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Verschworene Gemeinschaft: Michael Schumacher und Luca di Montezemolo © getty

Gibt es nach dem geplatzten Comeback eine Hintertür für Michael Schumacher? Ferrari-Boss Luca di Montezemolo schmiedet Pläne.

Von Julian Meißner

München - Nach Michael Schumachers geplatztem Comeback klammert sich Ferrari an den letzten Strohhalm.

Luca di Montezemolo, der Boss der italienischen Edelwagenschmiede, scheint jedenfalls kein Umweg zu weit, den siebenmaligen Weltmeister doch noch in der Formel 1 unterzubringen.

In einem Interview mit der italienischen Zeitung "La Stampa" ließ di Montezemolo nur einige Stunden nach Schumachers Comeback-Absage Hinweise fallen, wie es doch noch zu einer Wiederkehr des Rekordchampions kommen könnte.

Offenbar wollen die Verantwortlichen der Scuderia in der kommenden Saison drei Autos an den Start bringen - und in einem davon soll Schumacher sitzen.

Klare Ansage

Di Montezemolo in "La Stampa": "Wir werden weiter kämpfen, bis jedes Team in der nächsten Saison das Recht hat, mit drei Autos zu starten."

Eines davon wäre für Schumacher - schon vor der Absage des Comebacks hatte di Montezemolo zugegeben, dass er für Schumacher gerne ein drittes Auto an den Start bringen würde.

Pressekonferenz am Mittwoch

Ob Schumacher überhaupt erwägt, je wieder ein Formel-1-Auto zu fahren und ob dies unter dem Aspekt der Gesundheit 2010 möglich wäre, ist jedoch unklar.

Am Mittwoch wird er um 14 Uhr in Genf eine Pressekonferenz geben und dabei wohl auch über seine weiteren Pläne sprechen.

"Kleiner Motorradunfall"

Di Montezemolo äußerte sich enttäuscht über Schumachers Absage, zeigte aber Verständnis für dessen Entscheidung. "Er hatte diesen kleinen Motorradunfall im Februar. Bei den ersten Runden in Mugello fühlte er, dass etwas nicht in Ordnung ist. Und mit der Gesundheit ist nicht zu spaßen."

"Kleiner Motorradunfall" ist jedoch deutlich untertrieben. Schumachers Manager Willi Weber hat zugegeben, dass es sich bei dem Zweirad-Unfall im spanischen Cartagena um den schwersten Crash in der Motorsportkarriere Schumachers gehandelt hat.

Schlimmer als Silverstone

Und 1999 in Silverstone war Schumacher mit seinem Ferrari ungebremst in die Reifenstapel gerast und hatte sich immerhin das rechte Bein gebrochen.

Die "Bild"-Zeitung berichtet nun, Schumacher habe sich nach dem Motorrad-Unfall sogar in Lebensgefahr befunden. Der 40-Jährige habe einen Schädelbruch und einen Wirbelbruch erlitten. Schumachers Sprecherin Sabine Kehm hatte am Dienstag bestätigt, dass auch eine Arterie verletzt worden war.

Alt, aber außerirdisch

Dennoch sei die Grundidee, Schumacher nach dem Ausfall Felipe Massas zu einem Comeback zu bewegen, richtig gewesen.

"Wir reden über Michael Schumacher", sagte di Montezemolo: "Er ist zwar 40 Jahre alt, aber immer noch von einem anderen Planeten. Ich ziehe einen älteren Champion einem jüngeren, aber mittelmäßigen Fahrer vor."

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