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Michael Schumacher ist der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte © getty

Manager Weber schließt einen Einsatz Schumachers in Valencia kategorisch aus. Eine Rückkehr in Spa wäre sinnvoller.

Von Rainer Nachtwey

München - Die Aussagen aus dem Lager von Michael Schumacher um ein mögliches Comeback des siebenmaligen Weltmeisters im Ferrari-Cockpit könnten unterschiedlicher nicht sein.

Während Manager Willi Weber im Interview mit dem "Sport Informationsdienst" zitiert wird, dass ein Einsatz in Valencia ausgeschlossen sei (Kein Formel-1-Comeback von Schumi), lässt Schumis persönliche Sprecherin Sabine Kehm Raum für Spekulationen.

"Wenn Ferrari auf Michael zukommt, wird er sich damit auseinandersetzen", sagt Kehm der "Deutschen Presse-Agentur" (PRESSESTIMMEN: Ferrari braucht Schumi).

Keine Äußerungen zu Spa und Monza

Aber auch die Aussagen Webers lassen die Möglichkeit für eine Rückkehr in die Königsklasse offen (Massa droht Saison-Aus - kommt Schumi zurück?).

"Ich schließe ein Comeback in Valencia aus. Was Spa und Monza angeht, möchte ich mich nicht äußern", wird der Manager und langjährige Förderer Schumachers bei "motorsport-total.com" zitiert.

Demnach will sich Schumacher wohl erst gründlich auf die Rückkehr in den Formel-1-Zirkus vorbereiten. Sowohl physisch als auch psychisch.

Zu hohe Erwartungen

"Was würde man von Michael erwarten, wenn er wieder in ein Formel-1-Auto steigt? Dass er gewinnt", sagt Weber: "Dafür braucht er aber eine richtige Vorbereitung, und Testfahrten gibt es nicht mehr. Die Erwartungshaltung von beiden Seiten wäre viel zu hoch."

Der Europa-GP am 23. August in Valencia käme daher noch zu früh. Zumal Schumacher den Stadtkurs in der spanischen Hafenstadt nicht kennt. Der Kurs wurde erst im vergangenen Jahr in den Formel-1-Kalender aufgenommen.

Keine Testfahrten in der Sommerpause

Hinzukommt, dass Ferrari aufgrund der Testbeschränkungen in der Sommerpause lediglich einen "Aerodynamik-Geradeaustest" in Vairano plant.

Den wird nach Informationen von "Auto Bild motorsport" Marc Gene bestreiten. Daher gilt der spanische Testfahrer auch als heißester Kandidat den in Budapest verunglückten Felipe Massa in Spanien zu ersetzen (132835Bilder).

Wie es danach weitergeht, ist weiterhin offen.

Rückkehr auf der Strecke, wo alles begann?

Allerdings könnte Schumacher nach dem Valencia-GP - er kennt den Stadtkurs in der spanischen Hafenstadt nicht - nach Testfahrten auf Ferraris Hausstrecke in Fiorano beim Belgien-GP in Spa-Francochamps sein Comeback geben:

Körperlich gestählt und mit besten Erinnerungen an die belgische Strecke von seinem ersten Grand-Prix-Start und -Sieg im Hinterkopf.

Verletzung scheint überwunden

Denn eine Blamage auf der unbekannten Strecke von Valencia mit einem fast unbekannten Auto - er hatte lediglich vor dem Saisonstart den F2009 pilotiert - könnte an Schumis Mythos den einen oder anderen Kratzer hinterlassen.

Zumal Sprecherin Kehm an Schumachers Alter erinnert. "Man darf nicht vergessen, Michael ist jetzt 40 Jahre alt und hatte nach seinem Motorradunfall im Februar Probleme mit der Halswirbelsäule", sagt Kehm. "Ich bin mir nicht sicher, ob er ein Formel-1-Rennen durchsteht."

Allerdings scheint Schumi die Verletzung überstanden zu haben, denn nach Angaben der "Gazzetta dello Sport" hat er bereits wieder für ein Superbike-Rennen am 23. August in Assen (Niederlande) gemeldet.

Ferrari plant mit interner Lösung

Nicht nur Schumacher, auch Ferrari geht die Angelegenheit sehr vorsichtig an. Man plane mit einer internen Lösung, um Massa gegenüber loyal zu bleiben, verrät ein ranghohes Ferrari-Mitglied "Auto Bild motorsport".

Der Gesundheitszustand des Brasilianers verbessere sich zwar laut seinem Vater von "Stunde zu Stunde", dennoch ist ein Einsatz in dieser Saison eher unwahrscheinlich.

Demnach wären die Spekulationen um ein vorzeitiges Engagement von Fernando Alonso, der 2010 zu Ferrari wechseln soll und will, vorzeitig beendet.

Und als mögliche Kandidaten blieben nur die Testfahrer Marc Gene und Luca Badoer sowie Berater Michael Schumacher.

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