vergrößernverkleinern
Michael Schumacher (l.) gewann unter Ross Brawns Anleitung schon sieben WM-Titel © imago

Im Interview spricht Michael Schumacher über sein sensationelles Comeback, seine Ambitionen und die Hierarchie bei Mercedes GP.

München - Die Bescherung für die Formel 1 kam in diesem Jahr einen Tag zu früh:

Michael Schumacher kehrt 2010 nach drei Jahren Pause in die Formel 1 zurück.

Mit Nico Rosberg bildet der Rekordweltmeister bei Mercedes GP das neue deutsche Traumpaar. 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010)

Drei Jahre lang will es der Champion noch einmal wissen - und zeigt sich auch schon angriffslustig:

"Mein Ziel ist es natürlich, am Ende wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen", sagte der siebenfache Weltmeister. 50681(DIASHOW: Michael Schumachers Karriere)

Im Interview spricht er zudem über seine Gefühlswelt, die Reaktion seiner Frau und die Rollenverteilung zwischen ihm und Nico Rosberg.

Frage: Was hat Sie nach drei Jahren Pause zum Comeback in der Formel 1 bewogen?

Michael Schumacher: Ich bin wieder voller Energie und Tatendrang und absolut motiviert, habe wieder all die Energie, die mir damals gefehlt hat. Ich habe diese Pause gebraucht. Ich war drei Jahre raus, aber es ist jetzt eine ziemlich außergewöhnliche Kombination mit Ross Brawn und Mercedes, an die ich glaube. An mir selber habe ich keine Zweifel.

Frage: Wie lange wird Ihre Zusammenarbeit mit dem neuen Mercedes-Werksteam dauern?

Schumacher: Die Idee ist, dass ich drei Jahre fahre. Danach gibt es den Plan, vielleicht Markenbotschafter zu werden.

Frage: Wie kam es zu der Idee, für Mercedes noch einmal in die Königsklasse zurückzukehren?

Schumacher: Die ist im November zum ersten Mal aufgekommen, als Ross mich informiert hat, was er plant und wie Mercedes sich engagiert. Da ist mir das Rennfahrerherz aufgegangen. In mir hat es wieder richtig gefunkt, weil es alte Bekannte und Weggefährten sind und es nur in dieser Kombination möglich ist. Es hätte kein anderes Team gegeben, dass ich ernsthaft in Erwägung gezogen hätte.

Frage: War es schwierig, dafür Ferrari zu verlassen?

Schumacher: Ferrari zu verlassen, war nicht einfach. Ich war 14 Jahre dort und habe gute Erinnerungen. Der einzige ernsthafte Grund für die Rückkehr war, noch einmal mit Mercedes arbeiten zu können. Sie haben mir die Chance gegeben, in die Formel 1 zu gehen. Jetzt freue ich mich, etwas zurückgeben zu können.

Frage: Im Sommer wollten Sie bei Ferrari als Ersatz für den verletzten Felipe Massa einspringen. Damals scheiterte Ihr Comeback aber an den Nachwirkungen Ihrer Verletzungen von einem Motorradsturz. Was ist jetzt anders? (Die Chronologie der Schumacher-Rückkehr)

Schumacher: Im Sommer konnte ich den Belastungen nicht standhalten. Ich habe mich aber akribisch vorbereitet und jetzt alle Übungen gemacht, die ich im Sommer nicht aushalten konnte. Ich habe auch die Bestätigung von meinem Arzt, dass ich keine Befürchtungen haben muss. An meiner Fitness habe ich keine Zweifel. Im Sommer war ich sehr schnell wieder auf meinem früheren Level. Ich hatte ja nie aufgehört, zu trainieren.

Frage: Wie sieht jetzt der weitere Fahrplan aus?

Schumacher: Vorgesehen sind die offiziellen Testfahrten, die Anfang Februar stattfinden. Was wir bis dahin tun können, müssen wir noch sehen.

Frage: Waren Sie in den letzten zwei Wochen in einem Simulator? Könnte dadurch Probleme entstehen, dass die neuen Formel-1-Autos für 2010 ganz anders sind als die, die sie zuletzt gefahren sind?

Schumacher: Im Simulator war ich noch nicht, anders als im Sommer, nur in meiner eigenen Trainingsmaschine. Die neuen Autos werden sicher anders sein als noch 2006. Aber ich habe in meiner Karriere so viele verschiedene Autos gefahren, und es war immer eine meiner Stärken, dass ich mich an viele Dinge anpassen konnte.

Frage: Wie sehen die Ziele für 2010 aus?

Schumacher: Fakt ist, dass Brawn in dieser Saison beide Weltmeisterschaften gewonnen hat, was eine einzigartige Leistung war. Das jetzt mit Mercedes weiterzuführen, wird sicher ein Paket ergeben, mit dem man um die WM mitfahren wird. Mein Ziel ist es natürlich, am Ende wieder ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. (DATENCENTER: Die Saison 2010 im Überblick)

Frage: Hatten Sie schon Kontakt mit Ihrem künftigen Teamkollegen Nico Rosberg?

Schumacher: "Mit Nico Rosberg habe ich mich einmal kurz unterhalten, aber noch zu einem Zeitpunkt, als es nur offene Gespräche gab. Deshalb hatten wir nur ein bisschen gescherzt. Ich sehe der Sache positiv entgegen.

Frage: Wie sehen Sie selbst Ihren Status im neuen Team?

Schumacher: Es gab in der Vergangenheit immer wieder Gerüchte, dass ich mir einen Status habe zusichern lassen. Das ist nie der Fall gewesen. Ross hat immer entschieden, wer welchen Status hatte, und das wird hier nicht anders sein.

Frage: Was haben Ihre Frau und Ihre Familie zu Ihrem Comeback gesagt?

Schumacher: Natürlich habe ich mit meiner Familie gesprochen. Ich musste keine Überzeugungsarbeit leisten. Meine Frau ist zufrieden, wenn ich zufrieden bin. Sie hat am Blick meiner Augen erkannt, dass es genau das ist, was ich möchte.

Sport1 Adventskalender: Preise im Wert von über ? 15.000!

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel