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Große Fußstapfen: Ralf Schumacher (l.) folgte seinem Bruder Michael (r.) 1997 in die F 1 © getty

Unterstützung aus der Famile: Ralf Schumacher traut seinem Bruder Großes zu. Dieser besucht derweil den verunglückten Massa.

München - Ralf Schumacher traut seinem Bruder Michael bei dessen Comeback in der Formel 1 viel zu und prophezeit Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen eine schwierige Zeit.

"Michael wird einschlagen wie eine Granate. Da bin ich mir ganz sicher. Ich glaube, dass Kimi definitiv langsamer ist als mein Bruder. Das war er ja schon vor Michaels Pause und wirklich besser geworden ist er bei Ferrari auch nicht", sagte "Schumi II".

Auch Ferrari als Team werde von der Rückkehr des siebenmaligen Weltmeisters, der bei der Scuderia den verletzten Brasilianer Felipe Massa ersetzen soll, profitieren, glaubt der frühere Formel-1-Pilot und heutige Mercedes-Werksfahrer. (Reaktionen: "Schumacher ist Hardcore")

"Michael wird das Team sicher ein Stück nach vorne bringen, denn er kommuniziert besser mit ihnen, als dass mit den jetzigen Piloten der Fall ist", sagte der 34-Jährige.

Kein Zweifel an Fitness

Ralf Schumacher ist überzeugt, dass sein sechs Jahre älterer Bruder trotz der fast dreijährigen Pause topfit beim Großen Preis von Europa in Valencia am 23. August im Auto sitzen wird. (SERVICE: Rennkalender und Kurse)

"Da überlässt man nichts dem Zufall. Er eiert ja jetzt schon in Mugello durch die Gegend und spult Runde um Runde ab. Michael kommt wahrscheinlich mit 5000 Testkilometern top vorbereitet und besser als die anderen, die in den paar Wochen nichts getan haben, nach Valencia", sagte er. (DATENCENTER: WM-Stand)

Nach der vielen Kritik an der Formel 1 in den vergangenen Monaten habe die Königsklasse wieder einmal eine gute Nachricht gebraucht, sagte Ralf Schumacher:

"Der Formel 1 bringt das sicher mehr als Michael selbst."

Unterstützung vor Ort?

Ralf Schumacher wird möglicherweise sogar selbst nach Spanien fliegen, um seinem Bruder vor Ort die Daumen zu drücken.

"Wenn ich es hinbekommen sollte, bin ich auch in Valencia", sagte der Kerpener, den eine eigene Rückkehr in die Formel 1 auch gereizt hätte.

"Wenn ich solch eine Option bekommen hätte wie Michael, dann hätte ich sie sicherlich auch gezogen. Aber bis jetzt ist noch niemand an mich herangetreten."

Besuch bei Massa

Während sich Ralf Schumacher in Oschersleben auf das DTM-Rennen vorbereitet, hat Michael seine Vorbereitungen auf das Comeback kurz unterbrochen und seinen Freund Felipe Massa in Budapest im Krankenhaus besucht.

Nachdem Schumacher am Donnerstag im Simulator in Marenello trainiert hatte und am Freitag in einem zwei Jahre alten Ferrari F2007 in Mugello unterwegs war, tauchte er am Samstag überraschend in der ungarischen Hauptstadt auf. (Schumi dreht erste Testrunden)

Mit Journalisten redete er bei seinem Besuch allerdings nicht.

Entlassung am Montag?

Massa, dessen Zustand sich in den letzten Tagen immer weiter verbessert hat, wird unterdessen das Krankenhaus voraussichlich am Montag verlassen können. Das erklärte sein persönlicher Arzt Dino Altmann in Budapest.

"Er erholt sich gut und ist in der letzten Nacht schon über den Flur gelaufen. Alles entwickelt sich in die richtige Richtung", sagte Altmann:

"Er brennt darauf, nach Hause zu gehen. Das zeigt, dass er sich gut fühlt. Wir denken, dass er am Montag nach Hause fliegen kann."

Massa war nach dem Unfall in einer Operation ein kleiner Knochensplitter an der linken Augenhöhle entfernt worden, danach hatten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma versetzt.

Am Mittwoch war der 28 Jahre alte Brasilianer aus der Intensivstation in eine normale Station verlegt worden.

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