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Felipe Massa wurde im Qualifying von Ungarn von einer Rad-Feder am Kopf getroffen © getty

Nach einer Untersuchung des Brasilianers und einer zweiten OP schreibt Ferrari ein schnelles Comeback ab. Ein Ersatz fehlt.

Von Marc Ellerich

München - Das Formel-1-Comeback von Felipe Massa ist nach einer medizinischen Untersuchung in den USA in weite Ferne gerückt.

Zumindest im Jahr 2009 wird der Brasilianer, der vor einem Monat beim Grand Prix von Ungarn von einer Metall-Feder am Kopf getroffen wurde und schwer verunglückte, für sein Ferrari-Team kein Rennen mehr fahren.

Dies teilte der Rennstall nach einem Besuch des WM-Zweiten von 2008 bei einem Spezialisten des Jackson Memorial Hospital in Miami mit.

Weitere Operation

Ferrari bezeichnete das Untersuchungsergebnis als sehr erfreulich, musste allerdings die verzögerte Rückkehr seines Piloten einräumen. Erst beim Start der neuen Saison könne das Team wieder "einhundertprozentig auf Felipe zählen".

Auch Massa wollte nicht über eine schnelle Rückkehr in den roten Renner spekulieren: "Machen wir einen Schritt nach dem anderen", bat er um Geduld.

Gleichzeitig gaben beide Seiten bekannt, dass sich der Rennfahrer in Kürze einer weiteren Operation an seinem Kopf unterziehen wird.

Spekulationen über den Ersatz

Massa spielte den Eingriff herunter. "Nach der kleinen Operation" wolle er wieder mit dem Training beginnen, um sich in Form zu bringen. Offenbar handelt es sich um eine plastische OP an der durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogenen Stelle am Kopf.

Die Nachricht dürfte die Spekulationen über Massas Vertretung in den kommenden Rennen erneut anheizen.

Sein Vertreter Luca Badoer machte - nachdem das zunächst geplante Schumacher-Comeback geplatzt war - in den letzten beiden Rennen keine gute Figur.

Seine Ablösung scheint beschlossene Sache zu sein (Badoer kämpft um sein Cockpit).

Alonso sagt ab

Fernando Alonso, um den sich zuletzt die lautesten Gerüchte rankten, wird den Italiener beim prestigeträchtigen Heimrennen der Scuderia in Monza allerdings nicht vertreten (Stunde der Wahrheit in Monza).

Der spanische Renault-Pilot, der zuvor stets als heißer Kandidat für das kommende Jahr gehandelt wurde, erteilte einem Ad-hoc-Transfer gegenüber dem Radiosender "Cadena Ser" eine Absage. Er werde Badoers Platz beim nächsten Rennen in zwei Wochen in Monza "sicher nicht" einnehmen.

Dementi von BMW-Sauber

Umgehend wurde von der italienischen "Gazzetta dello Sport" der Pole Robert Kubica ins Spiel gebracht. Das Dementi des BMW-Sauber-Teams folgte ebenso rasch: "Absolut kein Thema."

Auch eine schnelle Verpflichtung des am Wochenende beim Belgien-Grand-Prix in Spa sensationell zweitplatzierten Giancarlo Fisichella ist offen (Räikkönen siegt in Spa).

Es gebe keine Anfrage von Ferrari, teilte das indische Force-India-Team am Montag mit, Teambesitzer Vijay Mallya sprach sich gegen einen Wechsel aus.

Eine Frage des Geldes

Allerdings scheint es in Fisichellas Fall vor allem um die Höhe der Ablöse zu gehen. Stimmt der Preis, dürfte der Italiener wohl gehen. Zumal Force India den Italienern 4,3 Millionen Euro schuldet, wie "Motorsport-aktuell" berichtet.

Laut "Autosport.com" will Ferrari über die Cockpit-Vergabe innerhalb der nächsten zwei Tage entscheiden.

Der Zeitdruck steigt also, den Richtigen haben die Roten noch nicht an Bord.

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