vergrößernverkleinern
Mark Webber wechselte nach der Saison 2006 von Williams zum Red-Bull-Team © getty

Nach seinem Sieg am Nürburgring greift Mark Webber ernsthaft ins WM-Rennen ein. Red Bull belohnt ihn mit einem neuen Vertrag.

Budapest - Im Winter hing seine Formel-1-Karriere noch am seidenen Faden, jetzt hat Mark Webber sogar Chancen auf den WM-Titel.

Durch seinen ersten GP-Sieg auf dem Nürburgring, für den ihn sein Team am Donnerstag mit der Vertragsverlängerung für 2010 belohnte, ist das "schnellste Känguru der Welt" plötzlich der dritte Mann im bisherigen Titelduell zwischen seinem Red-Bull-Kollegen Sebastian Vettel und WM-Spitzenreiter Jenson Button aus Großbritannien.

Kein Wunder, dass der 32-Jährige vor dem Großen Preis von Ungarn (Quali, Sa., 13.45 Uhr LIVE ) Blut geleckt hat.

"Uns stehen noch ein paar großartige Rennen bevor, wir werden überall schnell sein. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir auch künftig Farbe bekennen können", schrieb der Australier vor dem Rennen in Budapest in seiner Kolumne bei der "BBC", nachdem er mit seinem ersten Sieg im 131. Anlauf jetzt "Weltrekordler" ist (BERICHT: Doppelsieg für Red Bull!).

Schulterbruch "vergessen"

Nach so langer Wartezeit hatte sich vor ihm kein anderer Fahrer in die Formel-1-Siegerlisten eingetragen - und genau das schien auch für den "Aussie" nach einem Fahrradsturz im vorigen November in Tasmanien unerreichbar zu sein.

"Er hatte einen schweren Beinbruch und eine gebrochene Schulter, von der er vergessen hat, uns zu erzählen", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Er hat großen Respekt davor, wie sich Webber zurück an die Spitze gekämpft hat: "Vielleicht kann er ein neuer Nigel Mansell werden." Der Brite hatte in seinem 72. Rennen erstmals gewonnen, danach aber noch 30 weitere Siege und einen WM-Titel geholt.

Vettel spornt Webber an

Vor allem sein junger Teamkollege Vettel hat Webber zu Höchstleistungen angespornt. "Er hat bei den Tests im Winter schon gezeigt, wie gut unser Auto ist", sagte der Australier, für den das die beste Medizin war.

"Mark liegt jetzt 1,5 Punkte hinter Sebastian Vettel und hat alle Chancen auf mehr. Ohne den Rennabbruch in Malaysia läge er heute bereits vor Vettel", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Unter dessen Regie war Webber in den 90er Jahren vor seinem Einstieg in die Formel 1 in der GT-Weltmeisterschaft und bei den 24 Stunden von Le Mans schnell unterwegs.

Von Coulthard nicht gefordert?

Auch Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz sieht in Vettel den Grund für Webbers Leistungsexplosion.

"Im letzten Jahr mit David Coulthard wurde Mark nicht genug gefordert. Die Rivalität mit dem Teamkollegen ist aber wichtig. Als Sebastian dann kam, sah und siegte, war das für einen alten Kämpfer wie Mark Herausforderung genug. Wie sehr, das hat der Sieg auf dem Nürburgring gezeigt", sagte der Österreicher der "Sportbild".

Gedanken ans Rentnerleben

Dabei hat Webber selbst auch eine sehr hohe Meinung von dem Jungstar an seiner Seite.

"Wir haben bisher einen guten Kampf. Er ist ein außergewöhnliches Talent und wird noch viele gute Jahre haben", sagte der Australier: "Wenn ich 40 bin, wird er immer noch gut dabei sein, wenn ich schon betrunken und fett auf dem Sofa sitze."

Hoffen auf Button-Aussetzer

In den letzten drei Rennen holte Webber 26 von 30 möglichen Punkten, zwei mehr als Vettel und sogar neun mehr als Button. Mit 45,5 Zählern liegt er jetzt hinter dem Heppenheimer (47) und dem Briten (68) in Lauerstellung.

"Jenson hatte bisher eine makellose Saison, wenn wir von Pech oder Unfällen sprechen", sagte Webber. Aber irgendwann sei es wahrscheinlich, dass auch Button mal die Zielflagge nicht sehe.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel