoppt den Spanier nicht. Er erwartet ein starkes Comeback der "Big Four". Michael zieht den Hut vor Brawn.

Von Sebastian Hrabak

München - Nicht nur das scheinbar übermächtige Auto aus dem englischen Rennstall BrawnGP beschäftigt vor dem Malaysia-Rennen (2. Freier Training Fr., 8 Uhr LIVE) den ehemaligen Weltmeister Fernando Alsonso.

Auf Grund einer Ohrenentzündung, die sich beim Spanier schon in Australien (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand) bemerkbar machte, wird er am ersten Trainingstag kürzer treten müssen.

Aus der Renault-Box wurde allerdings vermeldet, dass die Erkrankung für Qualifying und Rennen kein Hindernis darstellen werde.

"Er sollte schon zum freien Training am Freitag wieder gesund sein. Seine Entscheidung, den Kurs heute zu verlassen, ist richtig. Er muss seinem Körper eine Erholungsphase gönnen", sagte eine Teamsprecherin.

Wie in der Primera Division

Trotz aller Aufregung um seinen Gesundheitszustand lies es sich der Fünfte des Auftakt-GP jedoch nicht nehmen, einmal mehr gegen die Konkurrenz aus England - wie auch schon bei der D-Frage - zu schießen (Briatore geht auf Brawn los):

"Das war lediglich das erste Rennen der Saison. Es ist vergleichbar mit dem ersten Spieltag in der Primiera Division. Wenn Real Madrid und der FC Barcelona dieses Auftaktspiel verlieren, ist sich dennoch jeder sicher, dass diese beiden Teams am Ende um die Meisterschaft kämpfen."

Die Pace stimmt noch nicht

Aus diesem Grund ist er davon überzeugt, dass Ferrari, McLaren, BMW und Renault in den nächsten Monaten aufschließen werden. "Die Marken-Teams haben zwar im Moment nicht die Pace, um mit dem Boliden von Jenson Button mitzuhalten. Es sollte indes mit den besten Teams der Formel 1 stets gerechnet werden", sagte der bekennende Real-Fan weiter.

Doch selbst der Vater des Erfolges, Ross Brawn, glaubt nicht an einen Durchmarsch in der WM seines Teams:

"Ich bin mir sicher, dass es einen schnellen Aufholprozess der anderen Teams geben wird. Wir haben nun alle die Autos des anderen gesehen. Jeder konnte so einen Eindruck gewinnen, welche Innovationen die anderen konzipierten. Wir werden versuchen, unser Auto weiterzuentwickeln."

Zwei oder drei Stufen werde es noch dieses Jahr geben, so das "Superhirn" weiter, doch sollten dabei nicht die Regeländerungen der nächsten Saison vernachlässigt werden. "Wir müssen mit dem Auto für 2010 bald beginnen, um über die aktuelle Saison hinaus wettbewerbsfähig zu bleiben."

Lob von der Konkurrenz

Vom Technischen Direktor des Williams-Teams, Sam Michael, kam derweil großes Lob für die Arbeit des BrownGP-Rennstalls.

"Es kann kein besseres Märchen (NACHBERICHT: Märchen für Brawn - Albtraum für Vettel) als dieses geben. Es ist sehr beeindruckend, was dort auf die Beine gestellt wurde, bedenkt man vor allem die enormen Schwierigkeiten, von denen Ross Brawn und seine Crew wenige Wochen vor Beginn der Saison gebeutelt wurden", sagte Michael.

Allerdings ist Michael wie Alonso davon überzeugt, dass die "Big-Money-Hersteller" wie Ferrari oder McLaren nicht dumm sind: "Sie sind zur Zeit in einer anderen Entwicklungsstufe. Es steht jedoch außer Frage, dass sie ein großes Comeback starten werden."

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