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Kimi Räikkönen fuhr in seinem ersten Formel-1-Jahr 2001 für den Sauber-Rennstall © getty

Kimi Räikkönen will zu McLaren wechseln, die Silbernen wollen den Finnen. Das Problem ist aber wie so oft das Geld.

Von Sebastian Binder

München - Es geht heiß her im Poker zwischen McLaren-Mercedes und Kimi Räikkönen.

Der erste Teil der Geschichte klingt noch relativ simpel: McLaren hat Räikkönen angeblich als absoluten Wunschkandidaten auf der Liste, als Nachfolger von Heikki Kovalainen.

Und auch der "Iceman" will im Falle eines Verbleibs in der Formel 1 erklärtermaßen nur zu den Briten wechseln.

Wo liegt also das Problem? Das ist der komplizierte Teil: Räikkönen fordert neben seiner Abfindung von Ferrari wohl einen zweistelligen Millionbetrag, den die Silberpfeile nicht bezahlen wollen.

Millionenabfindung für Räikkönen

Zum Hintergrund: Unbestätigten Gerüchten zufolge erhält Räikkönen, der bereits zwischen 2002 und 2006 für die Silbernen fuhr, zehn Millionen Dollar Abfindung von Ferrari, wenn er 2010 zu einem anderen Team wechselt.

Laut "auto, motor, sport" wäre es den Italienern gar 17 Millionen wert, wenn er ein Jahr aussetzt oder ganz aufhört. Dies scheint für den Finnen allerdings derzeit nur Plan B zu sein.

Er will auch in der kommenden Saison in der Königsklasse fahren, allerdings stellt er Bedingungen: "Ich fahre nur in einem Auto, mit dem ich um die Weltmeisterschaft kämpfen kann."

McLaren wäre somit die einzige Option, nachdem ihn Ross Brawn als "zu teuer" abgelehnt hatte.

McLaren will nur Zuschuss bezahlen

Die Silberpfeile sind jedoch nicht bereit, dem Finnen das volle Gehalt, das wohl weit über zehn Millionen Dollar liegen dürfte, zu bezahlen.

Stattdessen wollen sie ihm "nur" fünf Millionen überweisen. Das Management des "Icemans" argumentiert hingegen, dass die Abfindung der Scuderia nur ein Extra sei und deshalb auch die volle Gage für den Weltmeister von 2007 fällig werde.

Hinzu kommen Extra-Wünsche Räikkönens, die den McLaren-Bossen ebenfalls nicht gefallen dürften: So will der Finne nur eine stark reduzierte Anzahl an Sponsorenterminen wahrnehmen und in seiner Freizeit Rallyes fahren dürfen.

"Das Team braucht Kimi"

Doch auch der Rennstall weiß, wie man pokert: So kursierten in letzter Zeit die Namen von Jenson Button und Nick Heidfeld als mögliche Teamkollegen von Lewis Hamilton 149801(Bilder: Das Fahrerkarussell).

McLaren will damit wohl auch Räikkönen verdeutlichen, dass er nicht die einzige Option für das Jahr 2010 ist. Einen mächtigen Fürsprecher hat der Finne allerdings in Anthony Hamilton.

"Wenn man Weltmeister werden will, dann braucht das Team Kimi", sagte der Vater des Champions von 2008 angeblich gegenüber "Turun Sanomat".

"Lewis und er würden sich gegenseitig anstacheln."

Durchwachsene Leistungen

Es ist nicht neu, dass der Finne astronomische Gehaltsvorstellungen hat. Auch seine Verhandlungen mit Toyota, als das Team noch für die Formel 1 plante, waren wegen des Geldes letztlich zum Scheitern verurteilt.

"Er hat uns einen Preis genannt, der viel zu hoch ist. Seine Summe kommt für uns nicht infrage", hatte Toyota-Teamchef John Howett damals gesagt.

Die generelle Frage ist ohnehin, ob die Leistungen des "Icemans" in der jüngeren Vergangenheit eine derart fürstliche Bezahlung überhaupt noch rechtfertigen.

Seit seinem Weltmeistertitel 2007 waren die Resultate Räikkönens eher durchwachsen. Fuhr er in seiner ersten Ferrari-Saison noch sechs Siege ein, waren es im Jahr 2008 nur noch zwei.

Am Ende stand immerhin noch Platz drei in der Fahrerwertung.

Katastrophales Jahr 2009

Verglichen damit war das Jahr 2009 eine Katastrophe für Räikkönen. In acht der 17 Rennen holte der Finne keinen Punkt.

Bis auf ein kleines Zwischenhoch, mit dem Sieg in Spa als Überraschungsmoment, fuhr Räikkönen meist hinterher.

So stand ein enttäuschender sechster Rang in der Endabrechnung zu Buche.

Daran ist zwar sicherlich auch Ferrari schuld, die es Anfang des Jahres nicht geschafft hatten, ein siegfähiges Auto zu bauen und dann in der Saisonmitte die Entwicklung für 2009 einfroren.

Doch anstatt zu kämpfen wirkte Räikkönen unmotivert, beinahe gleichgültig.

Ob das seine Karten im Poker mit McLaren negativ beeinflusst, wird sich zeigen, wenn am Ende aufgedeckt wird.

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