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Jenson Button gewann 1991 alle 34 Rennen der britischen Cadet Cart Championship © getty

Der frischgebackene Champion leistet sich ein paar Seitenhiebe gegen seinen WM-Konkurrenten Sebastian Vettel, zeigt aber Respekt.

München - Nach dem erfolgreichen WM-Rennen gegen Sebastian Vettel fühlt sich der Brite Jenson Button als würdiger Formel-1-Weltmeister.

Gegen Rekordchampion Michael Schumacher hätte er sich seiner Meinung nach aber viel schwerer getan als gegen Vettel. "Wenn Schumi Ferrari gefahren wäre, hätte ich es natürlich schwerer gehabt. Er hätte sicher vorn mitgemischt", sagte Button im Gespräch mit der "Bild am Sonntag": "Und wenn er einen Red Bull gehabt hätte, dann erst recht. Michael in einem Red Bull wäre ein härterer Gegner gewesen als Vettel es war." 164382(Bilder: Button setzt sich die Krone auf)

Hilfe durch Vettel

Fragen, ob er nach seiner monatelangen Schwächephase ein würdiger Champion wäre, kann er nicht verstehen.

"Die Leute haben eben nur noch den zweiten Teil der Saison im Kopf. Da hatte ich wirklich Probleme", räumte er ein: "Nach den ersten sieben Rennen aber haben sich alle beschwert, dass die Saison viel zu langweilig wird. Ich galt als unbesiegbar." Man solle ihm sogar dankbar sein, dass er die Saison danach noch so spannend gemacht habe, gerade die deutschen Fans.

Vettel habe ihm beim Gewinn des Titels sogar ein bisschen geholfen, sagte Button (DATENCENTER: WM-Stand).

"Er muss noch lernen"

Der Brite führt das auf die Jugend des Heppenheimers zurück: "Ich war mit 22 ein viel schlechterer Fahrer als jetzt. Nicht unbedingt langsamer, aber lange nicht so clever. Das hat man ja auch an Sebastian gesehen. Er hat genügend Fehler gemacht, das hat mir geholfen."

Der Red-Bull-Pilot sei gut, sehr gut sogar für sein Alter, sagte der 29-Jährige: "Aber man hat gesehen, dass er noch viel lernen muss. Er war nicht die ganze Saison über konstant. Ein Michael Schumacher hätte mit seiner Erfahrung auf jede Situation sofort eine Antwort parat gehabt."

Sein junger Rivale sei am Ende der Saison verkrampft. "Das hat mir geholfen", sagte Button.

Zittern um den Titel

Er gab zu, selbst auch noch sehr um den Titel gezittert zu haben: "Aber ich glaube, dass man es mir nicht so deutlich angemerkt hat. Ich habe versucht, nach außen hin locker zu bleiben. Das ist mir ganz gut gelungen. Aber in mir sah es schon anders aus. Ich habe an diesem Traum gearbeitet, seit ich acht Jahre alt war. Es hätte mich völlig fertiggemacht, wenn ich es dann doch nicht geschafft hätte."

Sein Ziel für 2010 steht auch schon fest: "Ich will nächstes Jahr den Titel verteidigen."

Vorher steht aber noch ein Duell mit Schumacher und Vettel an: Am Dienstag und Mittwoch beim "Race of Champions" im Vogelnest von Peking. "Eigentlich will ich da nur noch Spaß haben. Aber mir ist schon klar, dass mir Michael jetzt zeigen will, was er noch drauf hat", sagte er: "Schließlich bin ich jetzt der Weltmeister. Er wird hundert Prozent geben. Und ich bin hoffentlich rechtzeitig wieder nüchtern."

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