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Ralf Schumacher gelangen in seiner Formel-1-Karriere sechs Grand-Prix-Siege © getty

Der Bruder des Rekord-Weltmeisters hält ein Comeback durchaus für möglich. Das Formel-1-Feuer in ihm sei nie erloschen.

München - Nach seinem Bruder Michael (Die Chronologie der Schumacher-Rückkehr) denkt nun offenbar auch Ralf Schumacher ernsthaft über ein Formel-1-Comeback nach. "Träumen ist erlaubt, und manchmal werden Träume ja auch wahr", sagte der 34-Jährige.

Noch gibt es bei Teams wie Renault oder Toro Rosso freie Plätze. Daher will Ralf Schumacher nicht ausschließen, dass er bis zum WM-Start am 14. März in Bahrain ein Cockpit erhält, "solange ich fit bin, und das bin ich". 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010).

Im Interview spricht Schumacher über das Comeback seines Bruders Michael und eine mögliche Rückkehr in die Königsklasse.

Sport1.de: Die Comeback-Ankündigung Ihres Bruders Michael war die Sensation des Jahres. Haben Sie damit gerechnet, dass er wirklich nochmal zurückkehrt?

Ralf Schumacher: Nein, das kam auch für mich überraschend, ich freue mich aber für Michael und wünsche ihm viel Erfolg. Seine Entscheidung, das Angebot von Mercedes anzunehmen, kann ich voll und ganz verstehen - auch ich hätte da keine Sekunde gezögert.

Frage: Sie sind plötzlich in der Formel 1 wieder ein Thema. Gab es wirklich ernsthafte Angebote?

Schumacher: Ja, ich hatte ein Angebot; aber ehrlich gesagt haben mir die sportlichen Rahmenbedingungen wie Erfolgsaussichten nicht zugesagt.

Frage: Trauen Sie sich den Umstieg vom DTM-Auto in einen Formel-1-Rennwagen überhaupt zu?

Schumacher: Zu allererst: Ich fühle mich bei Mercedes-Benz und in der DTM sehr gut aufgehoben, fahre für die Stuttgarter seit 2008 und weiß das DTM-Umfeld absolut zu schätzen. Den Umstieg nun vom DTM- wieder in ein Formel-1-Rennauto traue ich mir definitiv immer noch zu.

Frage: Noch sind nicht alle Cockpits in der Formel 1 besetzt. Tut sich da noch was?

Schumacher: Ausschließen sollte man das nie, solange ich fit bin - und das bin ich. Aber ich habe schon in der Vergangenheit gesagt, dass ich mir darüber nur ernsthaft Gedanken mache, sollte die Aussicht bei einem konkurrenzfähigen Team bestehen.

Frage: Was ist mit Toro Rosso? Teamchef Franz Tost war ja mal Ihr Manager...

Schumacher: Franz Tost und ich sind sehr gut befreundet. Aber man muss verstehen, dass ich mich über Teamnamen nicht äußern werde, das sind alles Spekulationen.

Frage: Ganz ehrlich: Brennt das Formel-1-Feuer wieder in Ihnen?

Schumacher: Erloschen war das Formel-1-Feuer bei mir noch nie - ich war einfach auch sehr lange in der Formel 1 aktiv - und es brennt noch genau so, wie ich es zuletzt bei meinem Bruder Michael in TV-Interviews zu seinem Formel-1-Comeback bei Mercedes gesehen habe.

Frage: Die Meinungen gehen weit auseinander. Für die einen könnte Michael nun sein eigenes Denkmal zerstören, für die anderen ist er auf Anhieb wieder ein Titelkandidat. Was glauben Sie?

Schumacher: Michael ist der erfolgreichste Formel-1-Rennfahrer aller Zeiten. Seine Erfolgsbilanz wird vielleicht sogar uneinholbar bleiben. Beweisen muss Michael keinem mehr etwas. Ob er ein Titelkandidat gleich im ersten Jahr sein kann, zeigt sich erst nach den ersten Testfahrten, dann sieht das Team, wie gut es im Winter gearbeitet hat. Aber in der Konstellation mit Ross Brawn als Teamchef und Mercedes-Benz als Teameigner weiß sich Michael sehr gut aufgehoben.

Frage: Was machen Sie, wenn es mit dem Formel-1-Traum nicht klappen sollte? Fahren Sie weiter für Mercedes in der DTM oder hängen Sie Ihren Helm an den Nagel?

Schumacher: Träumen ist erlaubt, und manchmal werden Träume ja auch wahr. Sollte ich ein interessantes Formel-1-Angebot erhalten, werde ich das sicherlich mit Norbert Haug besprechen.

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