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Fernando Alonso wurde 2005 und 2006 Formel-1-Weltmeister © getty

Fernando Alonso kehrt Renault den Rücken. Gibt Ferrari den Wechsel in Suzuka bekannt. Kehrt Kimi Räikkönen zu McLaren zurück?

Von Marc Ellerich

München - Der Wechsel von Doppel-Weltmeister Fernando Alonso vom Renault-Team zur Scuderia Ferrari ist offenbar nur noch eine Frage von Tagen.

Schon vor dem Italien-Grand-Prix vor zwei Wochen in Monza war heftig über eine Bekanntgabe des spektakulären Transfers spekuliert worden. Offenbar hakte der Deal seinerzeit, da die Modalitäten des Abschieds von Kimi Räikkönen von den Roten noch nicht ausverhandelt waren.

Der Iceman, nicht der derzeit verletzte Vorjahres-Zweite Felipe Massa, steht bei Ferrari zur Disposition, besitzt aber einen Vertrag für das kommende Jahr.

Räikkönen zu McLaren?

Doch offenbar sind die Anwälte beider Seiten nun den entscheidenden Schritt weiter gekommen. Immer lauter berichten verschiedene Medien von einer Rückkehr des finnischen Iceman zum McLaren-Mercedes-Team, für das Räikkönen bereits von 2002 bis 2006 fuhr.

"Wir halten Kimi immer noch für eines der größten Talente in diesem Sport", sagte dazu McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh.

McLaren-Mercedes müsste für den Finnen keine Ablöse zahlen. Räikkönen erhält von Ferrari angeblich zehn Millionen Euro Abfindung, die Hälfte der ihm noch zustehenden Jahresgage.

Renault bestätigt Abschied

Mit Räikkönens Rückkehr zu den Silbernen wäre das Ferrari-Cockpit für Fernando Alonso endgültig frei.

Bereits am Wochenende beim Nacht-Grand-Prix (BERICHT: Hamilton gewinnt Chaos-Rennen) machte Renault kein Hehl daraus, dass der Spanier im kommenden Jahr nicht mehr im gelben Flitzer sitzen wird (DATENCENTER: Das Rennergebnis).

"Werden ihn vermissen"

Jean-Francois Caubet, Geschäftsführer des französischen Teams, sagte im Fernsehsender "TF1": "Fernando ist Teil der Renault-Familie. Wir werden ihn vermissen, aber er wird uns auch vermissen."

Alonso selbst sagte nach seinem dritten Platz in 156537Singapur: "Die Podiumsplatzierung ändert gar nichts. Ich habe meine Entscheidung gefällt und werde sie euch auch bald wissen lassen."

Und auch bei den Ferrari-Statements konnten interessierte Beobachter ziemlich deutlich zwischen den Zeilen lesen.

"Sobald wir bereit sind, werden wir es euch wissen lassen", sagte Teamchef Stefano Domenicali: "Wir wollen nicht mehr allzu lange warten."

Bekanntgabe in Suzuka

Nun ist nur noch die Frage, wann die prominenten Personalien öffentlich gemacht werden.

Nicht ausgeschlossen scheint, dass Alonsos lange erwartete Ankunft beim legendären italienischen Rennstall bereits am Wochenende beim Japan-Grand-Prix in Suzuka bekannt gegeben wird.

"Das ist möglich, aber nicht garantiert", sagte Domenicali zu "Autosport.com": "Bei solchen Dingen muss man sicherstellen, dass alles in Ordnung sein wird."

Nach Angaben des Fachmagazins "auto, motor und sport" werden Ferrari und Alonso am Donnerstag vor die Presse treten.

Schumi ohne Chance

Dass Rekordweltmeister Michael Schumacher nach seinem geplatzten Comeback jemals wieder für Ferrari fahren wird, ist nach den Personalentscheidungen unwahrscheinlich.

Nach Meinung von McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh werde der siebenmalige Weltmeister niemals gegen Alonso antreten. "Michael weiß, dass Alonso ganz schwer zu knacken ist, und er weiß auch, dass Fernando 13 Jahre jünger ist. Das wird er sich nicht antun", sagte Whitmarsh "auto, motor und sport".

Kubica zu Renault?

Sollte der Alonso-Deal bekannt gegeben werden, würde dies das Wechselkarussell in der Formel 1 ordentlich in Schwung bringen.

Bei McLaren ließ sich Whitmarsh bereits mit dem Satz zitieren, im Team werde es im nächsten Jahr keine klare Nummer eins geben: "McLaren hatte noch nie die Philosophie, eine Nummer eins festzulegen."

Haug: Beste Fahrer holen

Was als weiterer Hinweis auf eine mögliche Ankunft Räikkönens interpretiert werden kann. Denn der Finne käme sicher nicht, um sich von Anfang an dem derzeitigen Weltmeister Lewis Hamilton unterzuordnen.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht trotz der aufreibenden Fahrerpaarung Hamilton/Alonso in der Saison 2007 keine Probleme darin, mit zwei Top-Piloten umzugehen: "Wann immer du die beiden besten Fahrer haben kannst, muss du sie holen."

Haug wollte dies allerdings ausdrücklich nicht als eine Bestätigung des Räikkönen-Deals verstanden wissen.

Als möglicher Nachfolger von Alonso bei Renault wird übrigens BMW-Sauber-Fahrer Robert Kubica gehandelt. Williams-Pilot Nico Rosberg, der als Kandidat für McLaren-Mercedes galt, könnte 2010 für ein neugegründetes "Mercedes-Brawn"-Team fahren, über das seit geraumer Zeit spekuliert wird (Werden die Giftgrünen silbern?).

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