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Sebastian Vettel und Red Bull lassen 2009 die etablierten Teams hinter sich © getty

Der Red-Bull-Teamchef glaubt an den WM-Titel 2009 für Sebastian Vettel. Mercedes feiert beim Heimspiel ein trauriges Jubiläum.

Nürburgring - Formel-1-Weltmeister schon in diesem Jahr? Klar, denn für Sebastian Vettel ist nichts unmöglich - glaubt jedenfalls sein Teamchef Christian Horner.

"Er wird auf jeden Fall hart arbeiten, um Jenson Button vielleicht noch einzufangen", sagte Horner: "Und mit mehr Sonntagen wie in Silverstone - warum nicht?"

Dem Triumph von Silverstone soll jetzt zunächst der Heimsieg auf dem Nürburgring folgen.

Beim Großen Preis von Deutschland (Quali, Sa., ab 13:45 LIVE) will Vettel im Red Bull nicht nur WM-Spitzenreiter Button im Brawn-Mercedes davonfahren, sondern auch einer Prophezeiung von Bernie Ecclestone.

Der hatte den "künftigen Weltmeister" vor Saisonbeginn eigentlich erst 2010 auf dem Formel-1-Thron erwartet.

Zurückhaltung bei Vettel

Vettel selbst denkt vorerst noch von Rennen zu Rennen. "Wir werden alles daransetzen, um in den letzen Rennen so oft wie möglich zu gewinnen", sagte er (Vettel mobilisiert die Massen) .

Inzwischen schätzt selbst Formel-1-Boss Ecclestone Vettels Titelchancen etwas anders ein. "Schwierig, aber ja, er kann es schaffen", sagte der 78 Jahre alte Brite, nach eigener Aussage "ein großer Vettel-Fan", der "Bild"-Zeitung.

Das Zeug zum Champion

Auch für Horner hat Vettel, der am vorigen Freitag 22 Jahre alt geworden ist und sich bereits als jüngster Punktesammler, Pole-Fahrer und GP-Sieger in den Formel-1-Geschichtsbüchern verewigt hat, das Zeug zu einem großen Champion.

"Ich denke, dass Sebastian alle Anlagen eines künftigen Weltmeisters hat. In so jungem Alter und so früh in seiner Karriere hat er schon sehr viel erreicht. Und ich bin sicher, dass er sich noch weiterentwickelt und verbessert", sagte der Brite.

Cooler Typ, kompletter Fahrer

Wenn Horner über Vettel spricht, beginnen seine Augen zu glänzen.

"Er hat außergewöhnliche natürliche Fähigkeiten, er ist hochintelligent und er hat noch genügend Kapazität, um über das Auto und die Entwicklung des Rennens nachzudenken, obwohl er absolut am Limit fährt. Sebastian ist ein absolut kompletter Fahrer", schwärmte er.

Zudem sei der schnelle Hesse auch ein "cooler Typ", der sich vom zusätzlichen Rummel beim Heimspiel nicht aus der Ruhe bringen lasse.

Extra-Motivation beim Heimspiel

Vettel selbst, der als einziger Fahrer außer Button (sechs Siege) in diesem Jahr in Schanghai und Silverstone Rennen gewonnen hat und in der WM-Wertung mit 39 Punkten hinter dem Briten (64) und dessen Teamkollegen Rubens Barrichello (Brasilien/41) Dritter ist, freut sich auf das Rennen (DATENCENTER: Der WM-Stand).

"Ich würde sagen, es ist wie im Fußball, wenn man ein Heimspiel hat. Man gibt immer hundert Prozent, aber die Motivation ist bei einem Heim-Grand-Prix noch einmal größer, weil man sich einfach zuhause immer besonders wohl fühlt", sagte er.

Deutsche Hersteller in Not

Das gilt auch für die vier anderen deutschen Fahrer Nico Rosberg (Williams-Toyota), Timo Glock (Toyota), Nick Heidfeld (BMW-Sauber) und Adrian Sutil (Gräfelfing/Force-India-Mercedes) sowie für BMW-Sauber und McLaren-Mercedes.

Vor allem bei den beiden deutschen Herstellern ist die Saison bislang alles andere als nach Wunsch gelaufen, auch am Sonntag ist kaum Besserung in Sicht.

Trauriges Jubiläum

"Dieses Jahr starten wir ohne Siegchance, denn unsere Verbesserungsarbeiten am Fahrzeug haben bisher nicht den gewünschten Erfolg gebracht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug ausgerechnet zum 75. Geburtstag der 1934 vom legendären Rennleiter Alfred Neubauer "erfundenen" Silberpfeile.

Auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ist mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht zufrieden.

"Nach drei erfolgreichen Jahren ist diese Phase der erste Rückschlag für unser Team", sagte Theissen, kündigte aber an: "Den werden wir wegstecken. Ich erwarte einen Formanstieg."

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