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Sebastian Vettel (v. ), hier in Malaysia, spielt mit Kimi Räikkönen regelmäßig Badminton © imago

Wie einst Kimi Räikkönen den Titel an sich riss, so plant Sebastian Vettel sein Finish: "Nicht nachdenken, Gas geben."

Suzuka - Mit viel Rückenwind durch den souveränen Sieg in Suzuka will Sebastian Vettel in den letzten beiden Rennen der Formel-1-Saison das scheinbar Unmögliche noch möglich machen (RECHENSPIELE: So wird Vettel Champion).

Beim Versuch, den Rückstand von 16 Punkten auf WM-Spitzenreiter Jenson Button wettzumachen, nimmt sich der Red-Bull-Pilot aus Heppenheim Kimi Räikkönen zum Vorbild.

"Wer Kimi kennt, weiß, dass er nicht viel denkt und einfach Gas gibt. Ich glaube, das ist genau das, was wir jetzt brauchen", sagte Vettel.

"Iceman" Räikkönen hatte vor zwei Jahren im Schlussspurt sogar 17 Punkte aufgeholt und Buttons britischen Landsmann Lewis Hamilton auf der Zielgeraden noch abgefangen.

Zweiter Platz greifbar

Und nebenbei auch noch dessen damaligen Teamkollegen Fernando Alonso hinter sich gelassen, der vor den letzten beiden Rennen immerhin auch fünf Punkte vor ihm lag.

Buttons Brawn-Kollege Rubens Barrichello (Brasilien) liegt noch zwei Zähler vor Vettel, der damit aus eigener Kraft zumindest Vize-Weltmeister werden kann.

Wer rasiert, verliert

Der 22-Jährige will aber mehr. "Wir wollen beide Rennen gewinnen, und dann schauen wir mal", sagte er. Als äußeres Symbol seiner Entschlossenheit lässt er seinen Bart wachsen, solange er noch im Titelrennen ist.

Im Gegensatz zu Vettel wirkt Button gehemmt. Nach dem schwachen Qualifying und einer selbst verschuldeten Rückversetzung in der Startaufstellung reichte es für den Briten in Suzuka nur zu Platz acht.

Noch zwei solche Auftritte, und der Traum vom Titel, den er nach sechs Siegen in den ersten sieben Rennen fast schon in der Tasche hatte, platzt wirklich noch.

"Rasende Unsicherheit"

"Button ist eine rasende Unsicherheit", urteilte am Montag der "Daily Mirror" über den Briten, der im Endspurt zum Minimalisten wird.

"Egal, was in Brasilien passiert, ich komme auf jeden Fall mit vier Punkten Vorsprung zum Finale nach Abu Dhabi. Es geht darum, keine Fehler zu machen", meinte der 29-Jährige.

Englische Angst vor dem Deja-vu

Vettels Vorteil: Er kann nur noch gewinnen, Button aber alles verlieren. Die Fans in England haben schon Angst vor einem Deja-vu. Ein sechster Platz in zwei Rennen hätte Hamilton 2007 zum Titel gereicht.

Doch der landete in Schanghai in einem Kiesbett an der Boxeneinfahrt und beim Finale in Sao Paulo nur auf Rang sieben, Räikkönen raste mit zwei Siegen zum Titel.

Webber als Gehilfe

Interner Zwist beim Rivalen, wo auch Barrichello noch eigene WM-Ambitionen verfolgt und zumindest beim Heimspiel in Brasilien ganz sicher nicht für Button fahren wird, könnte Vettels Chancen erhöhen.

Der Sonnyboy, der laut Corriere dello Sport "wie ein Engel über die Piste fliegt", kann sich für die letzten beiden Rennen der Unterstützung von Mark Webber sicher sein.

"Wir fahren zunächst für uns selbst", sagte Vettel: "Unterm Strich aber für das Team."

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