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Luca Badoer setzte seinen F60 in der Quali zum Belgien-GP ins Kiesbett © imago

Alles spekuliert über die Ablösung für Luca Badoer im Ferrari. Der Italiener ist zuversichtlich, dass er beim Heim-GP punkten kann.

Von Julian Meißner

München - Das Rennen der beiden Ferrari-Piloten beim Großen Preis von Belgien hätte unterschiedlicher nicht verlaufen können.

Kimi Räikkönen fuhr nach einer unwiderstehlichen Vorstellung als Erster über die Ziellinie und bescherte der Scuderia ihren ersten Saisonsieg .

Luca Badoer kam als abgeschlagener Letzter über eineinhalb Minuten nach seinem Teamkollegen ins Ziel.

Selbst Williams-Pilot Kazuki Nakajima hatte als Vorletzter noch über 45 Sekunden Vorsprung auf den 36-Jährigen aus Treviso.

Die Ablösung Badoers als Ersatz für den in Ungarn verunglückten Felipe Massa scheint nach zwei unterirdischen Rennen nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Punkte als neue Zielsetzung

Doch der langjährige Ferrari-Tester geht offenbar davon aus, dass er auch beim Heimspiel in Monza in zwei Wochen im F60 Platz nehmen darf.

"In Monza fange ich an, die Punkte anzuvisieren. Ich bin sicher, dass ich dort ein gutes Ergebnis erzielen kann. Es ist eine der Strecken, auf denen wir viel testen. In Mugello, Fiorano und Monza könnte ich mit geschlossenen Augen fahren", erklärte Badoer am Sonntag in Spa.

Sein Fazit des Belgien-GP: "Das Wochenende war im Großen und Ganzen positiv. Ich habe nun viel mehr Erfahrung als in Valencia. Jetzt fühlt es sich an, als wäre ich schon immer Rennen in der Formel 1 gefahren."

Letzter im Siegerauto

Badoer hatte in der spanischen Hafenstadt nach zehnjähriger Grand-Prix-Pause einen kläglichen Eindruck hinterlassen, der Europa-GP war dem "Oldie" jedoch von vornherein als Eingewöhnungsrennen zugestanden worden.

Doch in Belgien sah es nun nicht viel besser aus: Letzter in der Quali, Letzter im Rennen - und das im Siegerauto.

Badoer sagte jedoch: "Mit diesem Rennen bin ich bereit. Ich fühle mich wohl, habe ein gutes Gefühl für das Auto und denke, dass ich in Monza ein gutes Resultat erzielen werde. Es ist mein Heimatkurs. Ich habe eine Menge Erfahrung und ich denke, dass der Ferrari dort immer noch mein Auto sein wird."

Lauda fordert Fisichella

Nicht alle teilen die Zuversicht des Italieners. Ferrari-Legende Niki Lauda forderte schon vor dem Rennen in Spa, Giancarlo Fisichella für Monza ins Ferrari-Cockpit zu setzen. Viele Experten sind ebenfalls der Meinung, dass Badoer seine Chance hatte und sie nicht genutzt hat.

Ferrari wird zunächst abwarten, welches Ergebnis eine weitere medizinische Untersuchung Massas hervorbringt. Ein Einsatz des Brasilianers vor seinem Heimspiel im Sao Paulo im Oktober scheint jedoch höchst unwahrscheinlich.

Entscheidung in drei Tagen

Teamchef Stefano Domenicali sagte am Sonntag der Presse: "Wir werden in den nächsten drei Tagen mitteilen, was wir für die nächsten Rennen tun werden."

Und weiter: "Wir werden überprüfen, wann Felipe Massa zurückkehren kann und welche Perspektiven Ferrari im Kampf um den Konstrukteurstitel noch hat."

Einen vorzeitigen Wechsel Fernando Alonsos zur Scuderia schloss Domenicali aus.

Damit ist Fisichella, der gerade in Spa mit Force India einen sensationellen zweiten Platz erreichte, weiter der heißeste Kandidat.

Gerüchten zufolge soll er am Dienstag als neuer Einsatzfahrer präsentiert werden. Fisichella: "Es wäre ein Traum."

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