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2007 ist seine letzte Saison in der Formel 1, in der er bei 180 Rennen sechs Siege feiert. Sebastian Vettel, damals noch Testfahrer bei BMW, gibt er hier wohl ein paar wertvolle Tips
Toyota-Pilot Ralf Schumacher und BMW-Testfahrer Sebastian Vettel 2007 in Frankreich © imago

Ralf Schumacher hält nichts von Vergleichen des Shootingsstars mit seinem Bruder. Dessen Schuhe seien ein Paar Nummern zu groß.

München - Zuletzt in Suzuka war Ralf Schumacher als rasender Formel-1-Reporter unterwegs, an diesem Wochenende sitzt er auf dem Sofa und drückt Sebastian Vettel vor dem Fernseher die Daumen.

"Er ist für mich auch in Sao Paulo ein Siegkandidat. Ob es aber zum WM-Titel reicht, ist fraglich, denn sein Rückstand ist doch ziemlich groß", sagt der heutige DTM-Pilot vor dem vorletzten Saisonrennen am Sonntag in Brasilien (Quali., Sa., 18.45 Uhr LIVE) .

"Er wird Weltmeister"

Auch wenn er Vettel für einen tollen Typen und guten Rennfahrer hält, kann Ralf Schumacher über die ständigen Vergleiche mit seinem Bruder Michael nur den Kopf schütteln. "Die Nachfolge von Michael wird Sebastian nicht antreten können. Dieser Schuh ist einfach zu groß für ihn, und er wird es auch bleiben", sagt "Schumi II". (DATENCENTER: Der WM-Stand).

Auf Vettels Karriere wird das keinen Einfluss haben. Schumacher: "Er wird weiter um Siege mitfahren und irgendwann mal Weltmeister." (RECHENSPIELE: So wird Vettel Champion)

Kein Absturz im TV

Dass Vettel trotz seiner erst 22 Jahre so cool ist und wie ein alter Hase seinen Job verrichtet, überrascht Schumacher keineswegs. "Er ist ein sehr guter Fahrer, und er hat eines der besten Autos im Feld. Von daher habe ich Sebastian schon auf der Rechnung gehabt", sagt der ehemalige Formel-1-Pilot, der selbst sechs Grand Prix gewann - zwei mehr als Vettel bislang.

Fünf deutsche Rennfahrer, zurzeit zwei Hersteller und TV-Quoten von regelmäßig immer noch sechs bis acht Millionen - der befürchtete Formel-1-Absturz hierzulande ist nach Michael Schumachers Rücktritt 2006 ausgeblieben.

Für Ralf Schumacher ist das keine Überraschung: "Mir war klar, dass das, was Michael losgetreten hat, noch eine ganze Weile anhält."

"Ein toller Typ"

Und solange ein Sympathieträger wie Vettel so erfolgreich sei, werde sich an dieser Situation auch nichts ändern. "Er ist ja nicht nur ein guter Rennfahrer, sondern auch ein toller Typ, der bei den Fans und Medien gut ankommt", sagt Schumacher.

Viele positive Kritiken erhielt Ralf Schumacher nach seinem Job am TV-Mikrophon.

Als Ersatz für Niki Lauda analysierte er in Suzuka das Geschehen hinter und vor den Kulissen in der Formel 1. "Wenn ich keinen Spaß dabei hätte, würde ich es sicher nicht machen. In Japan bin ich ja immer wieder gerne, das hat sich super ergeben."

Und was ist mit einer Festanstellung als rasender Reporter? Schumacher: "Im Moment bin ich DTM-Rennfahrer. Wenn es die Zeit erlaubt, werde ich auch in Zukunft immer wieder mal einspringen. Mehr ist ansonsten aber nicht geplant."

DTM: Von Rennen zu Rennen besser

Priorität hat die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft, und da hat Ralf Schumacher in seiner Mercedes C-Klasse zuletzt in Dijon mit Platz fünf sein bislang bestes Ergebnis eingefahren.

Die Saison habe etwas holprig für ihn angefangen, gibt der 34-Jährige ehrlich zu. Doch zuletzt sei es ganz okay gelaufen: "Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass ich mich von Rennen zu Rennen gesteigert habe. Da merkt man: Das macht Sinn."

Schumacher weiß, dass er noch kein Siegfahrer in der DTM ist.

Keine Eile mit Vertragsverlängerung

"Ein DTM-Auto erfordert einen speziellen Fahrstil. Dem komme ich immer näher, das sieht man auch an den Ergebnissen", sagt er. DTM-Asse wie Timo Scheider oder Gary Paffett hätten ihm halt noch ein Maß an Routine und Erfahrung voraus. Doch er merkt, dass er Fortschritte macht. Schumacher: "Der Speed stimmt."

Ein DTM-Auto zu fahren, mache ihm immer noch großen Spaß. Das ganze Produkt in dieser Rennserie stimme. Und deshalb kann er sich auch gut vorstellen noch ein Jahr dranzuhängen.

Bis wann muss eine Entscheidung fallen? Schumacher: "Ich habe da überhaupt keine Eile. In diesem Jahr habe ich auch erst im Januar unterschrieben. Jetzt fahren wir das Finale in Hockenheim und danach setzen wir uns zusammen und überlegen, wie es weitergeht."

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