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Sebastian Vettel wird in Belgien seinen 38. Grand Prix bestreiten © getty

Aufgrund des Motorenmangels wird Deutschlands WM-Hoffnung freitags weniger fahren: "Das Letzte, was ich will, ist eine Strafe."

Spa - Den Frust schnell verdaut, das Vertrauen in die eigene Stärke wiedergefunden: Sebastian Vettel will in Spa seinen Erfolgsweg mit Red Bull konsequent fortsetzen, um nicht erst in den kommenden zwei Jahren die Früchte seiner Arbeit zu ernten.

"Ich glaube an mich und an uns als Team. Wir haben nur ein Ziel", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Belgien (Quali, Sa. 13.45 Uhr LIVE).

Trotz des Ausfalls in Valencia , dem zweiten in Folge, und 25 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jenson Button (47:72) kommt es für Vettel nicht infrage, den WM-Kampf aufzugeben.

"Nein, niemals, auch wenn es schwieriger wird", meinte der 22-Jährige, der sich selbst am vorigen Sonntag nichts vorzuwerfen hatte. "Es wäre schlimmer, wenn ich das Auto in die Wand geklatscht hätte", sagte Vettel, der daher nicht lange Frust schob.

"Genau auf die Motoren schauen"

Eine Erklärung, warum die Motorschäden - insgesamt schon sechs bei maximal acht erlaubten Triebwerken - gehäuft bei ihm auftreten, haben unterdessen weder das Team noch Vettel. "Vielleicht gebe ich zuviel Gas", meinte der Hesse mit einer Portion Galgenhumor.

Zwar bestehe die Möglichkeit, im Saisonendspurt noch bereits verwendete Renault-Triebwerke einzusetzen, "aber es hilft definitiv nicht", sagte der Red-Bull-Pilot: "Genauso nur noch zwei neue Motoren zur Verfügung zu haben. Wir müssen jetzt genau auf uns und die Motoren schauen."

Lieber Kaffe trinken

Als Reaktion auf die Motoren-Knappheit wird Vettel ab sofort freitags im Freien Training deutlich weniger fahren.

"Das Letzte, was ich will, ist eine Strafe. Natürlich ist das kein Vorteil, aber es ist besser, mal einen Kaffee zu trinken, als zehn Startplätze zu verlieren", verriet er am Donnerstag auf der offiziellen Pressekonferenz.

Vorfreude auf den Klassiker

Angesichts der Tatsache, dass Button erneut schwächelte und nur zwei Punkte holte, ärgerte er sich dennoch darüber, in Valencia "eine mögliche Chance nicht wahrgenommen zu haben. Wir wollen es beim nächsten Mal besser machen, also am Sonntag."

In Spa, auf einer Strecke, auf die sich Vettel fast wie ein kleiner Junge freut.

"Die Strecke ist eine der Besten überhaupt. Es macht unheimlich viel Spaß und ich freue mich. Außerdem glaube ich, dass der Kurs in Spa mit seinen schnellen Kurven unserem Auto besser liegt als beispielsweise die Strecke in Valencia", meinte er.

Da wünscht er sich noch nicht einmal das typische belgische Regenwetter: "Das Wetter kann sein, wie es will, denn das Auto ist gut."

Langfristige Planung

Und sollte es trotz allem am Ende der Saison nicht zum Titel reichen, will Vettel nach seiner vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2011 im nächsten Jahr einen neuen Anlauf nehmen.

"Red Bull ist siegfähig, das haben wir in diesem Jahr schon bewiesen. Es läuft in die richtige Richtung, und ich bin fest davon überzeugt, dass wir noch vieles erreichen können", sagte er.

Berger: Richtige Entscheidung

Auch Vettels früherer Förderer Gerhard Berger ist davon überzeugt, dass Vettel mit der Entscheidung für Red Bull und vorerst gegen Top-Teams wie Ferrari oder McLaren-Mercedes auf das richtige Pferd gesetzt hat.

"Er fühlt sich in der Red-Bull-Familie wohl. Adrian Newey bleibt, Vettel hat das momentan schnellste Auto, das nur noch standfest werden muss. Das sind sehr gute Voraussetzungen für die Zukunft", sagte Berger: "Deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass diese Verlängerung die geschickteste Lösung war."

Zumal Vettel auch schon angedeutet hat, nach Ablauf des Vertrages "noch lange keine grauen Haare" zu haben.

Von Vettel begeistert

Generell hält Berger Vettel für eine "Persönlichkeit und einen tollen Kerl".

"Ich mag den Burschen einfach. Neben seinen tollen Leistungen und seinem großen Potenzial ist sein Auftreten einfach wohltuend", sagte der Österreicher, der am Donnerstag 50 Jahre alt wurde und Vettels weiteren Werdegang noch genau verfolgt: "Wenn man erfolgreich sein will, braucht man solche Leute."

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