In seiner Sport1.de-Kolumne beurteilt DSF-Experte Peter Kohl die Tops und Flops des Formel-1-Grand-Prix von China.

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TOPS

Sebastian Vettel: Basti Fantasti! Das Qualifying war ein Hit - jeweils mit nur einem Versuch in Q2 + Q3 Bestzeit hinzulegen, zeigt, wie cool der Bursche ist. Sein Feingefühl für regennasse Pisten ist extrem ausgeprägt - der Triumph in China Resultat einer makellosen, brillanten Leistung! Die Formel 1 Welt liegt dem Heppenheimer zu Füßen - richtig so - Es lebe Regenkönig Seb I. 15486(DIASHOW: Bilder der Karriere)

Red Bull: Erhebliche Probleme mit an der Karosserie schrammenden Antriebswellen an der Hinterachse waren eine echte Herausforderung - die Techniker haben die Prüfung bestanden! Keine Fehler am Kommandostand, blitzsaubere Boxenstopps - dazu ein Auto entworfen von Adrian Newey, das sich ohne KERS und ohne Doppel-Diffusor als großer Wurf erweist. Hier wachsen einem Team wirklich Flügel.

Sebastian Buemi: Jung, ehrgeizig, respektlos. In seinem erst dritten Formel-1-Grand-Prix zum zweiten Mal in den Punkten - das bei unglaublich schwierigen Bedingungen - Chapeau! Eine Bereicherung im Fahrerfeld! Bereits der zweite Rohdiamant nach Sebastian Vettel aus der Red-Bull-Förderung.

Adrian Sutil: Wie er von ganz hinten bis auf Position sechs nach vorne preschte, war eine bockstarke Leistung. Der Abflug aufgrund eines aufsetzenden Autos und Aquaplaning war nicht zu verhindern, da war er chancenlos. Schade. Zum zweiten Mal bleibt er nach Monaco 2008 für eine sensationelle Leistung unbelohnt. Unverdient bitteres Ende eines bis zum Ausfall sagenhaften GPs ("Das Auto war außer Kontrolle").

Chassis: Wie hoch der Sicherheitsstandard in der Formel 1 ist, haben der Auffahrunfall von Kubica mit Trulli und der vehemente Abflug von Adrian Sutil gezeigt! Dank an die Konstrukteure und die sehr anspruchsvollen Sicherheitsvorschriften. Racing soll spannend und packend sein, aber bitte weiterhin ohne schlimme Verletzungsfolgen.

Regenrennen: - Plantschen ist prima, plantschen macht Spaß! Zahlreiche Dreher, Ausritte, damit verbundene Positionswechsel - ich fand es unterhaltsam. Und im Regen sieht man, wer wirklich begnadet Autofahren kann (Der Regenkönig will den Titel).

FLOPS

Ferrari: Das springende Pferd ist zum lahmenden Gaul mutiert. Porca miseria - ein Alptraum diese Saison bislang für die Scuderia. Der schlechteste Saisonstart für die Roten seit 1981! Und eine Wende zum Positiven ist nicht in Sicht ("Ferrari schnell wie ein LKW").

Lewis Hamilton: Das mag überraschen - aber ein wahrer Champion zeigt sich, wenn es Schwierigkeiten gibt! Im vergangenen Jahr im Regenchaos von Silverstone war er dank überragender Technik noch Mr. Superstar - in China mit weniger leistungsfähigem Auto Dreherkönig. Die Lügenaffäre von Australien hat zudem offensichtlich Selbstvertrauen und Nervenkostüm in Mitleidenschaft gezogen. So wird das nichts mit der Titelverteidigung!

Flavio Briatore: Schuld sind immer die anderen, Ross Brawn ist ein Betrüger, die Doppel-Diffusor-Teams werden als Gang beschimpft, die irreguläre Autos verwendet. In seinem Frust beschimpft er Barrichello als zu alt, und gerade noch so schnell, wie der schnellste chinesische Taxifahrer, Button sei ein rollender Betonpfeiler und so weiter (Briatore schimpft auf Brawn). Der Disko-König mit exorbitantem Drang zur Selbstdarstellung zeigt sich gerade von einer sehr unangenehmen Seite. Die ist weder unterhaltsam noch akzeptabel. Mäßige er sich bitte.

Williams-Strategien: Jetzt haben sie endlich ein konkurrenzfähiges Auto, Rosberg zeigt ein gutes Qualifying nach dem anderen, und im Rennen werfen sie permanent mit taktischen Fehlleistungen mögliche Top-Ergebnisse weg. Au weia!

Sebastien Bourdais: Holt ihn raus, er ist kein Star! Von Vettel gebügelt, von Buemi entsorgt. So könnte es am Ende des Jahres in der Bilanz stehen. Es sieht ganz danach aus.

Die Formel 1 ist spannend, aufregend, extrem unterhaltsam! Schön, dass es schon am Freitag in Bahrain weitergeht

Liebe Grüße

Ihr Peter Kohl

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