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Michael Schumacher fuhr sein letztes Formel-1-Rennen 2006 in Sao Paulo © imago

Michael Schumachers Zeitplan für ein mögliches Comeback steht bereits. Tests sind anberaumt. Nico Rosberg sieht dennoch Probleme.

München - Erst in den Schnee, dann in die Wüste: So könnte Michael Schumachers Fahrplan zum möglichen Formel-1-Comeback aussehen 50681(Bilder: Michael Schumachers Karriere).

Ein Härtetest in der Wüste von Abu Dhabi könnte klären, ob der Rekordweltmeister körperlich fit genug für die Rückkehr ins Rennauto ist.

Laut "Bild"-Zeitung planen Schumacher und Mercedes nach einem Skiurlaub des Kerpeners angeblich in den nächsten zwei Wochen private Testfahrten, die völlig unabhängig vom europäischen Winterwetter auf der neuen Formel-1-Rennstrecke in Abu Dhabi stattfinden könnten.

"Keine Frage des Geldes"

In dem arabischen Emirat, das über seinen Staatsfonds Aabar größter Anteilseigner sowohl am Daimler-Konzern als auch 30-Prozent-Partner des künftigen Formel-1-Werksteams der Stuttgarter ist, hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche gerade erst erklärt, dass der Fahrer des zweiten Silberpfeils neben Nico Rosberg wohl erst Anfang 2010 bekannt gegeben wird.

An den Finanzen - spekuliert wird über ein Jahresgehalt zwischen 3,5 und 7 Millionen Euro - würde ein Comeback Schumacher übrigens nicht scheitern. "Ob er fahren wird oder nicht ist keine Frage des Geldes", sagte sein Manager Willi Weber 149801(DIASHOW: Die Formel-1-Wechselbörse).

Weber: Er ist fit

Schon eher eine Frage der körperlichen Belastbarkeit.

Vor möglichen Testfahrten geht Schumacher aber erst einmal Skifahren, wie Weber dem "Express" erklärte. Dass Testfahrten geplant seien, bestätigte Weber aber nicht.

Der Schwabe gab allerdings eine persönliche Einschätzung über den Gesundheitszustand seines Schützlings, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird. "Er macht auf mich einen fitten Eindruck", sagte Weber: "Aber ich bin kein Arzt. Deshalb halte ich mich da lieber bedeckt."

Schmerzen an der Schädelbasis

Weber verwies darauf, dass Schumacher beim letztlich gescheiterten Comebackversuch als Ersatz für den verletzten Ferrari-Piloten Felipe Massa (Brasilien) im August auch anscheinend körperlich fit gewesen sei.

Damals waren allerdings nach Testfahrten wieder Schmerzen an der Schädelbasis aufgetreten, an der sich Schumacher bei einem schweren Motorradsturz im Februar einen Bruch zugezogen hatte.

Nach den Testfahrten hatte ihm daher sein Vertrauensarzt Johannes Peil aus der Sportklinik Bad Nauheim vom Comeback abgeraten. Peil würde auch jetzt Schumacher vor einer Rückkehr in die Königsklasse durchchecken.

Test im 600-PS-Boliden

Dass in den nächsten Tagen ein Termin geplant sei, konnte Weber nicht bestätigen. "Seine privaten Termine macht Michael selbst", sagte er.

Sollte es zu den Testfahrten kommen, würde Peil danach Schumacher nochmals gründlich untersuchen, bevor er endgültig Grünes Licht für ein Comeback gibt.

Die Tests würden möglicherweise mit einem rund 600 PS starken Boliden aus der GP2-Serie stattfinden, da Testfahrten mit aktuellen Formel-1-Autos laut Reglement bis Anfang Februar verboten sind.

Rosberg: Nicht leicht für ihn

Nur Einsätze von mindestens zwei Jahre alten Autos wären erlaubt, wie in dieser Woche bei Ferrari-Pilot Felipe Massa oder Schumacher selbst im August. Ob Mercedes dafür auf Autos aus der alten Partnerschaft mit McLaren zurückgreifen könnte, müsste ebenso erst vertraglich geklärt werden wie ein vom Express vermuteter Einsatz eines 2007er-Autos des Brawn-Vorgängerteams Honda.

Sein möglicher künftiger Teamkollege Nico Rosberg prophezeit Schumacher unterdessen, dass es für ihn "nicht einfach" werde. "Wenn du so lange draußen bist und so wenige Testfahrten absolvieren kannst, um wieder reinzukommen, ist das nicht leicht", sagte der 24-Jährige der Stuttgarter Zeitung.

Zuspruch der Ex-Rivalen

Schumachers früherer Ferrari-Kollege Eddie Irvine traut dem Kerpener unterdessen noch einiges zu. "Er ist nicht mehr auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft, allerdings noch immer gut genug, um Rennen zu gewinnen", sagte der Nordire der "BBC".

Er vermutet, dass es Schumacher ohne die Formel 1 "sehr, sehr langweilig" war. Daher habe er sich auch auf dem Motorrad versucht. "Aber das war total verrückt. So gut war er nicht und bezahlt wurde er auch nicht dafür", meinte Irvine. Die Formel 1 würde dagegen Sinn machen: "Dort dreht es sich nach wie vor um vier Räder, ein Lenkrad und einen Motor. Es gab niemanden, der damit besser zurechtkam als Michael."

Schumachers einstiger WM-Rivale Jacques Villeneuve, der selbst auf ein Comeback hofft, ist ähnlicher Meinung wie Irvine: "Er ist ja nicht irgendjemand, sondern Michael Schumacher. Er hat auf der Strecke immer unglaubliche Dinge vollbracht", sagte der Kanadier: "Aus diesem Grund bin ich überzeugt davon, dass er das auch wieder tun kann."

Massa: Schumi nicht Hauptrivale

Ferrari-Pilot Felipe Massa sieht Mercedes auch im Falle eines Comebacks von Schumacher nicht als größten Konkurrenten der Italiener für 2010.

"Zusammen könnten sie Großes erreichen, doch ich erwarte mir mehr von McLaren und Red Bull. Die Engländer sind sehr stark, mit Lewis Hamilton und Jenson Button haben sie ein wirklich wettbewerbsfähiges Team auf die Beine gestellt. Red Bull war der beste Rennstall in der zweiten Hälfte der Meisterschaft", sagte Massa im Interview mit der römischen Tageszeitung "La Repubblica".

"Große Änderungen"

Einer möglichen Rückkehr seines einstigen Teamkollegen Schumachers sieht Massa mit gemischten Gefühlen entgegen.

"Es wäre komisch, Schumacher wieder in einem Auto zu sehen. Jeder soll jedenfalls das tun, was er für sein Leben für besser hält. Ich habe Michael sehr gern. Wenn er zufrieden ist, bin ich es auch. Auf der Rennbahn wird er dann ein Rivale wie jeder andere sein, der besiegt werden muss", so Massa.

Allerdings müsse sich der Deutsche "auf große Änderungen gegenüber den Erfahrungen gefasst machen, die er bisher gemacht hat".

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