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Kimi Räikkönen hat 17 Grand-Prix-Siege und 58 Podiumsplätze auf dem Konto © getty

Den Rücktrittsgerüchten zum Trotz: Der "Iceman" will in Ungarn aufs Podium. Es könnte 2009 eine der letzten Chancen sein.

Von Julian Meißner

München - Der Schweiger aus Finnland tritt die Flucht nach vorne an.

Nachdem zuletzt vermehrt Rücktrittsgerüchte um Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen kursierten, kündigte der Weltmeister von 2007 nun an, beim zehnten Saisonrennen in Ungarn (Quali, Sa., 13.45 Uhr LIVE) das Podium anzuvisieren.

Der Sprung aufs Treppchen war dem "Iceman" 2009 bislang nur auf dem engen Stadtkurs von Monaco gelungen, Platz sechs in Bahrain danach schon das Höchste der Gefühle.

"Das nächste Rennen wird auf jeden Fall Monaco am ähnlichsten sein", sagte Räikkönen, der sonst nicht gerade für offensive Ansagen bekannt ist: "Dort sind wir auf dem Podium gelandet, und das ist unser Ziel für Budapest."

Im Schatten des Teamkollegen

Auch wenn er im Plural spricht, gemeint ist in erster Linie er selbst - schließlich gelang seinem Teamkollegen Felipe Massa just auf dem Nürburgring Platz drei 128245(Bilder des Rennens).

Räikkönen schaffte es zuletzt eher durch sein Engagement in der Rallye-WM und als möglicher Platzhalter für Fernando Alonso in die Schlagzeilen als durch sportliche Erfolge (Räikkönen dementiert Rücktrittsgerüchte).

Vettel: Ferrari redet mit

"Es wird schwer", dämpfte Räikkönen etwas die Erwartungen für die Hitzeschlacht von Budapest: "Die Strecke in Ungarn sollte dem F60 zwar gut liegen, aber die anderen Teams haben ihre Autos nach dem Rennen in Monaco erheblich verbessert. Es wird ein heftiger Kampf werden."

Doch auch Deutschlands WM-Hoffnung Sebastian Vettel hat Ferrari auf der Rechnung: "Das wird nicht nur eine Schlacht zwischen Red Bull und Brawn GP. Ich denke, dass auch McLaren-Mercedes, Ferrari und Williams ein Wörtchen mitreden können."

Zwölf Zähler hinter Massa

Für Räikkönen wäre es zudem enorm wichtig, im teaminternen Duell etwas aufzuholen: Vize-Weltmeister Massa führt die Hierarchie bei den Roten mit 22 Punkten gegenüber Räikkönens zehn Zählern klar an.

Der Brasilianer hat keine guten Erinnerungen an den Hungaroring: "Ich habe dort nie gut abgeschnitten. Im vergangenen Jahr hatte ich den Sieg in der Tasche, bevor mir zwei Runden vor dem Ende der Motor hochging."

Iley muss gehen

Ärger gibt es unterdessen im Technik-Team der Scuderia: Nach einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" bekommt Chef-Aerodynamiker John Iley seine Papiere.

Demnach wird der Brite, der seit 2003 bei Ferrari arbeitet, für die mangelnde Konkurrenzfähigkeit des F60 verantwortlich gemacht.

Angeblich wurde der 41-Jährige schon jetzt freigestellt und darf bis zum Ende der Saison für kein anderes Formel-1-Team arbeiten. Damit würde Chef-Designer Nikolas Tombazis mehr Verantwortung im Aerodynamik-Bereich übernehmen.

2010 im Blick

Ileys Abgang ist als weiteres Indiz zu werten, dass man bei der Scuderia langsam die Weichen für die neue Saison stellt, wie Teamchef Stefano Domenicali jüngst erklärt hatte.

Ungarn dürfte eine der letzten Chancen sein, mit dem F60 für Furore zu sorgen.

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