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Nick Heidfeld (l.) erreichte mit 19 Punkten in der Saison 2009 nur Rang 13 © getty

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug bestätigt das Interesse am Mönchengladbacher. Doch auch Weltmeister Button ist ein Thema.

München - Kommt wirklich Nick Heidfeld zu den Silberpfeilen? Oder ist sich McLaren-Mercedes doch schon mit Jenson Button weitgehend einig?

Nick Heidfeld steht jedenfalls definitiv auch auf der Liste des britisch-deutschen Formel-1- Rennstalls.

Das bestätigte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug der "dpa": "Auch mit Nick Heidfeld wird gesprochen. Mercedes-Benz unterstützt die Idee, einen routinierten und fähigen deutschen Fahrer zu verpflichten."

Eine Entscheidung soll gleichwohl noch nicht gefallen sein: "Es gibt keinen Grund, die Fahrerbesetzung überstürzt zu klären", meinte Haug 113830(DIASHOW: Das Starterfeld 2010).

Mercedes bevorzugt deutsche Lösung

"Wir müssen uns stets so aufstellen, dass wir Rennen und Meisterschaften gewinnen können, und wenn dies mit deutschem Fahrer gelingen kann - um so besser", so Haug.

Heidfeld, der 1997 seinen ersten Formel-1-Test in einem McLaren- Mercedes bestritten hat, steht für 2010 noch ohne Rennstall da, nachdem sich BMW aus der Formel 1 zurückgezogen hat.

Die Übernahme des Sauber-Teams ist noch immer nicht perfekt, ein Startplatz in der nächsten Saison für Qadbak fraglich.

Ein Engagement bei dem britisch-schwäbischen Team neben Ex-Champion Hamilton wäre die große Chance für Heidfeld, dessen Qualitäten unbestritten sind.

Letzte Sieg-Chance für Heidfeld

Der 32-Jährige träumt weiter vom WM-Titel, wartet jedoch noch auf einen Sieg in der Königsklasse des Motorsports. Die Begierde nach dem silbernen Cockpit, das der Finne Heikki Kovalainen abgeben wird, ist groß.

Ob sich McLaren auf eine Verpflichtung von Heidfeld einlassen würde, ist allerdings mehr als fraglich, auch wenn dies von Mercedes-Seite bevorzugt werden würde 149801(DIASHOW: Das Fahrerkarussell).

Button besucht McLaren-Werk

Zumal Haug ebenso bestätigte, dass Weltmeister Jenson Button sich jüngst das McLaren-Werk in Woking zeigen ließ: "Mir ist bekannt, dass Jenson Button am Freitagabend bei McLaren in Woking war."

Und weiter: "Martin Whitmarsh (Teamchef, Anm. d.Red.) und ich sind auch in Fahrerfragen stets abgestimmt."

Button, der mit seinem Manager Richard Goddard das McLaren-Werk besichtigte, war nach Angaben englischer Medien daraufhin "sehr beeindruckt".

"Kein Problem mit Lewis"

Goddard bestätigte der Zeitung "News Of The World" das konkrete Interesse an einem Wechsel. "Jenson hätte kein Problem damit, Lewis' Teamkollege zu sein", sagte der Manager mit Blick auf Lewis Hamilton, Buttons Landsmann und Vorgänger als Weltmeister, der bei McLaren gesetzt ist.

Goddard ergänzte: "Er würde diese Herausforderung genießen, sofern er sicherstellen kann, dass ihm die Entwicklung des Wagens entgegenkommt."

Button wird bereits seit Wochen mit McLaren-Mercedes in Verbindung gebracht. Zumal die Verhandlungen mit BrawnGP noch immer nicht zu einem Abschluss kamen.

"Forderungen sind nicht unvernünftig"

"Wir sprechen schon seit Monaten mit Brawn über einen möglichen Vertrag für 2010. Wir sind in unseren Forderungen für Jenson nicht schwierig oder unvernünftig teuer", wird Goddard ebenso zitiert. Vielmehr habe man sogar viele Zugeständnisse gemacht.

Das mag indes Auslegungssache sein: Wieso der 29 Jahre alte Button und sein Manager eine so deutliche Gehaltserhöhung fordern, könnte in seiner am 19. November erscheinenden Biografie "My Championship Year" ("Mein Weltmeister-Jahr") klar werden.

Laut "Telegraph" schreibt Button dort: "Am Ende der Saison 2009 habe ich etwa 20 Prozent von dem verdient, was mir gemäß meines einstigen Vertrages mit Honda zugestanden hätte. Es war und ist mir aber egal. Geld bedeutet gar nichts, wenn du die Chance hast, ein Spitzenauto zu fahren und wenn du den WM-Titel im Visier hast."

Britisches Dream Team?

Der Tonfall Richtung Brawn ist so oder so schwer zu deuten: "Jenson hat den allergrößten Respekt vor Ross Brawn und dem Team. Die Gespräche sind sicherlich nicht versiegt", sagte er: "Jenson war seit vielen Jahren unglaublich loyal zu diesem Team und genau deswegen ist die Entscheidung so schwierig."

Buttons bisheriger Teamchef Ross Brawn hatte die Chancen auf ein weiteres Engagement des Weltmeisters vor kurzem bereits mit "99 Prozent" beziffert.

Hintergrund: Honda war nach der letzten Saison ausgestiegen, erst spät übernahm Brawn das Team und erhielt so Buttons Arbeitsplatz.

Räikkönen-Rückkehr weiter möglich

Auch eine Rückkehr von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen gilt als weiterhin möglich.

Der Finne hatte sich schon vor Button in Woking umgesehen, war bereits von 2002 bis 2006 am Steuer eines Silberpfeils - und ist wie Heidfeld noch vertragslos.

Der Weltmeister von 2007 musste seinen Platz bei Ferrari für den zweimaligen Champion Fernando Alonso aus Spanien räumen. Räikkönen hatte klar gestellt, dass nur McLaren-Mercedes eine Alternative für ihn darstelle.

"Noch nichts entschieden"

Sollten Button oder Heidfeld indes den Zuschlag von McLaren-Mercedes bekommen, könnte der "Iceman" ein Jahr pausieren oder in die Rallye- WM wechseln.

"Es ist - wie gesagt- rein gar nichts entschieden", erklärte Haug noch einmal.

Zumal immer noch nicht klar ist, ob die Kombination McLaren-Mercedes auch im Jahr 2010 noch an den Start gehen wird. Es gab in letzter Zeit Spekulationen, dass sich der deutsche Autohersteller von den Briten trennen will.

Sollte dies tatsächlich der Fall sein, wird sicherlich auch über die Fahrerpaarung noch einmal neu verhandelt.

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