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Feuer unterm Dach: Bei der Scuderia Ferrari mehren sich die Probleme © imago

"Ich will uns nicht nach jedem Rennen in einem Comedy-Video sehen", poltert di Montezemolo. Niki Lauda fordert mehr Macht für Schumi.

Maranello - Ferrari soll nicht zur Lachnummer der Formel 1 werden, Michael Schumacher weiterhin als Berater helfen.

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo stellte die Rolle des siebenmaligen Weltmeisters bei einem Krisentreffen in Maranello nicht in Frage, forderte aber von seinem Team nach dem schlechtesten Saisonstart seit 1992 die schnelle Wende.

"Wir müssen die Saison mit tiefer Demut in Angriff nehmen. Ich will uns nicht nach jedem Rennen in einem Comedy-Video sehen", sagte Montezemolo (DATENCENTER: Ergebnisse und WM-Stand).

Er ist aber zuversichtlich, dass die "Roten" schnell wieder die Kurve bekommen. "Ich weiß, dass uns diese Truppe aus dieser Situation auch wieder herausbringt", sagte der Italiener nach dem zweieinhalbstündigen Treffen im Ferrari-Hauptquartier.

"Die Mitglieder dieses Teams sind zutiefst verärgert und wollen entschlossen reagieren", so di Montezemolo.

Aerodynamik im Fokus

Laut der Ferrari-Internetseite habe es eine "intensive und konstruktive Diskussion" gegeben.

Man müsse aufholen und werde daher hart arbeiten, um so viel wie möglich die aerodynamische Entwicklung voranzutreiben.

Kimi Räikkönen bilanzierte nach den ersten zwei Rennen frustriert: "Das war ein wirklich schlechter Saisonbeginn. Es ging in Melbourne in die Hose, es ging in Sepang in die Hose."

Nach dem Chaos-Wochenende in Malaysia 89211(Bilder) war die Scuderia in den italienischen Medien scharf kritisiert worden.

Lauda bestärkt Schumacher

Wegen der taktischen Fehlentscheidungen hatten die Gazetten vor allem Schumacher ins Visier genommen, dessen Beratervertrag am Ende dieses Jahres ausläuft.

Doch Ex-Weltmeister Niki Lauda stärkt dem Rekordchampion den Rücken.

"Die bei Ferrari müssen erstmal definieren, was Michaels offizielle Aufgabe ist, bevor man ihn kritisiert", zitiert der Kölner "Express" Lauda: "Soll er als Berater eine langfristige Strategie erarbeiten? Oder ist er auch für die Rennstrategie verantwortlich?"

"Es gibt keine Besseren!"

Für ihn hat Schumacher bei der Scuderia zu wenig Verantwortung: "Wenn ich bei Ferrari was zu sagen hätte, würde ich Michael auf den Kommandostand holen. Und nicht dahinter rumstehen lassen. Er würde bestimmt hundertmal bessere Entscheidungen treffen als mancher Ingenieur."

Lauda weiter: "Er war doch vor kurzem selbst noch Formel-1-Fahrer. Ich würde ihnen sagen: Nutzt seine Erfahrung! Setzt ihn da oben hin! Es gibt keine Besseren!"

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