vergrößernverkleinern
Bei Anfahren in der Box reißt Räikkönen mit dem Tankschlauch einen Mechaniker um © imago

Der Weltmeister hat sich für den Zwischenfall in der Boxengasse entschuldigt. Der verletzte Mechaniker soll wohlauf sein.

Von Manuel Krons

München - Es war eine der spektakulärsten Szenen des Rennens:

Nach seinem zweiten Boxenstopp drückte Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen zu früh aufs Gaspedal und riss einen Scuderia-Mechaniker mit dem noch im Boliden steckenden Tankrüssel um. Nicht nur bei Ferrari hielt man angesichts dieser Bilder den Atem an.

Einige Teammitglieder kümmerten sich umgehend um den am Boden liegenden Mann, die übrigen versuchten hektisch Räikkönens Auto und die Tankvorrichtung zu trennen, was schließlich auch gelang.

Die Stopp-Panne blieb für den Mechaniker ohne schwerwiegende Folgen: "Er ist wohlauf. Er hat sich eine Zehe gebrochen, aber es geht ihm gut. Er freut sich, dass wir gewonnen haben", teilte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali mit.

"Bin zu früh losgefahren"

Auch der Zeitverlust für den Weltmeister war nach seinem späteren Motorschaden in Runde 46 unerheblich. Der "Iceman" zeigte sich allerdings nach dem Rennen als wahrer Sportsmann und nahm die Schuld für den Zwischenfall auf sich.

"Es gibt nicht viel zu sagen. Ich bin zu früh losgefahren", sagte der 28-Jährige, der offensichtlich schon bei 'Gelb' den Ferrari wieder in Bewegung setzte. "Es war mein Fehler und unglücklicherweise habe ich den Mechaniker dabei mitgenommen", so Räikkönen. "Wir müssen uns ansehen, was dort genau passiert ist."

Massa kritisiert Sutil

Das Malheur des Finnen erinnerte ein wenig an den Holländer Christian Albers, der 2007 in Magny-Cours einige hundert Meter samt Tankstutzen und Schlauch zurücklegte, bevor er seinen Fehler bemerkte.

Räikkönen sorgte in Valencia lediglich für die Krönung der Ferrari-Boxengassen-Eskapaden beim Europa-GP. Zuvor wäre sein Teamkollege Felipe Massa in Führung liegend beim Herausbeschleunigen aus der Box beinahe mit Force-India-Pilot Adrian Sutil kollidiert.

Doch der Brasilianer sieht die Schuld bei seinem jungen Kollgen aus Deutschland: "Ich habe nichts falsch gemacht. Ich habe nachgegeben. Wenn es eine Untersuchung in diesem Fall gibt, dann sicher mehr für Adrian, denn wir fuhren Seite an Seite. Als ich ihn sah, dachte ich, dass er nachgeben würde, denn ich war der Führende."

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel