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Fernando Alonso fuhr bislang in 138 Grands Prix 53-mal aufs Podium © getty

Ferrari und Fernando Alonso - kann das gut gehen? Luca di Montezemolo stellt klar, dass er keine Ego-Trips dulden wird.

Von Julian Meißner

München - Ferrari und Fernando Alonso - kann das gut gehen? Diese Frage bewegt die Formel-1-Fans spätestens, seit Ende September der spektakuläre Wechsel des Doppelweltmeisters von Renault zur Scuderia zur neuen Saison bekannt gegeben wurde.

Offenbar ist sich auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo nicht hundertprozentig sicher, was er sich für einen Charakter als Ersatz für den Stoiker Kimi Räikkönen ins Team geholt hat.

"Ich habe Fernando bei unserem ersten Gespräch erklärt, dass ein Fahrer bei Ferrari für das Team und nicht für sich selbst fährt", stellte der oberste Boss des Asturiers nun klar. Alonso sei jedoch "ein intelligenter Fahrer" und sollte demnach wissen, was er zu tun hat.

Bedenkt man den Ärger des 28-Jährigen bei seinem McLaren-Intermezzo 2008 mit Lewis Hamilton, könnten allerdings durchaus Zweifel an der Teamfähigkeit des 21-maligen GP-Siegers aufkommen 150451(DIASHOW: Alonsos Karriere).

Alonso auf dem Höhepunkt?

Alonso selbst zeigte sich voller Vorfreude auf sein neues Engagement, das offiziell am 1. Januar beginnt.

"Ich schließe mich dem besten Team der Welt an, Ferrari, und ich komme dorthin zur besten Zeit in meiner Karriere", erklärte Alonso am Rande eines Wohltätigkeitslaufs in seiner Heimatstadt Oviedo.

Seine Verfassung umschreibt Alonso recht blumig: "Im Moment fühle ich mich so gut wie noch nie. Ich denke, dass ich mich als Fahrer und Persönlichkeit auf dem Höhepunkt befinde."

"Das Ruder herumreißen"

Markigen Worten müssen nun Taten folgen. Für di Montezemolo ist klar, dass die abgelaufene Katastrophen-Saison der Roten ein einmaliger Durchhänger gewesen sein muss.

"Ferrari muss gewinnen", fordert der 62-jährige Manager: "Wir hatten seit 1997 nur zwei Jahre, in den wir nicht konkurrenzfähig waren. 2005 und die abgelaufene Saison. Ich erwarte, dass wir nächstes Jahr wieder zum Erfolg zurückkehren."

Und weiter: "Dazu brauchen wir einen Fahrer, der das Ruder herumreißen kann. Alonso ist dieser Fahrer."

Forderung nach Dialog

Di Montezemolos Anforderungsprofil ist klar umrissen: "Wir brauchen einen Fahrer, der mit dem Team eine Einheit bildet. Der Präsenz zeigt, den Dialog pflegt und mit den Ingenieuren auf technischer Ebene zusammenarbeitet."

Ein Abschiedsgruß an Räikkönen, dem oft ein Mangel an Kommunikationsfähigkeit nachgesagt wird?

Bei Renault jedenfalls zeigte Alonso genau diese Fähigkeiten, bei McLaren dagegen konnte man am Ende kaum mehr von "Dialog" sprechen.

Klar ist: Der Ferrari-Präsident wird keine Egotrips dulden, Doppel-Weltmeister her oder her. Zu tief sitzt der Stachel des verlorenen Jahres 2009.

Misserfolg ins Detail analysiert

Die Gründe für Ferraris jüngsten Misserfolg, den Räikkönen mit seinem Sieg in Spa zumindest halbwegs kaschieren konnte, benennt di Montezemolo unumwunden.

"Erstens, wir haben mit der Entwicklung des 2009er Autos sehr spät begonnen, weil wir 2008 bis zum Schluss um die Meisterschaft gekämpft haben. Zweitens: Wir haben die Regeln und ihre Grauzonen falsch interpretiert, oder andere haben sie anders interpretiert als wir. Drittens: Der Unfall von Felipe Massa hat uns alle sehr bedrückt", so der Italiener.

Massa noch nicht in Form

Massa, der Mitte Dezember in Mugello testete, hatte zuletzt über Nackenschmerzen aufgrund seines Trainingsrückstandes geklagt 180745(DIASHOW: Fahrer und Teams 2010).

Der Brasilianer war im Juli beim Ungarn-GP in Budapest schwer verunglückt. Nun bleiben ihm knapp dreieinhalb Monate, um sich für den Saisonauftakt am 12. März in Bahrain zu stählen.

Alonso fühlt sich ganz offensichtlich schon jetzt bereit ist für das Duell mit seinem neuen Teamkollegen.

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