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Gerhard Berger war bis 2008 mit 50 Prozent Anteilseigner des Toro-Rosso-Teams © getty

Laut Gerhard Berger wird Nico Rosberg im Silberpfeil-Duell einen schweren Stand haben. Top-Favorit sei ein anderer Deutscher.

Von Julian Meißner

München - In gut drei Monaten startet die Formel 1 in die neue Saison, und selten war die Vorfreude bei den Fans der PS-Liga so groß wie 2010.

Michael Schumacher flankiert von Nico Rosberg im Mercedes, Schumis Erzrivale Fernando Alonso im Ferrari, Vize-Weltmeister Sebastian Vettel auf der Jagd nach Jenson Button im britischen McLaren-Dream-Team mit Lewis Hamilton - die Zutaten für eine überragendes Jahr scheinen perfekt zusammengestellt.

Für Formel-1-Urgestein Gerhard Berger ist Vettel der Favorit auf den Titel, doch auch Schumacher hat für den österreichischen Ex-Rennfahrer gute Chancen 180745(DIASHOW: Fahrer und Teams 2010).

"Meine Reihenfolge heißt Red Bull vor Mercedes, McLaren und Ferrari", sagte der zehnmalige Grand-Prix-Sieger im Interview mit "Auto Motor und Sport" auf die Titel-Chancen der Teams angesprochen.

"Vettel ist Favorit"

Die Favoritenrolle der "Bullen" ist für Berger hauptsächlich dem Design-Team um Technik-Guru Adrian Newey zu verdanken: "Adrian hat 2009 gezeigt, wozu er im Stande ist, wenn er mit einem weißen Blatt Papier beginnen kann. Deshalb ist Vettel für mich Favorit. Er sollte Webber im Griff haben."

Doch auch der Rekordweltmeister, dessen Comeback im Silberpfeil seit der Bekanntgabe am 23. Dezember die Formel-1-Welt elektrisiert, ist für Berger in der Lage ganz vorne mitzufahren.

"Ich traue dem Michael Schumacher alles zu", so Berger: "Ich bin überzeugt, dass er um die WM mitfahren wird, wenn das Material stimmt."

Rosberg chancenlos?

Schumachers 24 Jahre alter Teamkollege Rosberg habe gegen den dann 41-Jährigen nur geringe Chancen, glaubt Berger: "Für Rosberg wäre es schon eine große Leistung, wenn er nur dagegenhalten kann. Es ist nicht möglich, dass er Michaels Vorteil an Erfahrung, politischem Gespür und Durchsetzungsvermögen auf Anhieb wettmacht."

Das Erfolgsrezept, mit dem Schumacher in den Jahren 1994 bis 2004 sieben WM-Titel einfuhr: "Michael weiß, wie er das Team um ihn herum aufbauen muss. Und jetzt hat er mit Ross Brawn wieder seinen alten Partner an der Seite. Wenn Nico ihn trotzdem schlagen könnte, wäre er der Überflieger."

"Hamilton ist ein Killer"

Das Duell der Briten bei McLaren geht für Berger trotz des Weltmeisterstatus' Buttons an Hamilton: "Der ist ein Killer. Und unheimlich schnell. Button fährt den saubersten Strich von allen, aber ich glaube nicht, dass das ausreicht gegen Hamilton."

Mit großer Spannung werden auch die Auftritte Alonsos bei der Scuderia Ferrari erwartet. Mit dem Nachfolger Kimi Räikkönens und Felipe Massa wollen die Roten nach dem Katastrophen-Jahr 2009 wieder an alte Erfolge anknüpfen.

Alonso unter Druck

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte jüngst klargestellt, dass er dabei von Alonso die volle Unterordnung gegenüber dem Team verlangt und keine Extratouren des impulsiven Spaniers dulden wird 150451(DIASHOW: Alonsos Karriere).

Die fahrerischen Qualitäten Alonsos sind unbestritten, doch bekommt er auch einen konkurrenzfähigen Boliden?

"Sünden der Vergangenheit"

"Alonso ist der Beste überhaupt, aber vielleicht ist er zum falschen Zeitpunkt zu Ferrari gekommen", sagte Berger:

"Die letzte Saison hat gezeigt, dass Ferrari den Abgang der Schlüsselfiguren noch nicht gleichwertig ersetzt hat. Leute wie Jean Todt, Ross Brawn und Rory Byrne findest du nicht auf der Straße. Mir kommt es fast so vor, als kehrten die Sünden der Vergangenheit zurück."

Berger, der zwischen 1987 bis 1989 vier Grand-Prix-Siege für die Roten einfuhr und 1994 noch einmal im Ferrari auf dem Hockenheimring triumphierte, hofft: "Ich kann mich täuschen. Es wäre toll, wenn Ferrari wieder vorne mitfährt. Dann gibt es einen Superkampf zwischen Alonso, Vettel, Schumacher und Hamilton."

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