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Michael Schumacher gewann bislang in seiner Karriere 91 Formel-1-Rennen © SPORT1

Der siebenmalige Weltmeister zeigt sich bei der offiziellen Verkündigung seines Comebacks voller Tatendrang und Selbstbewusstsein.

Von Andreas Kloo

München - Der Traum vieler Fans wird wahr: Michael Schumacher kehrt tatsächlich in die Formel 1 zurück.

Und das nicht nur für ein Jahr: Der 40-Jährige unterschrieb bei Mercedes einen Kontrakt für volle drei Jahre als Fahrer im Silberpfeil.

Bei der Telefonkonferenz zu seinem Comeback spürt man, wie Michael Schumacher vor Ehrgeiz brennt.

"Plötzlich hatte mich das Fieber wieder gepackt. Die Vorstellung, wieder im Formel-1-Auto um die Weltmeisterschaft zu fahren, ist für mich aufregend und extrem inspirierend", beschreibt er seine Gefühle in den Gesprächen mit Ross Brawn und Mercedes.

"Wie ein Zwölfjähriger"

Schumacher steckt voller Vorfreude auf seine zweite Formel-1-Ära: "Ich fühle mich wie ein Zwölfjähriger, der vor Freude durch die Gegend hüpft."

Zweifel an seiner Fitness hat er überhaupt nicht: " Der Nacken ist kein Problem mehr. Im Sommer war es noch zu nah am Unfall dran, jetzt ist alles ausgeheilt." 50681(DIASHOW: Michael Schumachers Karriere)

Im August hatte Schumacher sein geplantes Comeback bei Ferrari als Ersatz für Felipe Massa noch absagen müssen. Die Probleme mit dem Nacken, die von einem Motorrad-Unfall im Februar herrührten, waren noch zu stark.

Initialzündung im Sommer

Aber die Rennleidenschaft beim siebenmaligen Weltmeister war geweckt, wie er bekennt: "Das war die Initialzündung. Ich habe wieder Spaß gehabt, so schnell zu fahren, habe mich im Auto wohl gefühlt."(DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Bis auf den Nacken hatte Schumi ohnehin keine Bedenken wegen seines Fitnesszustands. "Schon im Sommer habe ich gesehen, wie schnell ich mit gezieltem Training wieder meine alten Leistungswerte erreicht habe, und seither habe ich weiter trainiert.

"Will wieder ganz oben stehen"

Schumachers Ziele beim Comeback sind hoch. Er will wieder um den Titel mitfahren. Mit weniger will er sich nicht zufrieden geben. "Am Ende will ich wieder ganz oben auf dem Treppchen stehen. Das kann nur mein Ziel sein", stellt er klar.

Er ist sich sicher, dass er dieses Ziel erreichen kann: " Das Team wird stark sein, da habe ich keinen Zweifel, denn mit den beiden WM-Titeln hat es gezeigt, dass hier eine faszinierende Mischung aus höchster Professionalität und tiefster Leidenschaft ineinander greift."

An seinen Fähigkeiten habe er ohnehin nie gezweifelt, fügt Schumi selbstbewusst hinzu.

Eingespieltes Duo Brawn/Schumi

Auch Teamchef Ross Brawn steht voll hinter seinem Fahrer: "Michael kann sich selbst am besten einschätzen, ich vertraue ihm da völlig."

Von der Zusammenarbeit mit Brawn erhofft er sich Schumacher einiges. Brawn war zunächst bei Benetton und dann bei Ferrari Technischer Direktor. Mit ihm holte Schumacher alle seine WM-Titel.

Die Person Ross Brawn gab für Schumacher nach eigener Aussage auch den Ausschlag, sich wieder auf die Rennstrecke zu wagen. Am Rande des Grand Prix von Abu Dhabi hatte Brawn erstmals bei seinem früheren Schützling angefragt.

Für ein deutsches Team zu fahren, ist für den Kerpener eine zusätzliche Motivation: "Ich möchte gar nicht leugnen, dass mich die Vorstellung eines deutschen Teams in der Formel 1 extrem reizt - ich glaube, das würde jedem deutschen Rennfahrer so gehen."

Kreis schließt sich

Außerdem will Schumacher zum Ende seiner Laufbahn, Mercedes etwas "zurückgeben". (Die Chronologie der Schumacher-Rückkehr)

Die Stuttgarter ermöglichten der Formel-1-Legende letzlich den Sprung in die Formel 1, wie Schumacher selbst erzählt:

Es sei, "als würde sich für mich ganz persönlich nach all den Jahren in der Formel 1 ein Kreis schließen. Immerhin hatte ich meinen ersten Rennfahrervertrag mit Mercedes, damals in der Gruppe C und in Le Mans, und immerhin hat mir Mercedes beim Einstieg in die Formel 1 geholfen."

Haug wollte Schumacher schon länger

Auch Meredes-Sportchef Norbert Haug bestätigte, dass die alte Verbindung Mercedes/Schumacher eine wichtige Rolle bei der Entscheidung für den 40-Jährigen spielte:

"Wir hatten immer die Absicht, dass er dort fahren sollte, wo seine professionelle Karriere einst begann. Wir haben oft darüber gesprochen, aber es klappte 1995, 1998 und 2005 nicht", erklärte Haug.

Zustimmung von Corinna

Der Abschied von Ferrari sei Schumacher allerdings nicht leicht gefallen: "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, gerade auch deswegen. Seit 14 Jahren bin ich mit Ferrari verbunden, und ich habe viele wunderschöne Momente mit diesem Team erlebt", sagte der 40-Jährige.

Doch letztlich erteilte ihm Ferrari-Boss Luca di Montezemolo grünes Licht ? ebenso wie seine Ehefrau.

"Ich musste keine Überzeugungsarbeit leisten. Meine Frau ist zufrieden, wenn ich zufrieden bin. Sie hat am Blick meiner Augen erkannt, dass es genau das ist, was ich möchte.", berichtet Schumi vom Gespräch mit seiner Ehefrau Corinna.

Offener Kampf mit Rosberg

Nico Rosberg, freut sich schon auf seinen berühmten Kollegen: "Es ist eine große Herausforderung für mich, gegen einen der besten Fahrer aller Zeiten anzutreten. Ich bin sicher, wir werden ein starkes Team bilden", zeigt sich der 24-Jährige gespannt. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Dass es ein offener Kampf um die Nummer eins im Team sein wird, stellt Schumi selbst klar: "Es gab in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte, dass ich mir einen Status habe zusichern lassen. Das ist nie der Fall gewesen. Ross hat immer entschieden, wer welchen Status hatte, und das wird hier nicht anders sein."

Tests stehen noch aus

Zunächst einmal geht es für Schumacher daran, sich möglichst schnell an das Auto zu gewöhnen. Denn in einem Mercedes-Simulator saß er bislang noch nicht, wie er zugibt:

"Nur in meiner persönlichen Traningsmaschine." Offizielle Tests sind erst Anfang Februar möglich.

"Aber ich habe in meiner Karriere so viele verschiedene Autos gefahren, und es war immer eine meiner Stärken, dass ich mich an viele Dinge anpassen konnte", macht sich Schumacher keine Sorgen.

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