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Der jetzige FIA-Chef Max Mosley (l.) zusammen mit seinem evetuellen Nachfolger Jean Todt © imago

Der ehemalige Ferrari-Teamchef will die Formel 1 als neuer mächtigster Mann im Automobilsport in eine bessere Zukunft führen.

München - "Napoleon" will auf den FIA-Thron:

Michael Schumachers ehemaliger Ferrari-Teamchef Jean Todt will die Formel 1 nach den Skandalen der Ära Max Mosley als neuer mächtigster Mann im Automobilsport in eine bessere Zukunft führen.

"Es ist mein Wunsch, die hervorragende Arbeit von Präsident Mosley fortzuführen und auszuweiten", hieß es im offiziellen Bewerbungsschreiben des 63-jährigen Todt.

Der umstrittene Mosley wird bei der Wahl am 23. Oktober nicht mehr kandidieren.

Mosley schlägt Todt vor

Der 69-jährige Brite hatte Todt nur einen Tag zuvor selbst als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Bislang einziger Rivale des 1,59 m großen Todt ist der ehemalige Rallye-Weltmeister Ari Vatanen.

Der Finne hatte seinen Wahlkampf bereits beim letzten Formel-1-Rennen am Sonntag auf dem Nürburgring 128245(Bilder des Rennens) begonnen und sich persönlich bei den Teamchefs vorgestellt und dabei seine Pläne erläutert (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

Mosley, seit 1993 Präsident des Automobil-Weltverbandes FIA, hatte sich in den vergangenen Monaten einen erbitterten und auch hässlichen Machtkampf mit der Teamvereinigung FOTA geliefert.

Todt soll für Neuanfang sorgen

Es drohte sogar die Spaltung der Formel 1. Erst als Mosley in letzter Minute einlenkte und seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärte, kehrte wieder ein bisschen Frieden in der Königsklasse ein.

Todt soll nun für einen Neuanfang sorgen. In einer mehrseitigen Erklärung beschreibt der Franzose detailliert, wie er "Veränderungen anregen will, um so den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden".

Sparkurs soll fortgesetzt werden

Ganz oben auf der Agenda von Todt, unter dessen Regie Ferrari und Michael Schumacher von 2000 bis 2004 fünf WM-Titel in Serie gewannen, steht das Thema Erschwinglichkeit und Wettbewerb.

Todt will den von Mosley eingeschlagenen Sparkurs fortsetzen: "Die Reduzierung der Kosten in der Formel 1 hat Relevanz für alle Ebenen und Disziplinen des Motorsports."

Er plädiert für die Förderung eines "fairen und offenen Wettbewerbs".

Vatanen fordert Kurswechsel

Todts bisher einziger Gegenspieler Vatanen fordert mit forschen Worten einen Kurswechsel:

"In den letzten zwei Jahren gab es in der FIA mehr Kämpfe als alles andere. Die FIA sollte eine Familie sein, aber ihre Mitglieder bekämpfen sich die ganze Zeit. Da läuft etwas falsch."

Im Zuge seiner Kandidatur schlug Todt den Neuseeländer Brian Gibbons (Sport) und den Briten Graham Stoker (Mobilität) bereits als Kandidaten für die Posten als Vize-Präsidenten sowie den Amerikaner Nick Craw als Präsidenten für den FIA-Senat vor.

16 Jahre bei Ferrari

Todt begann seine Motorsport-Karriere als Beifahrer in der Rallye-WM. Als Peugeot-Rennleiter triumphierte er später bei den berühmten 24 Stunden von Le Mans.

1993 ging er zu Ferrari, drei Jahre später holte er dann Michael Schumacher von Benetton zur Scuderia. Mit dem Rekord-Weltmeister ist Todt bis heute eng befreundet.

2006 wurde der Sohn polnischer Einwanderer zum Generaldirektor der "Roten" ernannt.

Im März dieses Jahres gab Todt alle Ämter bei Ferrari auf. Seitdem war es ruhig um den 63-Jährigen geworden, der mehr Zeit mit seiner Lebensgefährtin, Ex-Bond-Girl Michelle Yeoh verbringen konnte.

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