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Erste Entwarnung: Timo Glock hebt beim Abtransport den Daumen © getty

Nachdem er den Japan-GP wegen seines schweren Unfalls verpasst, nimmt Toyota-Pilot Timo Glock schon das nächste Rennen ins Visier.

Suzuka - Von Sebastian Vettels Sieg erfuhr Timo Glock erst im Flieger.

Zusammen mit seinem Manager Hans-Bernd Kamps machte er sich noch während des Rennens von Suzuka auf den Weg zum Flughafen.

Die Beinverletzung nach seinem schweren Unfall 158675(Bilder) wird in den kommenden Tagen in der Sportklinik Bad Nauheim behandelt. Dort lässt sich auch Rekord-Weltmeister Michael Schumacher regelmäßig untersuchen.

"Ich denke, dass ich in zwei, drei Tagen wieder fit bin", sagt Glock und verspricht: "Ganz sicher werde ich in Brasilien wieder angreifen können."

Mit 14 Stichen genäht

Am Montag will er mit dem Training beginnen, um möglichst in Brasilien wieder an seinen zweiten Platz in Singapur anzuknüpfen.

"Es ist eine Schnittwunde am linken Bein, rund sechs Zentimeter lang. Zum Glück sind keine Muskeln oder Bänder verletzt worden. Der Schnitt ist mit 14 Stichen genäht worden", sagte Glock über seine Verletzung.

"Ich habe danach bis 2.00 Uhr in der Nacht mit meinem Physiotherapeuten alles versucht. Aber es war unmöglich, zu fahren, da ich mit dem Bein keine Kraft ausüben kann", so Glock über seinen verpassten Start am Sonntag.

"Es war mein Fehler"

Eine kleine Unachtsamkeit hatte Glock beim Crash-Festival am Samstag den folgenschwersten Unfall beschert. "Es war mein Fehler. Ich hatte die Kurve falsch eingeschätzt", sagte Glock offen und ehrlich.

Seine Analyse: "Ich wollte aus der Runde alles rausholen, hatte dann ein bisschen Übersteuern beim Ausgang und wollte noch viel Schwung mitnehmen. Ich hatte die Situation allerdings unterschätzt und war etwa 50 Zentimeter weniger weit rechts als ich dachte. Dann bin ich mit dem linken Vorderrad aufs Gras gekommen."

Direkt in die Reifenstapel

Die Folge: Glock verlor bei Tempo 220 in der Zielkurve die Kontrolle über seinen Toyota und raste durch ein kurzes Kiesbett nur wenig gebremst in einen Reifenstapel.

Danach war auf Fernsehbildern zu sehen, dass er selbst sein Lenkrad abnahm. Es dauerte allerdings mehr als acht Minuten, bis die Sicherheitskräfte ihn aus dem Auto befreit hatten.

Frontflügel im Monocoque

"Der Aufprall war hart, aber ich konnte meine Beine bewegen und wollte eigentlich aussteigen", sagte Glock. Dann habe er nach unten geschaut und ein Aluminiumteil in seinem Bein gesehen. Ein Teil vom Frontflügel war ins Monocoque eingedrungen.

"Ich sah dann, dass mein Overall aufgeschnitten war und auch die Farbe geändert hatte - von weiß auf blutrot. Da habe ich entschieden, lieber erstmal sitzen zu bleiben und auf den Arzt zu warten. Danach war eigentlich alles Routine."

Mit dem Hubschrauber ins Hospital

Zunächst wurde Glock ins Medical Center gebracht.

Danach ging es mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus nach Yokkaichi, wo bei eingehenden Untersuchungen keine weiteren Verletzungen festgestellt wurden.

Die Wunde wurde gründlich gespült, dann genäht. Nach knapp drei Stunden war Glock wieder im Hotel.

Dass sein Fehler eine Folge der Erkältung vom Freitag gewesen sein könnte, wies Glock zurück.

"Nein. Ich bin schon klar genug im Kopf, um zu wissen, dass man gerade auf so einer Strecke fit sein muss", sagte er: "Ich war fieberfrei, das war kein Problem."

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