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Lewis Hamilton fuhr in 29 Grand Prix 19 Mal aufs Podium © imago

Für Lewis Hamilton hätte der Valencia-Ausflug beinahe in einem Desaster geendet. Doch Schmerztabletten und Spritzen retteten seinen GP.

Von Manuel Krons

Für die englischen Medien war Lewis Hamilton am Sonntag der stille Held von Valencia.

Denn trotz seines zweiten Platzes hat der McLaren-Mercedes-Pilot im Schatten der Ferrari weiter Oberwasser bekommen.

Im Titelkampf führt der Brite nun mit 70 Punkten vor dem Sieger von Valencia, Felipe Massa (64). Vor dem Europa-GP betrug Hamiltons Abstand auf den ärgsten Verfolger - Kimi Räikkönen - nur fünf Zähler.

"Hamilton schläft gut, nachdem er in Valencia den Vorsprung vergrößert hat", kommentierte die "Daily Mail" die komfortable Situation des 23-Jährigen.

Beinahe Desaster

Beinahe wäre der zwölfte von 18 Grand Prix für den Silberpfeil-Piloten im Desaster geendet.

Von starken Nackenschmerzen und Grippesymptomen geplagt, bangte der Rennstall lange um die Einsatzfähigkeit Hamiltons. "Von Beginn an hatte ich ein miserables Wochenende. Ich musste Spritzen in den Nacken bekommen und nahm Schmerztabletten. Es war hart", sagte Hamilton.

"Sonst hätte ich es nicht geschafft"

"Zum Glück habe ich einen guten Arzt und ein großartiges Team, sonst hätte ich es nicht geschafft."

Die Situation des WM-Leaders war offenbar so ernst, dass McLaren-Ersatzfahrer Pedro de la Rosa schon mit einem Einsatz rechnete. "Pedro freute sich schon darauf zu fahren", so Hamilton.

"Über die Schmerzgrenze"

Auch während des Rennens musste der englische Medienliebling noch gehörig auf die Zähne beißen. "Es war ganz schön hart, ich hatte ziemlich starke Schmerzen. Aber ich glaube nicht, dass ich dadurch Zeit verloren habe."

Hamilton lieferte damit eine Heldengeschichte wie sie nicht nur die englischen Boulevard-Blätter lieben. "Er ging über die Schmerzgrenze", jubelte die berüchtigte "Sun". Die "Daily Mirror berichtete: "Fitgespritzt kämpfte sich Hamilton auf Platz zwei".

Acht wertvolle WM-Punkte

Und in der Tat: Die unter diesen Umständen gezeigte Leistung des Silberpfeil-Youngsters muss für die Konkurrenz beängstigend sein.

Professionell wie ein Formel-1-Routinier erkannte Hamilton in Valencia die Überlegenheit des Ferrari von Massa an und kassierte für den zweiten Platz acht wertvolle WM-Punkte.

Der gewisse Unterschied

"Ich kann mich über den zweiten Platz nicht beklagen. Es war ein zufriedenstellendes, wenn auch nicht spektakuläres Wochenende für uns."

Gut möglich, dass eine solch gereifte Einstellung am Ende den Unterschied im Kampf um die Weltmeisterschaft ausmacht.

Bei Ferrari sollten sie jedenfalls nicht allzu lange feiern.

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