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Im November gewann Michael Schumacher das Kart-Rennen von Forianopolis © imago

Noch will sich Michael Schumacher zu einem angeblichen Comeback bei Mercedes nicht äußern. Dafür sagen andere Piloten ihre Meinung.

Kerpen - Das sensationellste Comeback der Formel-1-Geschichte rückt näher, die Fans sind elektrisiert, und nicht einmal Michael Schumacher selbst dementiert: Im heißen Flirt zwischen dem Rekord-Weltmeister und Mercedes ist offenbar ein Hochzeitstermin in Sicht.

Seit am Samstagmorgen "Focus", "Bild" und "Express" von einer mündlichen Einigung zwischen dem siebenmaligen Champion und den Stuttgartern berichteten, steht die Formel-1-Welt kopf.

Angeblich soll der 40-Jährige für das Jahr im Silberpfeil sieben Millionen Euro erhalten und danach als Sport-Botschafter langfristig an die Marke mit dem Stern gebunden werden. Schumacher nahm am Wochenende gut gelaunt an einem Kartrennen in seiner Heimatstadt Kerpen teil und wollte entsprechende Meldungen zumindest nicht dementieren.

"Tut mir leid, dazu möchte ich nichts sagen. Ich bin hier zum Kartfahren und möchte einfach meinen Spaß haben", sagte er der "Bild" und dem "Express" und ergänzte verschlüsselt: "Man weiß doch, wie so etwas läuft." 149801(DIASHOW: Die Formel-1-Wechselbörse)

Ferrari-Freigabe bereits erteilt?

In einer Umfrage von "bild.de" waren bis Sonntagmittag fast 80 Prozent von über 70.000 Usern der Meinung, Schumacher werde im Silberpfeil erneut den WM-Titel gewinnen.

Die Freigabe von Ferrari, wo er noch für drei Jahre als Berater im Wort stand, soll bereits erteilt sein. Letzte Hürde ist aber wohl ein Medizin-Check.

Sein geplantes Comeback bei Ferrari hatte Schumacher im August wegen seiner bei einem Motorradunfall im Februar erlittenen Nackenverletzung absagen müssen.

Peil äußert sich nicht zum Gesundheitszustand

Sein Arzt Johannes Peil wollte sich am Wochenende auf "Bild"-Anfrage nicht zum Gesundheitszustand Schumachers äußern. Angeblich soll Deutschlands bester Rennfahrer der Geschichte bei Mercedes Platzhalter für Vize-Weltmeister Sebastian Vettel sein.

Dieser hat allerdings noch einen Vertrag bei Red Bull bis 2011, zudem gibt es eine Option für ein weiteres Jahr.

Bereits mit 21 Jahren bei Mercedes

Bei den Silberpfeilen würde "Schumi" endlich auf den Wegbereiter seiner großen Formel-1-Karriere treffen. Mit 21 fuhr er als Werksfahrer im Mercedes-Junior-Team. 50681(Bilder: Michael Schumachers Karriere)

Danach besorgte ihm Mercedes angeblich 200.000 Mark, um das Cockpit für sein erstes Formel-1-Rennen 1991 in Spa zu kaufen.

Einige Jahre später kam die Traumehe zwischen dem besten deutschen Fahrer und der deutschen Nobelmarke in der Formel 1 trotz intensiver Verhandlungen nicht zustande.

In den letzten 13 Jahren war der siebenmalige Weltmeister festes und scheinbar unabkömmliches Mitglied der Ferrari-Familie.

Noch keine offizielle Bestätigung

Eine offizielle Bestätigung des spektakulären Mercedes-Deals blieb am Wochenende zunächst aus. Schumachers Manager Willi Weber zeigte sich gar ratlos.

"Es ist geil, was da passiert. Die Sache verselbständigt sich, obwohl ich immer wieder sage: 'Da ist nichts dran'", sagte Weber: "Ich weiß nichts davon. Ich tappe genauso im Dunkeln wie die Presse. Ich habe weder mit Mercedes gesprochen noch habe ich Termine mit ihnen."

Schumachers Sprecherin Sabine Kehm wollte den neuen Höhepunkt der seit Wochen laufenden Spekulationen auf Anfrage "nicht kommentieren".

"Es wird immer spekuliert"

Ein Mercedes-Sprecher antwortete auf die mögliche Verpflichtung von Schumacher wie in den vergangenen Tagen.

"Es wird immer spekuliert, solange ein Sitz in unserem Team nicht besetzt ist. Und manche Spekulationen sind eben auch Träume, die nicht in Erfüllung gehen", sagte er.

Button lästert über Schumacher

Der aktuelle Weltmeister Jenson Button, der vom von Mercedes gekauften Brawn-Team zu McLaren wechselt und damit praktisch Schumachers Vorgänger wäre, lästerte sogar über die Pläne des Rekord-Champions.

"Ein Schumacher-Comeback wäre eine großartige Nachricht für den Sport. Aber ich weiß nicht, ob es auch für Michael Schumacher eine großartige Nachricht wäre. Er setzt seinen guten Ruf aufs Spiel", sagte der Brite "News of the world".

Vettel spitzbübisch - Sutil skeptisch

Schumachers "Zieh-Sohn" Vettel (Heppenheim) meinte spitzbübisch: "Michael kann ohne Zweifel noch gut Autofahren. Aber er ist nicht mehr der Jüngste. Ob er nochmal den Anschluss schaffen kann - wenn er denn zurückkommt, was ich nicht weiß - muss man abwarten."

Auch Force-India-Pilot Adrian Sutil zeigt sich skeptisch: "Dieses Jahr gab es ja schon einmal ein Hin und Her. Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung wäre, mit 41 noch mal ein Comeback zu geben."

Und weiter: "Er würde das schon meistern, aber ich glaube, irgendwann sollte man einfach aufhören und sagen: Ich belasse es dabei, ich habe meine Entscheidung getroffen und gebe den jungen Fahrern eine Chance."

Rosberg "fänd's klasse"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug hatte zuletzt gesagt, dass er noch nicht versprechen könne, dass die "Bescherung noch vor Weihnachten stattfinden wird".

Für die deutschen Motorsport-Fans wäre die Traumehe Mercedes/Schumacher in der Tat ein großes Geschenk. Und sogar Nico Rosberg "fänd's klasse".

Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg hat das erste Cockpit sicher und wäre künftig Teamkollege des Routiniers im rein deutschen Team.

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