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Sebastian Vettel (l.) wurde letzte Saison Vizeweltmeister hinter Jenson Button © getty

Bernie Ecclestone setzt trotz des Schumacher-Comebacks 2010 auf Sebastian Vettel. Schumi hält er dennoch für konkurrenzfähig.

München - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone freut sich riesig über die Rückkehr von Rekordweltmeister Michael Schumacher, ganz oben auf seiner Weltmeister-Rechnung für 2010 hat der Engländer allerdings dessen "Kronprinz" Sebastian Vettel (Die Chronologie der Schumacher-Rückkehr).

Auf die Frage nach Schumachers größten Rivalen sagte Ecclestone in einem Interview der "Bild"-Zeitung: "Das sind einige. Hamilton, Alonso. Aber ich sage voraus: Sebastian Vettel wird der nächste Weltmeister."

Dennoch ist der 79-Jährige "einfach nur sehr, sehr glücklich", dass der Kerpener, der am 3. Januar 41 Jahre alt wird, nach drei Jahren Pause in die Königsklasse zurückkehrt.

"Wir haben nächstes Jahr vier amtierende oder ehemalige Weltmeister mit Alonso, Hamilton, Button und Schumacher auf der Piste. Ich kann mich nicht erinnern, wann es das zuletzt gab", sagte der Engländer, der allerdings "nicht wirklich erwartet" hätte, dass Schumacher nicht bei Ferrari, sondern bei Mercedes sein Comeback feiert.

Frage der Fitness

Dass der siebenmalige Champion, der Ende 2006 seine einzigartige Karriere beendet hatte, wieder ganz vorne mitfahren kann, davon ist "Big Bernie" überzeugt. "Ich weiß eines: Er käme nicht zurück, wenn er nicht an Siege glauben würde. Er scheint wirklich sehr motiviert zu sein", meinte Ecclestone.

Das Alter ist für Ecclestone nicht das entscheidende Leistungskriterium, sondern mehr die "Frage der Gesundheit: Ob man wirklich richtig fit ist und motiviert. Und Schumacher wird beides sein. Fit und motiviert."

Ecclestone traut Schumi den Titel zu

Und sicher auch fähig, seinen achten Titel zu holen: "Natürlich ist das möglich. Aber das gilt auch für fünf andere Fahrer. Letzten Endes kommt es darauf an, wer das beste Auto hat."

Die Rückkehr von Schumacher, der beim Saisonauftakt am 14. März in Bahrain erstmals nach 1239 Tagen wieder um WM-Punkte kämpfen wird, tut der Formel 1 sehr gut, meint Ecclestone.

"Es ist gut für alle. Sehr gut sogar. Für die Medien, für die Fans, für die Sponsoren. Aber das kann ich nicht in Millionen ausdrücken. Das ist unmöglich zu berechnen", sagte er.

Duell alt gegen jung

Für einen besonderen Reiz sorgt dabei das Duell zweier Generationen.

Auf der einen Seite Schumacher, der zwischen 1991 und 2006 insgesamt 250 Rennen fuhr und dabei 91 Siege holte, auf der anderen Seite die jungen Wilden wie Vettel (Heppenheim/22), Lewis Hamilton (Großbritannien/24), Schumachers künftiger Mercedes-Kollege Nico Rosberg (Wiesbaden/24) oder der zweimalige Weltmeister und künftige Ferrari-Pilot Fernando Alonso (Spanien/28) 180745(DIASHOW: Teams und Fahrer 2010).

"Die Jüngeren werden ihn unbedingt besiegen wollen. Er will es ihnen zeigen. Das macht den Reiz der ganzen Sache aus", sagte Ecclestone.

"Träumen ist erlaubt"

Der Brite fände zudem "klasse", wenn neben Michael Schumacher vielleicht auch dessen Bruder Ralf ebenfalls in die Formel 1 zurückkehren würde. Der 34-Jährige hatte eingeräumt, dass er über ein Comeback in der Königsklasse nachdenkt.

"Träumen ist erlaubt, und manchmal werden Träume ja auch wahr", sagte "Schumi II", der nicht ausschließen will, dass er bis zum WM-Start in Bahrain ein Cockpit erhält, "solange ich fit bin, und das bin ich".

Mit der Formel 1 noch nicht abgeschlossen

In den letzten beiden Jahren fuhr Ralf Schumacher in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft für Mercedes, abgeschlossen mit der Formel 1 hatte er nach eigener Aussage aber nie.

"Erloschen war das Formel-1-Feuer bei mir noch nie - ich war einfach auch sehr lange in der Formel 1 aktiv - und es brennt noch genau so, wie ich es zuletzt bei meinem Bruder Michael gesehen habe", sagte Ralf Schumacher, der sich den Umstieg zurück in ein Formel-1-Auto "definitiv immer noch" zutraut.

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