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Kimi Räikkönen nahm seit 2001 an 157 Grands Prix teil und gewann bei 18 © getty

Der finnische "Iceman" setzt alles auf die Karte McLaren und verzockt sich. Jetzt will er ein Jahr Pause von der Formel 1 machen.

Von Marc Ellerich

München - Kimi Räikkönen steht für die kommende Saison ohne Vertrag da. Sein Manager Steve Robertson bestätigte gegenüber der finnischen Zeitung "Turun Sanomat" das Scheitern der Verhandlungen mit dem McLaren-Team 149801(DIASHOW: Das Fahrerkarussell).

"Die Option in der Formel 1 war, für McLaren zu fahren oder gar nicht", sagte Robertson: "Kimi und McLaren kamen nicht zu einer Einigung, also wird er nicht auf Formel-1-Niveau fahren ? zumindest nicht nächstes Jahr."

Abschied von Ferrari

Der Weltmeister von 2007, der bei Ferrari einen Vertrag für das kommende Jahr besaß, sich von den Italiener aber üppig abfinden ließ, um das Cockpit für den Spanier Fernando Alonso freizuräumen, wird also mindestens 2010 pausieren.

Es ist eine Entwicklung, die sich abgezeichnet hat. Räikkönen machte nach einer durchwachsenen Saison bei der Scuderia und seinem erkauften Abschied dort früh deutlich, dass er nur bei einem siegfähigen Arbeitgeber unterschreiben würde.

Angebot von Toyota

Offerten, wie die des mittlerweile aus der Königsklasse zurückgezogenen Toyota-Rennstalls, nahm der Schweiger aus Espoo gar nicht ernst.

So lief - mangels anderer Optionen - alles auf eine mögliche Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber McLaren hinaus. Doch diesen setzte Räikkönen - neben hohen Gehaltsvorstellungen - durch extravagante Forderungen wie eine Verringerung der PR-Einsätze und die Freigabe für den Rallye-Sport unter Druck.

17 Millionen Euro Abfindung?

Zusätzlich erschwert wurde eine Einigung durch die Gründung eines eigenen Mercedes-Werksteams, bei dem womöglich mit der Fahrerpaarung Nico Rosberg und Nick Heidfeld ganz auf die deutsche Karte gesetzt wird.

Bei McLaren ist Lewis Hamilton als erster Fahrer fest gesetzt. Britische Zeitungen melden eine Einigung mit Weltmeister Jenson Button als fast perfekt.

Sein Sabbatical wird Räikkönen laut "Motorsport-Total" finanziell üppig versüßt. Laut "Motorsport-Total.com" kassiert der Finne nun die volle Ablöse seines früheren Ferrari-Teams in Höhe von angeblich 17 Millionen Euro.

Formel-1-Einstieg bei Sauber

Hätte der "Iceman" einen anderen Arbeitgeber fürs nächste Jahr gefunden, wären es angeblich sieben Millionen weniger gewesen.

Dass Räikkönen sich trotz des vielen Geldes dennoch nicht ganz freiwillig aus der höchsten Motorsport-Liga verabschiedet, lässt sich aus einem Nebensatz seines Managers schließen.

"Die Formel 1 wird Kimi vermissen", wird Robertson zitiert: "Es hat den Sommer über hart gearbeitet und mit dem Ferrari Dinge angestellt, die nur die besten Fahrer können."

Triumph im Premieren-Jahr

Kimi Räikkönen stieg 2001 beim Sauber-Team in die Formel 1 ein. Er fuhr 157 Grands Prix und gewann 18 davon, den letzen davon in diesem Jahr in Belgien.

Höhepunkt seiner Karriere war der Titelgewinn 2007 in seiner Premieren-Saison für Ferrari.

Dieses Jahr beendete er im über weite Strecken kaum konkurrenzfähigen Ferrari auf Platz sechs (48 WM-Punkte).

2011 an der Seite von Vettel?

Ob der Finne überhaupt in die Formel 1 zurückkehren wird, ist fraglich. "Es gibt keinen Grund. Ich habe ja alles erreicht", hatte der 30-Jährige zuletzt erklärt.

Auf der anderen Seite wird schon spekuliert, dass Räikkönen im übernächsten Jahr im Red Bull an der Seite von Vize-Weltmeister Sebastian Vettel unterkommen könnte, da der Vertrag des Australiers Mark Webber dann ausläuft.

"Das wäre eine Option", sagte Robertson, der keine Probleme für eine Rückkehr seines Schützlings sieht: "Kimi lebt und atmet das Rennfahrerdasein. Ein Jahr Pause ist kein Problem."

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