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Kimi Räikkönen wechselte 2007 von McLaren Mercedes zu Ferrari © getty

Toyota führt mittlerweile konkrete Verhandlungen mit dem "Iceman". Sollte er 2010 für die Japaner fahren, muss Glock womöglich weichen.

Von Sebastian Binder

München - Die Wechselgerüchte um Ferrari-Fahrer Kimi Räikkönen brodeln erneut hoch.

Nun verhandelt Toyota mit dem Finnen über einen Vertrag für die Saison 2010.

"Wir spielen keine Spielchen", sagte Toyota-Chef John Howett der Presseagentur "Reuters".

"Ich denke, wir können gut zusammenarbeiten. Außerdem können wir ihm ein schnelles Auto geben." Wird der Finne also bald neuer Teamkollege von Timo Glock sein? (DATENCENTER: Alle News zur Formel 1)

"Legen auf den Tisch, was wir uns leisten können"

Diese Entwicklung mutet kurios an, denn vor nicht allzu langer Zeit vernahm man aus dem Toyota-Lager noch andere Töne im Bezug auf Räikkönen.

"Er hat uns einen Preis genannt, der viel zu hoch ist", sagte Howett, "seine Summe kommt für uns nicht infrage."

Mittlerweile ist die Tonlage eine andere: "Wir legen das auf den Tisch, was wir uns leisten können. Wir denken, dass es derzeit ein faires Angebot ist."

Im Fokus steht in dieser Hinsicht vor allem die Abfindung Räikkönens, die durch seinen vorzeitigen Abgang bei Ferrari fällig wird.

25 Millionen von Santander?

Diese beträgt angeblich 25 Millionen Dollar. Die spanische Bank Santander hat sich bereit erklärt, diese Summe zu übernehmen, da der Finne Platz für den Spanier Fernando Alonso macht.

Bedingung ist allerdings, dass Räikkönen zu McLaren-Mercedes wechselt, ebenfalls ein Partner von Santander.

Sollte Räikkönen also zu einem anderen Team wechseln, würde die gezahlte Summe deutlich geringer ausfallen.

Räikkönen will in der Formel 1 bleiben

Gegenüber Toyota hatte der Weltmeister von 2007 wohl zunächst darauf bestanden, ihm die Differenz zu bezahlen. Mittlerweile könnte es allerdings so sein, dass der Finne seine Geldvorstellungen heruntergeschraubt hat.

Räikkönen hatte zuletzt ausdrücklich betont, dass er - ein siegfähiges Auto vorausgesetzt - in der Formel 1 bleiben wolle.

Die Chancen darauf stehen gut, da der "Iceman" momentan der einzige Topfahrer ist, der auf dem Markt ist. 149801(DIASHOW: Die Formel-1-Wechselbörse)

Dennoch sind wahrscheinlich nicht einmal die großen Teams bereit, die astronomischen Gehaltsvorstellungen des Finnen zu erfüllen.

"Keine neuen Entwicklungen"

Lange Zeit sah es danach aus, als würde Kimi Räikkönen seinen Landsmann Heikki Kovalainen bei McLaren Mercedes ersetzen.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug dementierte dies allerdings: "Das stimmt so nicht."

Somit ist Räikkönen der Platz neben Lewis Hamilton also keineswegs sicher. "Keine neuen Entwicklungen an der Front", fertigte Haug dieses Thema lapidar ab.

Glocks Cockpit wackelt

Sollte der "Iceman" also doch zu Toyota wechseln, müsste einer der beiden derzeitigen Piloten weichen. Der Platz von Timo Glock ist selbst nach seinen guten Auftritten in den letzten Rennen ziemlich wacklig.

Toyota verzichtete zuletzt darauf, die Option zur Vertragsverlängerung zu ziehen. Das bedeutet dennoch nicht, dass sich die Japaner von Glock trennen wollen.

"Wir führen weiterhin Gespräche mit unseren beiden Piloten", sagte Howett. Auch für Jarno Trulli ist die Tür also noch nicht zu, obwohl Howett zuletzt meinte, dass er auch gerne "einen jungen Fahrer aufbauen würde."

Wechselbörse dreht sich weiter

Wie sich Räikkönen auch entscheidet, fest steht, dass sich das Fahrer-Karussel bis dahin weiterdreht.

Der Finne gilt als einziger derzeit teamloser Fahrer, der auf jeden Fall einen Platz für die Saison 2010 erhält.

Erst wenn sicher ist, für welchen Rennstall er in der nächsten Saison an den Start geht, wird in das momentane Wirrwarr in der "Wechselbörse Formel 1" etwas mehr Klarheit kommen.

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