Der neue F-1-Kurs in Valencia bietet eine schöne Kulisse - als Spannungslieferant hat er sich schon beim Debüt disqualifiziert.

Die Aufregung vor dem Europa-Grand-Prix war gewaltig.

Nicht wenige vermuteten auf dem neuen, engen Highspeed-Kurs in Valencia ein Chaos-Rennen mit reichlich Kleinholz. Das Safety-Car würde im Dauereinsatz sein, so die Meinungen.

Doch die Realität am Sonntagnachmittag war eine völlig andere: Was sich unter der spanischen Sonne abspielte, war in weiten Teilen so aufregend wie eine Siesta. Kaum packende Duelle und Überholmanöver boten sich den Fans.

Und so durfte sich Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach einem fast ereignislosen Rennen freuen, dass sein Team die vorsorglich prall gefüllte Ersatzteilkiste wieder unangetastet im Flieger verstauen kann.

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Hätte die Chaos-Truppe von Ferrari nicht mit ihren Eskapaden in der Boxengasse unfreiwillig für Spannung gesorgt - die iberische Langeweile wäre perfekt gewesen.

Lediglich Lokalmatador Fernando Alonso hatte einen Ausfall durch unsanfte "Feindberührung" zu beklagen.

Es ist nicht so, dass ein gutes Formel-1-Rennen unbedingt splitterndes Karbon braucht, um zu gefallen. Doch der sportliche Wettstreit sollte sich nicht nur auf die Boxenstopp-Strategie beschränken.

Diesbezüglich wurden die Schwächen des neuen Parcours offensichtlich: Ohne spektakuläre Positionswechsel zogen die Fahrer dort ihre Runden. Die ersten Drei kamen ins Ziel wie sie gestartet waren.

Solche Rennen schonen bei den Teams zwar Material und Nerven, aber der Attraktivität der Formel 1 tun sie keinen Gefallen.

Der noch namenlose Kurs an der Mittelmeerküste wurde in nur einem Jahr aus dem Boden gestampft.

Daraus nun einen großzügigen Parkplatz für Yachtbesitzer und Touristen zu machen, dürfte vermutlich noch schneller gehen. Damit könnte man sich die Mühe der Taufe sparen.

Und die Formel 1 würde diese kleine Spätsommeraffäre auch ganz schnell vergessen.

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