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Die schnellsten Drei in Sepang: Jenson Button mit Jarno Trulli und Sebastian Vettel © getty

Die Diffusoren-Teams sind auch beim Qualifying in Sepang eindeutig im Vorteil. Mancher hofft deshalb auf schlechtes Wetter.

Kuala Lumpur - Sebastian Vettel betet für Regen, und Weltmeister Lewis Hamilton hofft auf ein Wunder.

Doch unter normalen Umständen liegt Jenson Button im Rennauto von "Superhirn" Ross Brawn in der Formel 1 derzeit Lichtjahre vor der Konkurrenz.

Sieben Tage nach seinem Sieg beim Auftaktrennen in Melbourne (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand) steht der Brite auch beim zweiten WM-Lauf am Sonntag in Kuala Lumpur (ab 10.45 Uhr LIVE) auf dem ersten Startplatz.

Fünfte Pole für Button

Der 29-jährige Button sicherte sich im Qualifying zum Großen Preis von Malaysia im Brawn-Mercedes in 1:35,181 Minuten die fünfte Pole Position seiner Karriere 88929(Bilder). Zweitschnellster war Toyota-Pilot Jarno Trulli aus Italien in 1:35,273.

"Diese Pole Position ist für mich etwas ganz Besonderes, denn in meiner Formel-1-Karriere habe ich noch nie zweimal nacheinander auf dem ersten Startplatz gestanden", sagte Button: "Das wird ein heißes Rennen, ich bin bereit."

"Eine Schande"

Schnellster der fünf deutschen Fahrer war am Samstag eigentlich Sebastian Vettel (1:35,518) auf Platz drei. Wegen seiner Strafe in Australien wurde der 21-Jährige im Red-Bull-Renault aber um 10 Positionen auf Rang 13 zurückgestuft.

"Diese Strafe ist eine Schande", sagte Vettel.

Der Deutsche rechnet sich für das Rennen dennoch einiges aus. "Vielleicht regnet es ja. Das Rennen ist sehr lang, es kann viel passieren."

Mit seiner Leistung im Qualifying war der Hesse zufrieden: "Trotzdem habe ich insgeheim sogar auf die Pole Position geschielt, doch die beiden Jungs da vorne waren ein bisschen zu schnell für mich."

Glock bester Deutscher

Bester Deutscher war durch Vettels Strafe Trullis Teamkollege Timo Glock auf Rang drei vor Williams-Pilot Nico Rosberg.

Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld fuhr im BMW-Sauber auf die zehnte Position. Deutsches Schlusslicht war Adrian Sutil, der im Force-India-Mercedes nur auf dem 19. und vorletzten Rang landete.

Hamilton ohne Chance

Lewis Hamilton ist zurzeit kein Sieganwärter.

Der Weltmeister kam nach turbulenten Tagen und der nachträglichen Disqualifikation von Melbourne im McLaren-Mercedes nicht über Platz 12 hinaus. "Wir starten dort, wo ich uns in etwa erwartet habe und sind insgesamt zumindest etwas besser als vor einer Woche unterwegs gewesen, wie die Abstände nach vorne zeigen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Rosberg hält das Brawn-Team für die unangefochtene Nummer eins: "Dahinter kommt lange nichts."

Allerdings muss Buttons Teamkollege Rubens Barrichello, der in Australien auf Rang zwei den Doppelsieg perfekt gemacht hatte, eine Aufholjagd starten. Der Brasilianer wurde wegen eines Getriebewechsels an seinem Auto um fünf Positionen auf Platz neun zurückversetzt.

"Könnte nicht besser sein"

Mit seinem vierten Startplatz war Rosberg mehr als zufrieden. "Das ist super, es könnte eigentlich nicht besser sein, zumal wir für das Rennen eine gute Strategie haben. Meine letzte Runde ist mir super gelungen", sagte der 23-Jährige.

Angesichts der Zurückstufungen von Vettel und Barrichello gab Rosberg aber zu: "Ich glaube, verdient stehen wir vom Auto her nicht so weit vorne."

Strafen für Glock und Heidfeld

Glock und Heidfeld waren nicht nur auf der Rennstrecke schnell, beide wurden in der Boxengasse geblitzt. Glock war gleich 19,1 km/h schneller als die erlaubten 60 km/h. Dafür bekam er ein Bußgeld von 4000 Euro aufgebrummt. Heidfeld tappte mit 63,7 km/h in die Radarfalle und musste 800 Euro zahlen.

Für BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen hat das Ergebnis das Leistungsbild von Melbourne bestätigt: "Es bleibt unverändert schwer, in die Phalanx der Teams mit zweistufigem Diffusor einzubrechen. Daher müssen wir mit den erreichten Positionen zufrieden sein."

Das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA muss am 14. April über die Legalität der Heck-Diffusoren an den Autos von Brawn, Toyota und Williams entscheiden. Gegen dieses umstrittene Bauteil hatten Ferrari, Red Bull und Renault protestiert. Diesem Protest will sich BMW anschließen.

"Fass ohne Boden"

Teamchef Ross Brawn kann sich nicht vorstellen, dass sein Team rückwirkend Punkte verliert. Denn das würde nach Meinung des Briten eine Protestlawine auslösen.

Brawn: "Würden sie das machen, öffnen sie ein Fass ohne Boden. Dann würde bei einer engen WM-Entscheidung eines der beiden Teams gegen das andere wegen irgendeines Details am Auto protestieren."

Button hatte angeblich nicht mit der Pole Position gerechnet.

"Wenn man sich die Zeiten von Freitag anschaut, dann schien Ferrari das schnellste Auto zu haben", sagte der Engländer.

Doch die roten Renner erlebten einen schwarzen Tag: Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen wurde Siebter, Felipe Massa verzockte sich mit den Reifen und landete nur auf dem 16. Platz.

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