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Der Italiener Luca Badoer ist seit 1997 Testfahrer bei Ferrari © getty

Nicht Schumacher, sondern Ferrari-Testpilot Luca Badoer ersetzt Felipe Massa in Valencia. Sport1.de stellt den Italiener vor.

Von Julian Meißner

München - Wer ist eigentlich Luca Badoer? Diese Frage stellen sich seit Michael Schumachers geplatztem Comeback die Formel-1-Fans.

Als feststand, dass der Rekordweltmeister zunächst doch nicht ins Cockpit des F60 einsteigen würde, reduzierte sich die Zahl der Kandidaten für den vakanten Platz in einem der begehrtesten Autos der Königsklasse auf zwei: Badoer und der Spanier Marc Gene.

Die beiden sind seit Jahren bei der Scuderia als Testfahrer angestellt und verfügen über entsprechende Erfahrung, die Wahl von Ferrari-Chef Luca di Montezemolo für den anstehenden Großen Preis von Europa in Valencia fiel letztlich auf Badoer.

Badoer hat schon "als Kind davon geträumt"

Zusammen mit Teamchef Stefano Domenicali habe er beschlossen, Badoer die Möglichkeit zu geben, "nach vielen Jahren wertvoller Arbeit als Testpilot für die Scuderia zu fahren", sagte di Montezemolo.

"Schon als Kind habe ich davon geträumt, für Ferrari Rennen zu fahren. Dieser Wunsch geht nun in Erfüllung", sagte Badoer, der ein echter Formel-1-Haudegen ist.

Der heute 38-jährige Italiener aus Treviso debütierte 1993 in Südafrika für Lola der Formel 1 - ebenso wie Rubens Barrichello, den er in Spanien als ältesten Piloten des Feldes ablösen wird.

Badoer Schumi sehr nahe

Insgesamt bestritt Badoer, der mittlerweile seit zwölf Jahren für die Scuderia testet, in den Neunzigern 48 Grands Prix für Lola, Minardi und Forti. Dabei holte er jedoch keinen einzigen Punkt.

"Für Michael tut es mir wirklich sehr leid, weil ich weiß, wie sehr er sich die Rückkehr gewünscht hat", äußerte Badoer sein Bedauern: "Das sage ich als sein Freund und sein Fan."

Er sei Schumacher bei seinen Vorbereitungen auf das letztlich gescheiterte Comeback sehr nahe gewesen: "Wir standen in den letzten tagen in Kontakt und sind letzte Woche in Lonato zusammen Kart gefahren."

"Katastrophe" für Ferrari

Viel Experten, darunter auch Ex-Weltmeister Niki Lauda, sprechen Badoer jedoch die Renntauglichkeit ab.

"Für Ferrari ist das die größte Katastrophe. Statt Badoer könnte ich auch fahren und ich würde nur hinterher fahren. Der ist seit zehn Jahren keinen Grand Prix mehr gefahren und einfach nicht gut genug", sagte der Österreicher bei "Ö3".

"Keine Probleme" bei Badoer

Im Interview mit Sport1.de hatte Lauda nach Schumachers Comeback-Ankündigung gesagt, dieser sei "zehnmal besser als Badoer und Gene zusammen".

Badoer, der sein letztes Formel-1-Rennen 1999 in Japan bestritt, ist zuversichtlich: "Auch wenn die Regeln für uns Testfahrer nicht mehr viele Runden zulassen, habe ich mich vorbereitet, unter allen Umständen bereit zu sein - so wie ich es in den letzten Jahren getan habe. Und ich bin schon eine Weile in diesem Geschäft."

Nach Felipe Massas Unfall habe er sein Programm intensiviert und werde daher "keine Probleme" haben.

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