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Michael Schumacher würde in Valencia sein 249. Formel-1-Rennen bestreiten © getty

Michael Schumacher steigt zu Probefahrten wieder in den zwei Jahre alten Ferrari. Eine ärztliche Entscheidung steht an.

München - Über Michael Schumachers Formel-1-Comeback ziehen sich immer dunklere Wolken zusammen.

Sein Manager Willi Weber, die enge Vertraute Sabine Kehm und sogar die Ärzte fürchten ernsthaft um die Gesundheit des Rekord-Weltmeisters.

Dennoch steigt der 40-Jährige am Dienstag und Mittwoch zu Testfahrten wieder in den zwei Jahre alten Ferrari F2007.

"Momentan ist geplant, dass Michael in Mugello fahren wird", sagte Sprecherin Kehm laut "dpa".

Nach den Testfahrten sollen die Ärzte noch in dieser Woche entscheiden, ob Schumachers Gesundheitszustand überhaupt eine Rückkehr ins Rennauto unter Wettkampfbedingungen zulässt.

Produktionsstopp für Schumi-Artikel

Daher verhängte Weber jetzt einen Produktionsstopp für die geplanten neuen Merchandising-Artikel, da Schumachers Nackenverletzung das Comeback ins Rennauto platzen lassen könnte.

"Solange die Rückkehr nicht zu hundert Prozent steht, werden wir nichts produzieren", sagte Weber der Fachzeitung "Auto Bild Motorsport".

Halswirbelbruch nicht auszuschließen

Über die Schwere der Nackenverletzung kann nur spekuliert werden, sogar ein Halswirbelbruch ist nicht länger auszuschließen. Schumacher selbst schweigt dazu, Äußerungen aus seinem Umfeld lassen alles noch geheimnisvoller erscheinen.

"Es war ein schwerer Unfall. Aber es gibt keinen Grund, der Öffentlichkeit irgendwelche Details zu verraten", sagte seine langjährige Pressesprecherin Sabine Kehm der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Motorrad-Unfall mit Folgen

Schumacher soll beim nächsten Formel-1-Rennen am 23. August in Valencia und möglicherweise für den Rest der Saison den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa (Brasilien) ersetzen

Noch aber steht die Startampel für den siebenmaligen Weltmeister auf Rot. Schumacher muss jetzt die Ärzte von seiner Fitness überzeugen und vor allem beweisen, dass der bei einem Motorrad-Unfall im Februar lädierte Nacken den Belastungen in einem Formel-1-Auto standhält.

Einschränkung bei Nackenbewegung

Noch Wochen nach dem Unfall deutete mehr auf Sportinvalidität als auf eine Rückkehr ins Rennauto. "Ich bin gesundheitlich einfach nicht in der Lage, überhaupt zu fahren", sagte Schumacher.

Er könne zurzeit gerade mal Rad fahren, begründete er im April seine Absage für den Lauf zur Motorrad-DM auf dem EuroSpeedway Lausitz: "In dem Moment, in dem ich den Nacken schnell bewegen muss, bin ich dort eingeschränkt."

Vielleicht liege es ja am Alter, dass es jetzt langsamer heile, mutmaßte der 40-Jährige.

Schumi hat das letzte Wort

Eigentlich sollten nach Angaben der Sonntags-"FAZ" die Ergebnisse der medizinischen Untersuchungen bereits vorgelegen haben. Doch nun heißt es plötzlich, dass es noch ein paar Tage dauert, bis Klarheit herrscht.

"Erst, wenn alle Untersuchungsergebnisse vorliegen, können wir eine Entscheidung treffen. Das letzte Wort liegt allerdings bei Schumacher", sagt Johannes Peil, Leiter der Sportklinik Bad Nauheim und betreuender Arzt der Rennfahrer-Legende.

Neue Helme bestellt

Nach dem schweren Unfall von Felipe Massa in Budapest, bei dem der Kopfschutz des Brasilianers wohl Schlimmeres verhinderte, hat Schumacher laut "Bild"-Zeitung drei baugleiche neue Helme (Größe 56, Modell RF1.7) zum Stückpreis von 12.000 Euro bestellt.

Eine Titanscheibe soll in Zukunft verhindern, dass das Visier bei einem heftigen Aufprall abreißen kann.

Erinnerungen an 1997

Weber ist bei seinen Planungen vorsichtig geworden, der Manager verweist auf den wirtschaftlichen Reinfall 1997. Da habe er schon Weltmeister-Mützen produzieren lassen, die er hinterher verbrennen musste.

Damals hatte der Kanadier Jacques Villeneuve dem führenden Schumacher die WM-Krone im Saisonfinale in Jerez/Spanien auf der Zielgeraden entrissen. Weber: "Das hat mich eine Million Euro gekostet."

Weber rechnet mit einer Entscheidung noch in dieser Woche. Der Manager, der an sämtlichen Einnahmen der Marke Schumacher mit 20 Prozent beteiligt ist, hat zahlreiche Fan-Artikel in der Pipeline: "Es wird Comeback-T-Shirts und Comeback-Mützen geben."

"Den Hype mitnehmen"

Weber hofft auf grünes Licht für seinen Schützling, denn der Umsatz mit den Schumacher-Produkten ist seit dessen Rücktritt im Oktober 2006 ins Stocken geraten.

"Natürlich wollen wir diesen Hype mitnehmen", sagt der 67-Jährige: "Seit zwei Jahren kann man von Michael nichts Neues mehr kaufen."

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