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Felipe Massa kam nach der Saison 2005 von Sauber Petronas zu Ferrari © getty

Felipe Massa unterzieht sich einer Operation bei einem plastischen Chirurgen. In der WM sieht er Button auf dem absteigenden Ast.

Mailand - Felipe Massa hat sich rund sechs Wochen nach seinem schweren Unfall einer Operation bei einem plastischen Chirurgen unterzogen.

Wie sein Rennstall Ferrari am Montagabend auf seiner Internetseite mitteilte, sei der viereinhalbstündige Eingriff in Sao Paulo im Bereich des Gesichts erfolgreich gewesen.

Massa könne demnach nach einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus seine Rehabilitation im Hinblick auf ein Comeback in der kommenden WM-Saison fortsetzen.

Massa war im Qualifying zum Großen Preis von Ungarn am 25. Juli in Budapest durch eine herumfliegende Stahlfeder am Helm getroffen und am Kopf schwer verletzt worden.

Keine Zweifel am Comeback

In den letzten beiden Rennen wurde der Brasilianer durch Luca Badoer ersetzt. In den letzten fünf Saisonrennen wird der Italiener Giancarlo Fisichella in Massas Ferrari-Cockpit sitzen.

Massa stellte unterdessen in einem Interview klar, dass er trotz der Schwere des Unfalls keinen Moment an seinem Comeback gezweifelt habe.

"Wenn ich nicht fahren kann, bin ich nicht die gleiche Person. Seit ich ein kleiner Junge bin, ist dies mein Leben", sagte er dem englischen "Guardian".

Titanplatte verzögert Rückkehr

Bei der viereinhalbstündigen Operation, die am Montag im Albert-Einstein-Hospital in Sao Paulo durchgeführt wurde, wurde Massa eine Titanplatte im Bereich des Schädels eingesetzt.

Diese ist es, die eine frühere Wiederkehr des Brasilianers ins Cockpit verhindert.

"Eigentlich bin ich o.k.", erläuterte Massa: "Das einzige Problem ist die Operation, bei der ein Teil des Knochens im Kopf ersetzt wurde. Dieser war komplett zerstört. Ein normaler Mensch kann so problemlos leben. Aber wenn ein Fahrer mit diesem Problem einen Unfall hat, ist die Rehabilitation schwieriger."

Auftritt in Sao Paulo

Massa will bei seinem Heim-Grand-Prix in Sao Paulo erstmals wieder öffentlich auftreten: "Es wird schwer zuzuschauen, aber ich werde da sein."

Beim Saisonfinale am 1. November in Abu Dhabi würde er - wenn es nach ihm ginge - schon wieder fahren. "Sobald mir die Ärzte grünes Licht geben, werde ich ins Auto steigen. 2010 werde ich bestimmt wieder dabei sein, es wäre aber ein Traum, schon in Abu Dhabi zu fahren", sagte er der Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera".

Außerdem plant er, sich in Zukunft für die Sicherheit der Piloten einzusetzen. "Wir müssen hier nach Verbesserungen suchen", sagte Massa, der sich zu diesem Zwecke an Renndirektor Charlie Whiting, die FIA und die Fahrer wenden will: "Wir alle müssen zusammenarbeiten."

"Rubens hat noch fünf Rennen"

Was die aktuelle Situation in der WM angeht, sieht Massa seinen Landsmann Rubens Barrichello, der in Ungarn besagte Feder verloren hatte, in einer komfortablen Situation.

"Rubens hat fünf Rennen, um 16 Punkte aufzuholen", sagte Massa über seinen Freund und Landsmann, dessen Teamkollege Jenson Button die WM mit 72 Zählern anführt.

Massa war 2008 mit sechs Punkten Rückstand auf Lewis Hamilton ins letzte Saisonrennen gegangen und wäre um ein Haar fast noch Weltmeister geworden.

Kommt Button mit dem Druck nicht klar?

"Es ist eine große Möglichkeit, aber es hängt alles von Jenson ab", sagte Massa: "Wenn Jenson so weitermacht, wird das Rubens eine Menge helfen."

Button hatte nach sechs Siegen in den ersten sieben Rennen im zweiten Saisondrittel viel seines Vorsprungs eingebüßt.

Massa: "Meiner Meinung nach fällt Jenson des Drucks wegen ab. Das ist der einzige Grund."

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