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Michael Schumacher feiert mit Ross Brawn (l.) und Barrichello 2000 seinen Sieg in Malaysia © imago

Alles begann mit 1000 Mark und einer Notlüge. Wie Michael Schumacher zum besten Piloten des Planeten wurde. Das Porträt.

München - Michael Schumacher kam einst mit 1000 Mark Taschengeld in die Formel 1, ging als König der Rennfahrer - und gibt in der kommenden Saison im Alter von 41 Jahren im Mercedes-Silberpfeil das spektakulärste Comeback der Grand-Prix-Geschichte.

Kein anderer hat die Formel 1 so nachhaltig geprägt wie Michael Schumacher. Seine Rekorde scheinen für die Ewigkeit bestimmt, der siebenmalige Weltmeister ist längst ein Unsterblicher in der "Hall of Fame" des Automobilsports. 50681(DIASHOW: Michael Schumachers Karriere)

Schumacher wird geliebt und gehasst, bewundert und verdammt. Er ist kompromisslos auf der Rennstrecke, zahlreiche Skandale kratzten am Image des langjährigen Ferrari-Stars. Eines allerdings wird von Freunden und Gegnern gleichermaßen respektiert: das fahrerische Genie Schumachers, der am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo nach 16 Jahren und 250 Rennen seine Karriere eigentlich beendete.

Die Notlüge von Spa

Mit einer Pizza in der Jugendherberge und Herzklopfen vor dem ersten Formel-1-Rennen fing am 25. August 1991 alles an. Als damals ein gewisser Michael Schumacher im belgischen Spa sein Debüt in der Königsklasse gab, ahnte nur sein Zimmergenosse Willi Weber, dass dies die "Geburtsstunde des besten Rennfahrers der Welt" sein sollte.

Manager Weber hatte schon früh das außergewöhnliche Talent des Jungen aus Kerpen erkannt, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen für dessen Karriere getroffen - und sich dabei unter anderem einer "Notlüge" bedient.

Den Platz im Jordan-Cockpit als Ersatz für den mit der Justiz in Konflikt geratenen Belgier Bertrand Gachot hatte Schumacher nur bekommen, weil Weber Teambesitzer Eddie Jordan gesagt hatte, Schumacher sei schon oft in Spa gefahren und kenne die Strecke sehr gut. Das war ein wenig an der Realität vorbei formuliert.

Einzigartige Karriere

Es war aber auch der Startschuss für eine einzigartige Karriere, in der Schumacher die Geschichtsbücher der Formel 1 komplett umschrieb. Die meisten WM-Titel, die meisten Siege, Punkte, schnellste Runden, Führungskilometer, und, und, und.

Schumachers Privatvermögen wird auf mehr als 500 Milionen Euro geschätzt. Privatjet, Luxusyacht und ein millionenschwerer Fuhrpark gehören längst zum ganz normalen Standard des reichsten deutschen Sportlers, der seit Jahren in der Schweiz wohnt.

Abschied von Benetton

Auch privat fährt Schumi auf der Sonnenseite des Lebens. Der neue Mercedes-Star ist mit seiner Corinna glücklich verheiratet. Der Stolz der Familie sind die Kinder Gina Maria und Mick. "Sie sind die Nummer eins und geben meinem Leben einen anderen Sinn", sagt Schumacher.

Als Schumacher 1995 das damalige Erfolgsteam Benetton verließ und zu Ferrari wechselte, schüttelten viele Experten ungläubig den Kopf. "Mit Benetton habe ich alles erreicht, was man in der Formel 1 erreichen kann. Ich wollte eine neue Herausforderung", begründete Schumacher damals seinen Entschluss (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)..

Bodenständig trotz Millionen

Trotz des Reichtums bezeichnet sich Multi-Millionär Schumacher als bodenständigen Menschen, der die Wurzeln seiner Herkunft nicht leugnet.

Während seiner Lehrzeit als Kfz-Mechaniker, die er 1989 abschloss, musste er mit 300 Mark monatlich über die Runden kommen, für sein erstes Formel-1-Rennen erhielt er 1000 Mark Taschengeld.

"Geld bedeutet für mich Sicherheit. Ich würde es aber niemals mit beiden Händen aus dem Fenster werfen", meint Schumacher, der Sonderbotschafter der Unesco ist und einen beträchtlichen Teil seines Geldes für den guten Zweck spendet.

Mit sechs im Kart

Schon als Sechsjähriger sammelte Schumacher auf der heimischen Kartbahn seines Vaters die ersten motorsportlichen Erfahrungen. Rolf Schumacher erkannte schnell das Talent seines ältesten Sohnes und förderte es. 1989 nahm ihn Weber unter Vertrag und investierte in den Geheimtipp. Inzwischen hat sich der Manager, der mit 20 Prozent an sämtlichen Einnahmen beteiligt ist, eine goldene Nase verdient. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

1991 leuchtete der Stern über Schumachers Bilderbuch-Karriere, als er in das Junioren-Team von Mercedes aufgenommen wurde.

Durch konstant gute Leistungen öffnete sich für den damals 22-Jährigen das Tor zu Formel 1. Fast 20 Jahre später schließt sich nun der Kreis - Schumi und Mercedes: Die Formel 1 steht vor magischen Momenten.

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