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Kimi Räikkönen ist aktuell nur Dreizehnter im Fahrer-Klassement © getty

Kimi Räikkönen fährt seiner Form hinterher. Nun werden sogar Gerüchte laut, dass Ferrari ihn bald vor die Tür setzen könnte.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist eine alarmierende Durststrecke für einen Spitzenfahrer.

Mehr als ein Jahr ist Kimi Räikkönens letzter Sieg her - und im ersten Rennen nach dem Passieren dieser Marke gab es direkt noch ein extragroßes Fiasko.

Platz 16 im Qualifying für Barcelona, ein Ausfall im Rennen (Rennbericht) - die vorläufige Krönung einer desaströsen Saison mit nur drei Punkten aus fünf Rennen (DATENCENTER: Ergebnis und WM-Stand).

Und mittlerweile gibt es gar Gerüchte, dass dem "Iceman" sogar die Schmelze bevorsteht, wenn er seiner alten Klasse weiterhin hinterherfährt.

"Ferrari droht mit der Axt"

"Ferrari droht Kimi mit der Axt", titelte der englische "Daily Star" noch vor dem Spanien-Grand-Prix.

Demnach würde Ferrari-Chef Luca Montezemolo in Erwägung ziehen, Räikkönen abzusägen, sollte es keine Besserung bei seinen Ergebnissen geben.

Recht vage ist die Meldung und auch nicht mit einer Quelle belegt, doch selbst wenn nichts dahintersteckt: Mittelfristig steht Räikkönens Zukunft in der Königsklasse in jedem Fall in Frage.

Frust über das Regelchaos

Räikkönen selbst hat soeben wieder Statements in die Welt gesetzt, die darauf schließen lassen, dass seine Arbeitsmotivation schon einmal größer war.

"Das ist nicht mehr Formel 1", erklärt er in einem "BBC"-Interview seinen Frust über die vielen aktuellen und kommenden Reglementsänderungen.

"Es gibt so viele Fragezeichen und keiner scheint zu wissen, was für Regeln wir bekommen werden." (Regelkonfusion: Punkte entscheiden auch 2010)

Räikkönen denkt laut darüber nach, der Formel 1 wegen dieser Unklarheiten den Rücken zu kehren, wenn sein Vertrag bei Ferrari im kommenden Jahr ausläuft: "Es gibt da deshalb ein Fragezeichen. Wir werden sehen was passiert."

Die Lust verloren?

Gerüchte, dass er die Lust an der Formel 1 verloren hat, begleiten den Finnen schon seit längerem.

Es heißt, dass Räikkönen das Rennfahren liebt, aber eher genervt ist vom Zirkus drumherum - ganz ähnlich hatte sich jüngst Weltmeister Lewis Hamilton geäußert (Hamilton entnervt von "Machtspielen") .

Womöglich begreift es Räikkönen deshalb auch als willkommene Abwechslung, dass er am Wochenende mal wieder anderweitig auf der Rennstrecke unterwegs ist und für das Team seines Landsmanns Tommi Mäkinen an der Rally della Marca teilnimmt.

"Mehr oder weniger meine Entscheidung"

Trotzdem beteuert Räikkönen, seinen Vertrag bei Ferrari "definitiv" zu erfüllen.

"Ich bin glücklich wo ich bin", fügt er hinzu: "Es ist mehr oder weniger meine Entscheidung, was ich tun will."

Wenn er weiter hinterherfährt, ist sie es womöglich weniger.

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