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Timo Glock fuhr in seiner Karriere bisher dreimal aufs Podest © imago

Nächster Rückschlag für Timo Glock: Aufgrund des Crashs in Suzuka verpasst der Toyota-Pilot auch das Finale in Abu Dhabi.

München - Die Formel-1-Saison 2010 ist für Timo Glock vorzeitig beendet.

Wegen der Nachwirkungen seines Unfalls von Suzuka muss der 27-Jährige aus Wersau auch auf das Saisonfinale in Abu Dhabi (Qualifying, Sa., ab 13.45 Uhr LIVE) verzichten und wird wie in Sao Paulo vom Japaner Kamui Kobayashi vertreten.

"Ich habe natürlich einen dicken Hals", sagte der enttäuschte Glock: "Ich werde aber trotzdem in Abu Dhabi sein und dem Team dort mit Rat und Tat zur Seite stehen." (DATENCENTER: Alle News zur Formel 1)

Den Rennfahrer Glock wird es aber bei Toyota damit wohl nicht mehr geben.

Angesichts der anhaltenden Spekulationen über den Formel-1-Ausstieg der Japaner und deren Verzicht auf eine per Option mögliche Vertragsverlängerung mit Glock stehen die Zeichen auf Trennung.

Glock wohl auch 2010 in der Formel 1

Glocks Manager Hans-Bernd Kamps ist allerdings zuversichtlich, dass der Hesse auch im kommenden Jahr in der Königsklasse fahren wird.

"Wir hatten fünf Interessenten und verhandeln ernsthaft mit drei Teams", sagte Kamps. Unter anderem war Glock mit Renault und Qadbak, dem Nachfolger seines früheren Teams BMW-Sauber, in Verbindung gebracht worden.

Kamps rechnet mit einer Entscheidung "in den nächsten 14 Tagen". 149801(DIASHOW: Die Formel-1-Wechselbörse)

Toyota keine Option

Damit scheint Toyota keine wirkliche Option mehr zu sein. Denn die Führungsspitze des größten Automobilkonzerns der Welt entscheidet erst am 15. November über den reduzierten Etat für 2010 - oder den von Experten erwarteten Ausstieg.

Glock hatte sich bei seinem schweren Unfall vor drei Wochen im Qualifying des Großen Preises von Japan eine Schnittwunde in der linken Wade zugezogen, die mit 14 Stichen genäht worden war.

Eine spätere Entzündung der Wunde verzögerte die Heilung und verhinderte ein normales Trainingsprogramm. Zudem war ein Rückenwirbel leicht angeknackst, eine Folge des heftigen Aufpralls.

Arzt rät Glock von Comeback ab

Der ehrgeizige Hesse hatte zwar selbst auf die Rückkehr ins Rennauto gehofft.

Sein Arzt Johannes Peil aus der Sportklinik Bad Nauheim, der im August auch Michael Schumacher vom geplanten Formel-1-Comeback abgeraten hatte, hatte allerdings von vornherein eine Pause von maximal acht bis zehn Wochen befürchtet.

"Timo braucht einfach noch 14 Tage", sagte Kamps und berichtete, dass sein Schützling wegen der "kleinen Komplikationen" im Heilungsverlauf erst am vorigen Wochenende, an dem er auch der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft in Hockenheim einen Besuch abgestattet hatte, wieder sein normales Trainingspensum aufgenommen hat.

Am verletzten linken Bein ist noch ein deutlicher Muskelabbau zu erkennen. Daher fiel die Entscheidung in Abstimmung mit dem Team, dass bei der Formel-1-Premiere in der Wüste von Abu Dhabi der 23 Jahre alte Kobayashi zu seinem zweiten GP-Start kommen wird.

Toyota bedauern Saisonaus

"Wir bedauern es sehr für Timo, dass seine Saison, in der er zwei beeindruckende Podiumsplätze geholt hat, auf diese Weise endet", sagte Toyotas Motorsportpräsident John Howett:

"Nach Diskussionen mit Timo und dem Team über den Rat der Ärzte haben wir entschieden, kein Risiko einzugehen und Kamui ins Auto zu setzen."

Glock, GP2-Champion von 2007, belegt in seinem zweiten kompletten Formel-1-Jahr mit 24 Punkten derzeit noch Platz zehn im WM-Klassement, seine besten Rennen fuhr er in Malaysia mit Rang drei und beim zweiten Platz in Singapur.

Kobayashi war in Brasilien nach einem couragierten Rennen, in dem er sich zeitweise Kämpfe mit dem späteren Weltmeister Jenson Button geliefert hatte, auf Platz neun gelandet.

Angesichts von 15, 5 Punkten Rückstand auf Ferrari hat Toyota allerdings nur noch rechnerische Chancen auf Platz vier in der Konstrukteurswertung.

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