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Harsche Worte: Nelson Piquet junior (l) rechnet ab mit Flavio Briatore © imago

Nelson Piquet junior steigt aus bei Renault und rechnet mit Briatore ab. Auch deshalb sucht sein Vater den Weg zu BMW-Sauber.

London - Nelson Piquet junior wird in dieser Formel-1-Saison nicht mehr für Renault ins Cockpit steigen wird. Das verkündete der Brasilianer auf seiner Internetseite.

Der Rennstall habe ihm diese Entscheidung bereits mitgeteilt, ein offizielles Statement seitens Renault steht bisher jedoch noch aus.

Piquet erklärte, er habe die Nachricht mit "großer Enttäuschung" aufgenommen, gleichzeitig aber auch Erleichterung "über das Ende der schlimmsten Zeit meiner Karriere" verspürt.

"Ich kann nun weitergehen, meine Karriere wieder in die richtige Spur bringen und meine Reputation als schneller, erfolgreicher Fahrer wiedergewinnen", so Piquet.

Noch ohne WM-Punkt 2009

In der aktuellen Saison hat der 24-Jährige nach zehn WM-Läufen noch keine Punkte auf dem Konto, seine beste Platzierung war der 10. Rang beim Rennen in Bahrain.

Die Erklärung nutzte der Sohn des dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Nelson Piquet zur schonungslosen Abrechnung mit Renault-Teamchef Flavio Briatore.

Der Italiener, der gleichzeitig als sein Manager fungierte, sei ihm in den Rücken gefallen. "Ein Manager soll dich ermutigen, dich unterstützen und dir Möglichkeiten schaffen. Bei mir war das Gegenteil der Fall. Flavio Briatore war mein Henker."

Abrechnung mit Briatore

Briatore habe ihn vor Rennen mit Drohungen unter Druck gesetzt, dass er bei weiteren Misserfolgen ersetzt werde.

Neben seinem Teamkollegen, dem zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso, sei er seit seinem Debüt 2008 nur derjenige gewesen, "der das andere Auto fährt".

2008 kam Piquet auf 19 WM-Punkte und den 12. Platz in der Gesamtwertung. Dabei gelang ihm auf dem Nürburgring mit dem zweiten Rang der erste und einzige Sprung aufs Podium.

Trainingskilometer kaum der Rede wert

In der Vorbereitung auf die Saison 2009 habe er deutlich weniger Trainingskilometer als Alonso absolvieren dürfen.

In diesem Jahr sei er bei vier Rennen unter Bedingungen zweiter Klasse gefahren:

"Die Renault-Ingenieure sagten mir, dass ich in diesen Rennen ein Auto hatte, das zwischen 0,5 und 0,8 Sekunden pro Runde langsamer war."

Nach der schwachen Debüt-Saison galt Piquet allerdings schon vor diesem Jahr als Wackelkandidat bei Renault.

Einstieg bei BMW Sauber

Angesichts dessen erscheint auch der Einstieg von Piquets Vater Nelson Piquet 2010 als Eigentümer beim BMW-Sauber-Team in einem besonderen Licht:

Mit seinem Engagement möchte Piquet seinem Sohn einen Platz im F-1-Zirkus sichern.

Wie die brasilianische Zeitung "Estado de Sao Paulo" meldet, sollen die Verhandlungen zwischen dem dreimaligen Weltmeister und dem Schweizer Peter Sauber bereits kurz vor dem Abschluss stehen.

In der vergangenen Woche hatte BMW seinen Rückzug nach Saisonende verkündet.

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