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Brawn GP führt die Teamwertung mit 25 WM-Punkten an © getty

Vor dem China-GP hadert die Elite mit dem Vorsprung von Brawn. Experte Surer glaubt, dass der schon bald schmilzen wird.

München - Die Freude über den Sieg vor dem FIA-Berufungsgericht dürfte bei WM-Leader Brawn GP schnell verflogen sein.

Denn die etablierte Konkurrenz um BMW, Renault und Ferrari fährt nach dem Richterspruch von Paris bereits wieder neue Geschütze auf gegen das Überraschungs-Team (FIA-Urteil: Doppel-Diffusor legal).

Renault-Boss Flavio Briatore kündigte vor dem Großen Preis von China (Qualifikation, Sa., 7.45 LIVE) an, er werde sich dafür einsetzen, dass die durch Jenson Button in den ersten beiden Rennen siegreiche Truppe als neuer Rennstall und nicht als Nachfolger von Honda eingestuft werde.

Dadurch könnten dem WM-Spitzenreiter geschätzte 30 Millionen Dollar aus dem Formel-1-Vermarktungstopf verloren gehen.

"Die WM ist entschieden"

Zuletzt hatte die Teamvereinigung FOTA noch das Vorhaben von Brawn unterstützt, die komplette Geldsumme zu bekommen.

"Die WM ist entschieden. Brawn fährt mit einem Auto, das uns verboten wurde", giftete Briatore.

Doch ausgerechnet das französische Team des Italieners erklärte am Mittwoch in Paris, es verfüge über einen Doppel-Diffusor-Prototypen, der möglicherweise schon am Sonntag zum Einsatz kommen könnte.

"Vorteil wird weniger und weniger"

Auch McLaren-Mercedes und Force India wollen angeblich schon am Sonntag in Schanghai einen neuen Diffusor einsetzen und die Jagd auf Brawn vom Gerichtssaal auf die Strecke verlegen (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Auch Formel-1-Experte Marc Surer rechnet damit, dass der Entwicklungs-Rückstand schnell aufgeholt wird: "Ich denke, dass wird maximal bis Mitte des Jahres dauern. Aber bis dahin kann Brawn punktemäßig einen Vorsprung heraus fahren", sagte er zu Sport1.de.

Im Vorteil sieht Surer ebenso die beiden anderen Mitglieder der "Diffusor-Gang", Williams und Toyota. "Aber das wird weniger und weniger werden."

Brawn-Vorherrschaft bald vorbei?

Ferrari, BMW und Red Bull arbeiten fieberhaft an Doppel-Diffusor-Lösungen - und ihre Bemühungen sollen schon recht weit vorangeschritten sein.

"Vielleicht schon in Schanghai, aber spätestens in Bahrain werden wir sehen, dass die anderen Teams näher kommen. Überall läuft die Aufholjagd auf Hochtouren", so Surer.

Schwarzmalerei bei BMW

Doch noch ist die Leistungslücke nicht geschlossen. Und die Kläger-Teams üben sich nach der Entscheidung von Paris in Schwarzmalerei.

"Das war die Entscheidung des Jahres, die die WM mitentscheidet. Für einige ist der WM-Zug abgefahren", sagt BMW-Pilot Nick Heidfeld."

Sein Boss Mario Theissen unkte, der Vorteil, den Brawn GP habe, sei "auf keinen Fall kurzfristig wettzumachen. Das wird Zeit und Geld kosten."

"Grundsätzlich ein gutes Auto"

Aber möglichwerweise ist Jenson Button in seinem Neon-Blitz auch in ein paar Wochen noch der Konkurrenz überlegen.

Denn die D-Formel ist laut Surer nicht das alleinige Erfolgsrezept des BGP 001. "Der Brawn ist für mich auch abgesehen vom Diffusor sehr gut ausbalanciert, das ist grundsätzlich ein gutes Auto."

Für den Großen Preis von China macht er den Jägern wenig Hoffnung: "Es wird nicht viel anders aussehen als zuletzt."

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