vergrößernverkleinern
Der Honda-Nachfolger Brawn GP führt die WM-Wertung deutlich an © imago

Senkrechtstarter Brawn GP darf aufatmen. Der Weltverband weist die Klage der Konkurrenz gegen das umstrittene Bauteil zurück.

Von Julian Meißner

Paris/München - Erleichterung bei WM-Spitzenreiter Brawn GP, Timo Glocks Toyota-Team und Williams mit Nico Rosberg.

Der umstrittene Heck-Diffusor der drei Teams entspricht dem Reglement und darf somit in dieser Saison weiter eingesetzt werden.

Das erklärte das Berufungsgericht des Automobil-Weltverbandes FIA in Paris (Brawn zittert - das Ende für die D-Formel?).

Die Berufung der Rennställe Ferrari, Red Bull, Renault und BMW-Sauber wurde abgewiesen.

Sie hatten gegen den Doppel-Diffusor protestiert, die Einsprüche waren aber von den Renn-Kommissaren bereits in Melbourne und Malaysia abgewiesen worden (Entscheidung am Grünen Tisch?) .

"Basierend auf den gehörten Argumenten und den vorherigen Beweisen ist das Gericht zu dem Schluss gekommen, dass die Kommissare richtig gehandelt haben, als sie entschieden, dass die Autos den Regularien entsprechen", hieß es in der ersten FIA-Erklärung.

WM-Klassement bleibt bestehen

Nach dem Urteil der fünf Berufungsrichter, die ihre Anhörung in Paris bereits am Dienstag begonnen hatten, sind nun auch die Ergebnisse der ersten beiden Saisonrennen offiziell.

Der Brite Jenson Button gewann im Auto des Honda-Nachfolgeteams Brawn GP in Australien und Malaysia und führt die WM-Wertung vor dem China-Grand-Prix am Sonntag in Schanghai (2. Training, Freitag, 8 Uhr LIVE) mit 15 Punkten vor seinem Teamkollegen Rubens Barrichello aus Brasilien (10) an (DATENCENTER: Alle Ergebnisse).

"Wir respektieren das Recht unserer Konkurrenten, jedes Design-Bestandteil und Konzept unseres Autos in Frage zu stellen", sagte Teamchef Ross Brawn.

Die technische Abteilung der FIA habe nun aber die Einschätzung bestätigt, "dass unser Auto immer den technischen Regularien entsprach".

Keine Zweifel bei Toyota

Das Toyota-Team zeigte sich stellvertretend für die neue Avantgarde der Königsklasse in einem Statement erfreut über die Entscheidung des Gerichts.

Teamchef Tadashi Yamashina sagte: "Ich war im Vorfeld zuversichtlich, dass der Gerichtshof zu diesem Schluss kommen würde und bin nun sehr zufrieden. Wir haben nie bezweifelt, dass unser Auto dem Reglement entspricht."

Yamashina weiter: "Es war eine schwierige Phase für die Formel 1. Ich bin froh, dass das Thema nun der Vergangenheit angehört und wir uns auf eine aufregende Saison auf der Strecke freuen können."

Startschuss ist gefallen

Für das Gros der Teams bedeutet das Urteil, dass man schleunigst nachrüsten muss, um konkurrenzfähig zu sein oder noch zu werden. Schließlich bringt das umstrittene Bauteil angeblich einen Vorteil von bis zu einer Sekunde pro Runde.

Gerade bei den arrivierten Top-Teams McLaren-Mercedes und Ferrari dürfte sich die hektische Betriebsamkeit nun noch ausweiten.

Dabei haben die Rennställe durchaus unterschiedliche Ausgangslagen: Die Silberpfeile wollen offenbar schon in China mit einer Notlösung an den Start gehen, auch Renault ist nahe am Puls der Zeit (Reaktionen zum Urteil: "Das wird Zeit und Geld kosten") .

Bei der kriselnden Scuderia Ferrari und Sebastian Vettels Team Red Bull Racing dagegen dürfte es noch länger dauern, bis der Vorsprung der "Diffusor-Gang" nicht mehr derart offensichtlich ist.

"Das geht nicht auf einen Schlag", weiß auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel