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Kimi Räikkönen nahm bereits in diesem Sommer an Rallyes teil © getty

Der Finne verabschiedet sich aus der Formel 1 und startet in der Rallye-WM. Er erhält ein Cockpit im Weltmeister-Team Citroen.

München - Kimi Räikkönen wechselt die Fronten.

Der Weltmeister von 2007 verlässt die Formel 1 und fährt 2010 im Citroen-Junior-Team eine Saison in der Rallye-WM. "Das ist eine neue und sehr aufregende Herausforderung", sagte der 30-jährige Finne: "Im Moment haben wir einen Ein-Jahres-Vertrag, und wir werden sehen, wie es in Zukunft weitergeht."

Als Belohnung dafür, dass er das Feld räumt, kassiert Räikkönen von seinem bisherigen ArbeitgeberFerrarieine Abfindung in Höhe von angeblich 17 Millionen Euro.

Schwierig und verschlossen

In Maranello hatte man den als schwierig und verschlossen geltenden "Iceman" nie so richtig gemocht. Schon vor Wochen stand fest, dass er sein Cockpit für den zweimaligen Weltmeister Fernando Alonso räumen muss - nach 157 Grand Prix, 18 Siegen, 16 Pole Positionen, 35 schnellsten Rennrunden und einem WM-Titel ein nicht ganz einfacher Schritt.

Trotz aller Lippenbekenntnisse für Citroen und die Rallye-WM wäre Räikkönen wohl auch ganz gerne in der Formel 1 geblieben, doch die Verhandlungen mit seinem Wunschteam McLaren, für das er bereits von 2002 bis 2006 gefahren war, scheiterten an seinen finanziellen Forderungen.

Gewaltig verzockt

Räikkönen, der im Falle eines Wechsels innerhalb der Formel 1 angeblich "nur" 12 statt 17 Millionen Abfindung von Ferrari bekommen hätte, wollte deutlich mehr Gage als nur die fünf Millionen Euro Differenz und verzockte sich damit gewaltig.

Die Rallye-WM ist für Räikkönen dennoch weit mehr als nur ein Lückenfüller. "Ich wollte schon immer irgendwann in meiner Karriere Rallye fahren, besonders in der WM. Jetzt habe ich die Möglichkeit, das beste Auto überhaupt zu fahren, den Citroen C4", sagte der Finne, in dessen Heimat die rasante Fahrt über Stock und Stein mehr Tradition hat als irgendwo sonst auf der Welt.

Auch Räikkönens älterer Bruder Rami ist seit Jahren erfolgreich in der finnischen Meisterschaft unterwegs.

Rallye-Premiere im August

Dass er in der WM nicht nur den prominenten Gaststar spielen, sondern ganz vorne mitfahren will, hat Kimi Räikkönen im August 2009 bewiesen.

Bei der Finnland-Rallye startete er in einem privat eingesetzten Fiat Grande Punto, schied aber nach einem spektakulären Überschlag an 15. Stelle liegend aus. "Kimi hat schon immer das gemacht, was ihm Spaß gemacht hat", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, einst bei McLaren-Mercedes Räikkönens Chef: "Da kommt er jetzt richtig ans Arbeiten. Eine Rallye-Saison ist terminlich viel umfangreicher als eine Formel-1-Saison."

Spekulationen über Red Bull

Wohl nicht nur deshalb hat sich Räikkönen zunächst nur für ein Jahr verpflichtet. Spekulationen zufolge könnte der Finne 2011 bei Red Bull, das Hauptsponsor des Citroen-Junior-Teams ist, als Teamkollege von Sebastian Vettel in die Formel 1 zurückkehren.

Für Citroen wird er mit Beifahrer Kaj Lindström im Team mit dem Franzosen Sebastien Ogier fahren und 2010 insgesamt 12 der 13 WM-Läufe bestreiten.

Räikkönen erhält das gleiche Auto wie Rekordweltmeister Sebastien Loeb aus Frankreich, der weiterhin gemeinsam mit dem Spanier Dani Sordo das Werksteam der Franzosen bildet.

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