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Sebastian Vettel hat in der WM 25 Punkte Rückstand auf Jenson Button © getty

Sebastian Vettel gerät angesichts der Motorenmisere in Not. Die Entscheidung für 2010 steht bevor, die Akte KERS wird geschlossen.

Von Julian Meißner

München - Sebastian Vettel und die Renault-Motoren: Eine Liebesbeziehung wird die Liaison zwischen dem Hessen und den französischen Aggregaten wohl nicht mehr.

Die Anfälligkeit der Triebwerke bringt Deutschlands WM-Hoffnung vom Red-Bull-Team gehörig ins Schwitzen.

Schon vier Motoren des "Createur d'Automobiles" gaben in dieser Saison im Heck von Vettels RB5-Boliden den Geist auf, zuletzt in Valencia gleich zwei an einem Wochenende. Zwei weitere sind schon zu stark belastet worden, als dass sie für den Renneinsatz tauglich wären.

Vettel, der in der WM nach der Nullnummer von Valencia auf Rang vier zurückgefallen ist, muss nun mit Strafversetzungen im weiteren Saisonverlauf rechnen (NACHBERICHT: WM für Vettel in weiter Ferne).

Denn nur acht Triebwerke dürfen laut aktuellem Reglement in einer Saison verwendet werdet - bleiben noch zwei für sechs Rennen.

Entscheidung für 2010 steht an

"Das wird kaum reichen", fürchtet Vettel, dessen Team nun zudem vor der Entscheidung in der Motorenfrage für 2010 steht.

Bis Ende August werde man sich entscheiden, ob man bei Renault bleibt oder Mercedes als Partner ins Boot holt, sagte Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko.

"Es gibt gute Argumente sowohl für die Verlängerung mit Renault als auch für einen Wechsel zu Mercedes", so Marko in den "Salzburger Nachrichten".

"Fakten, die man nicht ignorieren kann"

Fest steht, dass man mit der aktuellen Situation unzufrieden ist. Marko: "Natürlich gibt es Fakten, die man nicht ignorieren kann. Sebastian hatte vier Motorschäden in diesem Jahr, zwei davon traten am letzten Wochenende auf. Die sechs Mercedes-Fahrer hatten keinen einzigen."

Momentan sind neben den zwei McLaren-Boliden auch Brawn GP und Force India mit schwäbischem Motor unterwegs.

"So kann man keine Rennen mehr, geschweige denn die WM gewinnen", stöhnt Red-Bull-Teamchef Christian Horner angesichts der Motoren-Misere.

Renault billiger als Mercedes

Doch auch das liebe Geld wird bei der Entscheidung zwischen Renault und Mercedes eine Rolle spielen. Laut "Auto, Motor und Sport" wäre ein Deal mit Renault deutlich günstiger und schließt zudem Total als Benzinlieferanten mit ein.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestätigte am Dienstag in einer Telefonkonferenz , dass man in der Lage sei, 2010 noch ein weiteres Team mit Motoren auszurüsten.

Mit den Verhandlungspartnern habe man jedoch Stillschweigen über den Fortschritt der Gespräche vereinbart - es sind also auch andere Teams im Rennen.

Akte KERS geschlossen

Das Thema Energierückgewinnungssystem hat man bei Red Bull dagegen wohl zu den Akten gelegt. "Wir werden KERS in dieser und in der nächsten Saison nicht benutzen", sagte Marko: "Ein Einführung zu diesem Zeitpunkt würde zu viele Risken bergen."

Für 2010 haben sich die FOTA-Teams ohnehin darauf geeinigt, KERS nicht zu benutzen. Horner hatte vor dem Europa-GP noch erklärt, man denke über den Einbau des Turbo-Boosts weiter nach.

Renault erwägt seinerseits einen KERS-Einsatz beim übernächsten Rennen in Monza, wo das System "einen echten Vorteil bringt", so Technikchef Bob Bell.

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